Blackberry ist zurück

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Foto: Adam Bezeczky

Kanadier sind in; Justin Bieber sowieso und der kanadische Premier Justin Trudeau ebenfalls. Auf dieser Kanadier-Welle reitend bringt Blackberry ein neues Tasten-Smartphone auf den Markt. Doch was kann das ungewöhnliche Gerät?

Seien wir uns ehrlich. Heutzutage bestehen Handys aus einer Glasoberfläche und einem Plastik-, Aluminium- oder Glasrahmen. Die Geräte ähneln sich im Aussehen – Alleinstellungsmerkmale sind höchstens die Platzierung des Fingerabdrucksensors oder der Kamera-Ausbeulung. In einem dunklen Raum wäre die Unterscheidung der Modelle allein durch die Haptik fast unmöglich.

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Foto: Adam Bezeczky

Hard Facts

Blackberry, der Smartphone-Pionier der 2000er Jahre, bringt mit dem Blackberry KEYone ein Tasten-Smartphone auf den Markt, das nicht nur Hardcore-Fans eine Freude bereitet. Dazu hat sich das kanadische Unternehmen mit dem chinesischen Hersteller TCL zusammengetan. Gemeinsam bringen sie das Blackberry KEYone, mit einem 4.5 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 1080 x 1620 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 433 Bildpunkten.

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Foto: Adam Bezeczky

Die integrierte Kamera schießt Bilder mit 12 Megapixel und kann mit der Konkurrenz gut mithalten. HDR, Panorama, Geo-Tagging – alle bekannten Android-Features sind mit an Bord. Der Akku hat 3505 Milliamperestunden – doch das Alles sind Nebensächlichkeiten. Denn eigentlich geht es beim KEYone eigentlich nur um eines: die Tastatur.

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Foto: Adam Bezeczky

Diese ist Blackberry-typisch großartig: die Tasten haben einen guten Druckpunkt und ermöglichen rasches Tippen – auch bei längeren Texten. Und zwar ohne ständige Tippfehler. Doch die Tastatur des Blackberry KEYone ist multifunktional: die Space-Taste dient gleichzeitig als Fingerabdrucksensor. Die Tastatur kann aber noch mehr: sie kann auch zum Scrollen auf dem Bildschirm eingesetzt werden, es ist also keine Daumenakrobatik notwendig. Mit frei belegbaren Shortcuts können Apps über die Tasten aufgerufen werden. Blackberry-Veteranen werden sich sofort wohlfühlen und nostalgisch an jene Zeiten zurückdenken, in denen E-Mails DIE Kommunikationsform schlechthin war.

Die Stromversorgung erfolgt über den relativ neuen USB C Standard. Der großzügig dimensionierte Akku hält das Gerät lange am Laufen: selbst bei starker Nutzung sind 1,5 Tage locker drinnen. Davon träumen andere Hersteller nur. Kabellose Ladung fehlt aber leider im Lieferumfang. Dank der Schnellladefunktion wird der Akku in rund 30 Minuten auf 50 Prozent aufgeladen – praktisch, wenn man nur kurz Zeit in der Nähe einer Steckdose hat. Die bekannte Signal-LED ist wieder mit an Bord und informiert den Nutzer über eingegangene Anrufe und Nachrichten.

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Foto: Adam Bezeczky

Alle wollen mal tippen

Doch wie ist die Usability im wirklichen Leben? Zunächst einmal: mit dem Blackberry KEYone fällt man auf. Jeder möchte es in die Hand nehmen, ein paar Zeilen mit der Tastatur schreiben – um überrascht daran zurück erinnert zu werden, dass die Evolution unseren Tastsinn nicht umsonst in unsere Finger gepflanzt hat.

Das KEYone kommt mit dem Betriebssystem Android 7.1 Nougat und ist erfreulicherweise frei von unnötiger Bloathware: Blackberry hat lediglich kleine Anpassungen vorgenommen, damit das System die immer vorhandene Tastatur berücksichtigt und nicht die „on screen“-Tastatur eingeblendet wird.

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Foto: Adam Bezeczky

Die Kommandozentrale

Im Blackberry Hub werden alle wichtigen Nachrichtenkanäle gebündelt: egal ob Facebook, Twitter oder E-Mails – in dieser App werden alle Infos zusammengefasst. Praktisch ist das schon, denn das ständige hin- und herwechseln zwischen Apps nervt auf die Dauer.

Sicherheit geht vor

Monatliche Sicherheitsupdates an der Software vermindern die Verletzlichkeit des Handys gegenüber Hackerangriffen. Die integrierte Software wird bei jedem Neustart durch die bordeigene Blackberry Software geprüft – nicht umsonst ist Blackberry die Handymarke, dem Staatsoberhäupter vertrauen.

Fazit

Mit dem KEYone ist Blackberry sicherlich ein Nischenfüller. Trotz gegenteiliger Behauptungen sind Handys mit Tastaturen ein fester Bestandteil des Marktes. Werden sie wieder tonangebend auf dem Massenmarkt? Sehr wahrscheinlich nicht – trotzdem: wer sein Handy primär zur Kommunikation verwendet und aus dem Einheitsbrei aus der Menge herausstechen will, kann mit dem KEYone glücklich werden.

 

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