ich betete zu Gott und er erhörte mein Gebet

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mona
Foto: Dar Salma

 

Seine Augen funkelten

Wie beim allerersten Mal,

als wir uns sahen.

Sie funkelten so schön, wie immer. Aber ich wusste, sie funkelten nicht mehr für mich.

 

Es ist komisch, dass wenn du dreißig Minuten davor zu Gott betest, etwas zu bekommen, du dann tatsächlich genau 30 Minuten später damit belohnt wirst.

Ein einfaches „Bitte Gott, lass uns aufeinander treffen“ und schon klappt es. Aber hast du dich überhaupt gefragt, was danach ist?

Dein Wunsch ging in Erfüllung und dann?

Was machst du, wenn er plötzlich vor dir steht?

Du wirst schwach, nicht mehr und nicht weniger.

So schwach, dass du kein einziges Wort aus dir bekommst und so sehr du dich auch bemühst, deinen Herzschlag zu verstecken, man hört hin. Laut und deutlich. So schwach, dass deine Knie weich werden, deine Hände zittern und dein Hirn tot ist. Du bist mit den Gedanken weg. Weit weg. Dabei merkst du nicht, dass er dir die Hand gar nicht gegeben hat. Dich nicht angesprochen hat. Dass deine Anwesenheit für ihn keine Rolle spielt. Aber das alles ist dir vollkommen egal, denn du kannst es immer noch nicht fassen.

 

Wenn Menschen von uns gehen, uns verlassen und wir sie nie mehr sehen können, dann fangen wir an, sie in jedem anderen Menschen zu sehen. Vor lauter Sehnsucht riechen wir sie förmlich überall. Wir gehen durch die Straßen und hoffen, dass wir sie wiedersehen. Oder wir beten zu Gott, dass wir sie wiedersehen. Und tatsächlich gibt es Tage, wo Gott dir deine Gebete erhört. Also hör nicht auf zu glauben oder zu beten. Egal wie oft dir jemand sagt, dass es vorbei ist. Egal, wie sehr du dich dem Ende näherst, hör nicht auf zu träumen. Deine Träume kann dir niemand wegnehmen. Deine Gedanken auch nicht. Ich betete zu Gott und er erhörte mein Gebet. Vielleicht war das einfach nur Zufall, vielleicht auch nicht. Also bete du auch zu Ihm. Egal zu welchem Gott du betest, egal woran du glaubst. Hör nie auf deinen Wunsch nach einer Sternschnuppe zu flüstern, beim Zünden einer Kerze deine Augen zu schließen und beim Pusten zu wünschen. Auch wenn du einmal achtzig bist, hör nie damit auf. 

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