Neuer FPÖ-Comic: IS-Flaggen am Gemeindebau?

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FPÖ Komik
Gerrit Wilhelm

Wie bereits traditionell hat auch dieses mal die FPÖ wieder einen Comic veröffentlicht. Keine Überraschung, dass sich darin unterschwelliger Rassismus ebenso wie derbe Beleidígungen gegenüber Bürgermeister Häupl und der Vizebürgermeisterin Vassilakou finden. 

Kurz vor der Wahl am 11.Oktober verteilt die FPÖ an verschiedenen Ecken in Wien wieder ihren "Comic". Auf neun Doppelseiten hagelt es Vorwürfe und Beleidigungen gegen die rot-grüne Stadtregierung und natürlich gibt es die dazugehörigen, übertrieben eindeutigen Zeichnungen.

Aus Sicht eines "Wiener Spaziergängers" mit echtem "G'spür für Wien" - so auch der Titel der Broschüre - thematisiert das Heftl unter anderem Häupls mathematische Fähigkeiten, die angeblich türkischen Gemeindebauten, ein Wahlplakat der Grünen, die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings oder die Mahü. 

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Gerrit Wilhelm

Die Texte im Heft wenden sich unverblümt direkt und offensiv gegen Häupl und Vassilakou: Der Wiener Bürgermeister wird als mathematisch untalentierter Schul-Sitzenbleiber bezeichnet, der vom Altersstarrsinn befallen und von gehemmten Blasen-, Darm- und Magenbeschwerden betroffen sei; Vizebürgermeisterin Vassilakou solle man ein Klebeband über den Mund picken.

Neben diesen Attacken sind es vor allem die Details der Zeichnungen, die den aggressiven Charakter des Comics sowie der FPÖ ausdrücken: Arabische Schriften auf der Schulbank, die Hilal-Mondsichel im Klassenzimmer, Türkei- und Jihadfahnen im Gemeindebau, Weinflaschen und Scheißhaufen neben Herrn Häupl.

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Gerrit Wilhelm

Dass der Protagonist im Comic nicht repräsentativ für den durchschnittlichen "Wiener Spaziergänger" ist, scheint mehr als offensichtlich. Warum die FPÖ Häupls Mathekenntnisse sowie die Mandatsrechnungen in Frage stellt, wird nicht begründet. 

Zwei Seiten weiter heißt es, dass keine Autos auf der Ringstraße und eine einspurige Zweierlinie uns alle in die Psychiatrie bringen. Die keineswegs historisch unproblematische Rolle von Dr. Karl-Lueger wird verharmlost, türkische Geschäfte in Simmering werden zynisch belächelt.

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Alles in allem fehlt es dem Comic an Substanz und Argumenten. Stattdessen hagelt es unbegründete Kritik, die verbal und zeichnerisch anhand unterschwelliger Hetze die Leser beeinflusst. Die FPÖ und ihre Zeichner sind schon lange geübt in Populismus und Propaganda - vermutlich werden die billigen Tricks und flachen Sprüche so manche Leser ansprechen, da sie sich auf den Grant der Unwissenden stützen.

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