Kaaba ist kein Starbucks Getränk

17. September 2015

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kaaba
Facebook Screenshot IFW Travel - IFW Hac Umre & Seyahat Acentası

Irgendwie paradox: Im Geist von Mekka steckt die Gleichheit und die Gleichgültigkeit von sozialem Status und Reichtum. Niemand ist einem anderen überlegen. Zwei weiße Tücher um den Körper herum, mehr bedarf es nicht. Doch die Gebäude und die luxuriösen Hotels stehen genau diesem Geist entgegen. Sobald Pilger sich in ihre Hotels begeben, welche direkt an der Kaaba, dem quadratischen Gebäude im Innenhof der heiligen Moschee, positioniert sind, schleicht sich das Materielle und das Weltliche in die Gemüter.

Der Bescheidenheit, eine der Grundprinzipien des Islams, stehen übetrieben prunkvolle Gebäuden entgegen und vernichten den eigentlichen Geist des Islams.

„Das kann man zu Hause machen, aber doch nicht hier“

Ganz ähnlich sieht es bei den Restaurants und Cafés aus. „Wohin man auch hinschaut, überall stehen McDonald's oder Starbucks. Es gibt tatsächlich Menschen, die einkaufen gehen oder sich in den Starbucks hinsetzen und die Kaaba von dort aus betrachten", erzählt mir eine Freundin die vor Ort war. Mekka ist doch kein Ort, an den man einkauft oder Kaffee trinken geht. Das kann man zu Hause machen, aber nicht hier. Das ist eine einmalige Gelegenheit, die man nutzen sollte.

Auch Coca Cola, Fanta und Pepsi sind in den Regalen der Supermärkte in Mekka zu finden. Das Absurde ist, dass unter Muslimen immer wieder zum Boykott von genau diesen Marken aufgerufen wird, weil sie Produkte des „Westens“ sind, einen schlechten Einfluss haben und überhaupt nicht zum Islam passen, aber man dann auch wiederum genau diese im Herzen des Islams findet.

Nach islamischer Rechtslehre dürfen Nichtmuslime Mekka nicht betreten. Das heißt, die Produkte des „Westens“ haben Mekka erobert, noch bevor der „Mensch des Westens“ selbst in Mekka Fuß fassen konnte. 

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