Aller Anfang ist schwer: meine ersten Monate in Wien



Lang ist es her, genauer gesagt 19 Jahre, als ich mit Krokodilstränen in den Augen und meiner Kuscheldecke in der Hand in den roten Ford Escort meiner Eltern stieg und Budapest und alles was mich damit verbindet hinter mir ließ – auch wenn nicht für immer.

Wenn ich zurückdenke war es ja schon fast offensichtlich. Statt in den Englisch-Kurs, den fast alle im Kindergarten besuchten, durfte ich und ein paar andere Auserwählte sich mit dem deutschen Vokabular herumschlagen. Ein paar Monate später war es dann soweit. Mit meinen unzähligen Kuscheltieren im Gepäck fuhren wir in eine Stadt, die ich davor nie gesehen, oder gekannt hatte. Wien. Was soll das überhaupt sein und wieso fahren wir dahin, ging mir immer aufs Neue durch den Kopf.  Vielleicht haben meine Eltern meine Schwester und mich bereits vor der Reise auf den Umzug, der für mich einem Weltuntergang gleichkam vorbereitet. Ich weiß es nicht mehr, oder habe es auch damals als keine wirklich wichtige Information aufgenommen. Was soll sich auch ein Kind dabei denken? Omis, Freunde und die alten Nachbarinnen, die immer wenn sie einen im Hof herumtoben sahen in die Backen zwickten – all das sollte vorbei sein?

In Wien ging ich ein halbes Jahr in den Kindergarten bevor ich in die Schule kam. Das war wie ein Schubs ins kalte Wasser. Es wurde gekichert und gelacht,  – ob es dabei um mich oder irgendwen anderen ging war mir nicht klar. Wenn man nur ein paar Wortfetzen versteht kommt man sich mit der Zeit doch recht einsam vor. Im Kindergarten hatten natürlich schon alle ihre Freunde - ich hingegen saß in der Ecke und wartete nur  darauf von meiner Mutter endlich abgeholt zu werden, die mit mir jeden Abend ein bebildertes Kinderwörterbuch durchging, natürlich auf Deutsch.

Besonders gut blieb mir die Lattella in Erinnerung, die jeder in der Früh bekam – naja, fast jeder, denn ich und ein paar andere durften sich mit dem Kakao begnügen – ich möchte dieses Getränk bestimmt nicht in den Schmutz ziehen, denn heute bin ich wohl seine größte Verfechterin, aber das ist mir geblieben und auch wenn das jetzt zu Unverständnis führt: für mich war die Lattella das Zeichen des Dazugehörens.

Wenn ich mir heute ab und zu eine Lattella kaufe, muss ich immer an damals denken. Ich bin mir sicher fast jeder hier hat seine eigene Lattella-Geschichte und weiß wie schwierig ein Neuanfang sein kann. Für mich war er das, doch heute bin ich froh, dass ich in Wien bin, neue Freunde gefunden habe und auch diese Erfahrung mein Leben bereichert hat.

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so ein schöner blog! ich

so ein schöner blog! ich musste weinen-ohne witz. du hast recht, jeder hat seine lattella geschichte und im kindergarten hab ich auch nie dazugehört. du schuldest mir ne packung tempo! ;)

freut mich dass er dir

freut mich dass er dir gefallen hat :) ich dachte mir es wär mal schön auch über die früheren erfahrungen zu schreiben-und weil ich letzten wieder lattella getrunken hab kam das ganze wieder hoch-und ne packung taschentücher warten auf dich :D

 

@beg: 1.ich kann antworten 2.lattella schmeckt toll!!!! ;)

latella ist grindig....

latella ist grindig.... übrigens, jemand muss dir beibringen wie du auf Kommentare antwortest :D nice blog btw.

ja das stimmt wirklich :D

ja das stimmt wirklich :D hatte doch was gutes-die schokomilchindustrie wird nie zugrunde gehn

Das erklärt deine tägliche

Das erklärt deine tägliche Schokomilch, ne? So als Mischung zwischen Kakao und Latella ;)

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