Beschwerdebrief an die Wiener Linien
Wien, am 06.09.12 B E S C H W E R D E
Sehr geehrte Damen und Herren!
Eigentlich bin ich viel zu beschäftigt, um mir Zeit für ein BESCHWERDEBRIEF zu nehmen, ich hoffe Sie können sich durch die Tatsache, dass Sie das hier lesen, vorstellen wie „angfressn“ ich auf gut wienerisch auf die Wiener Linien bin. Ich bin mir sicher, dass Sie im Kundendienst sehr bemüht um alle ihre Kunden sind, aber leider scheint es nicht bis zum ausübenden Mitarbeiter am Schalter in Erdberg anzukommen.
Den genauen Grund für meine Beschwerde erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen und nicht nach dem ersten Absatz auf DELETE klicken. Das ist nämlich schon meine zweite Beschwerde und ich bekam schon bei der ersten Beschwerde keine Antwort. In der Beschwerde ging es übrigens um Proleten-Kontrolleure, die für die Wiener Linien arbeiten. Auf Wunsch lasse ich ihnen diese gerne nochmals zukommen.
BESCHWERDEGRUND:
Anfang dieser Woche erkundigte ich mich telefonisch, welche Unterlagen ich für eine Berechtigungskarte für Studierende brauche. Man sagte mir Meldezettel und Studentenausweis genügen. Von einem Foto war keine Rede. Einen Tag später werde ich am Schalter in Erdberg zurückgeschickt weil ich kein Passfoto habe.
Zwei Tage später komme ich nun mit frischen Passfotos von der Firma Niedermeyer ( 14,99 € ) und stelle mich an Schalter 13, welche übrigens als einzige „offen“ war! Drei andere Schalter, die auch für eine Berechtigungskarte zuständig wären, sind nicht geöffnet obwohl Personal anwesend ist. Vor mir wurde noch eine andere Berechtigungskarte für eine Studentin gedruckt, die übrigens ebenfalls falsch informiert wurde und verzweifelt ein Foto in ihrer Handtasche suchte (genau wie ich vor 2 Tagen). Schließlich kopiert der Herr am Schalter das Foto von ihrer Fitnesskarte und benützt es für die Berechtigungskarte. Hä?
Hier drängt sich mir die Frage auf: Wozu wurde ich zwei Tage vorher weggeschickt, wenn es anscheinend auch so unkompliziert geht? Wozu musste ich 14,99 € ausgeben?
Ich habe damit die Wirtschaft angekurbelt und sehr gutes getan, aber ich hätte mir lieber mit dem Geld etwas anderes, schönes gekauft und keine Fotos, wo ich aussehe wie ein Verbrecher.
Endlich war ich dran! Bisschen verärgert über diese Situation fragte ich den Herren höflich nach dem Grund wieso FH-Studenten eigentlich eine Berechtigungskarte brauchen und Universität-Studenten nicht? Wo liegt hier der Unterschied für die Wiener Linien? Die Antwort: „Des was i leida a ned“
Für mich als Student und trotzdem Kunde etwas ungenügend.
Ich weiß, die Wiener Linien hat Studenten sehr lieb und kontrolliert gerne verstärkt Anfang September, wo noch nicht alle Studenten sofort ein Semesterticket haben, weil die Schlangen oft Kilometer betragen. Ich wünschte ich hätte genauso viel zeit wie ihre Mitarbeiter am Schalter, dann könnte ich auch ein Semesterticket kaufen, ohne jedesmal im September 100 Euro Strafe für das „schwarz fahren“ zu zahlen.
Nun zur Krönung:
Als ich endlich mit meiner Berechtigungskarte beim Vorverkaufsschalter in Floridsdorf stehe merke ich: Oh es kostet gar nicht mehr wie früher 49,99€ sondern wurde einfach über das Semster auf satte 75 € angehoben.
Bei genauerer Nachfrage nach dem Grund der Erhöhung erhielt ich die Antwort: „Jo des is hoit so“
Ich glaube das war die Frau oder die Schwester von dem Herren der mich in Erdberg bedient hat. Auch hier habe ich Hoffnung, dass sie mir vielleicht eine bessere Begründung liefern können, denn langsam überlege ich auf ein Fahrrad, ein Moped oder ein Lamborghini umzusteigen. Bei der nächsten Erhöhung ist es dann wahrscheinlich soweit.
Ich bin aber noch trotzdem euer Kunde, weil mir eigentlich nichts Anderes übrig bleibt
Vielen Dank für das Durchlesen, wenn Sie es bis hierher geschafft haben. Ich bin Ihnen persönlich nicht böse, aber vielleicht können Sie ein paar Kritikpunkte ernst nehmen.
I love Wiener Linien! Besonders lieben Gruß an meine paar Proleten-Hawaras, die mich immer wieder kontrollieren als wäre ich von Guantánamo geflohen.
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Naja, bist schon ein bissi selbst schuld.
1.) "Ich weiß, die Wiener Linien hat Studenten sehr lieb und kontrolliert gerne verstärkt Anfang September[.]"
Nope, es ist das erste mal so, dass das Semesterticket ab Anfang September gilt. Die Aussage stimmt daher nicht. Ich bin übrigens täglich am Schottentor, wurde heuer noch nicht kontrolliert.
2.) "ohne jedesmal im September 100 Euro Strafe für das „schwarz fahren“ zu zahlen"
Ist auch erst seit Mai so, "jedesmal" ist daher ebenfalls übertrieben.
3.) "Oh es kostet gar nicht mehr wie früher 49,99€ sondern wurde einfach über das Semster auf satte 75 € angehoben."
Die Tarifreform im Frühjar wurde von einer breiten Medienberichterstattung begleitet, einfach ein bisschen Zeitung lesen hilft. Der Grund für die Preiserhöhung des Semestertickets ist die Verbilligung der Jahres- und Monatskarten.
4.) Wenn du deine Fotos beim Niedermeyer machen lässt, bist du selber schuld. Beim Automaten kosten die - so glaube ich - 5 Euro. Ebenso kannst du beim Niedermeyer auch "normale" Fotos machen lassen, muss kein richtiges Passfoto nach den Richtlinien sein.
5.) Alles was man über Berechtigungskarten und Semestertickets wissen muss (inkl. Preis und benötigte Dokumente), lässt sich im Internet leicht finden.
http://www.wienerlinien.at/eportal/ep/contentView.do/pageTypeId/9083/pro...
http://www.wienerlinien.at/eportal/ep/contentView.do/pageTypeId/9083/pro...
Besser vorher selbst im Internet informieren. Das hätte weitaus weniger Zeit gekostet als das Verfassen des Beschwerdebriefs und dieses Blogs.
warum nicht fotos im
warum nicht fotos im automaten machen?
niedermeyer ist überteuert und (jedenfalls bei mir) gibt sich nicht mal mühe, dass die fotos schön werden.
man kann auch oftmals nicht 4 fotos wählen, sondern nur die teuren 8 stück.
nicht zuviel engagement von den mitarbeitern der wl erwarten, dann ärgerst du dich weniger. nicht alle, aber einige sind einfach desinteressiert.
dass man dem mädchen geholfen hat. hat einfach mit glück zu tun. ärgere dich nicht, das nächste mal bist du an der reihe, glück zu haben.
und vielleicht findet du die passfotos mal in ein paar jahrzehnten üerraschend wieder und freust dich, eine nette erinnerung an damals zu haben :-)
hahahaha die schwester von
hahahaha die schwester von dem von erdberg...sehr gut!
kannst du beim nächsten beschwerdebrief bitte erwähnen, dass wenn Studenten über 26 Jahre alt geworden sind, nicht automatisch reich sind?
Ich habe auch einmal ein
Ich habe auch einmal ein Beschwerdemail an die Wiener Linien geschickt, weil ich Zeuge war, wie Asylanten (die schwer arbeiten, nur leider kaum ein Wort Deutsch sprechen) von Busfahrern einer bestimmten Buslinie diskriminiert wurden. Ich bin auch nicht gerade der ausländerfreundlichste Mensch, aber wenn ich sehe, dass ein Asylant nicht auf der faulen Haut liegt (so wie viele andere Ausländer - sorry), sondern (und wahrscheinlich für einen Hungerlohn) schwer arbeitet, kann ich das nicht verstehen. Die Wiener Linien haben mir in beiden Fällen (beim ersten Mal habe ich nur an den Kundendienst geschrieben, beim zweiten Mal gleichzeitig an das Amt für Diskriminierungsbekämpfung, da es sich bei Busfahrern um Mitarbeiter des öffentlichen Dienst handelt) nicht zurückgeschrieben. Aber ich habe ein Gespräch mit besagten Menschen (Asylanten) geführt, und siehe da: es wurde etwas gemacht. Finde ich in Ordnung und es ist ein ordentlicher Pluspunkt für die Wiener Linien. Wie gesagt, ich bin selbst nicht der ausländerfreundlichste Mensch, aber wenn ein "fremder" Mensch gekommen ist, um zu arbeiten, dann ist ihm das hoch anzurechnen. Andere tun das nicht, und sofern sich der Mensch an die "Hausordnung" des Busses hält, frage ich mich schon, wo das Problem liegt. Wenn man keine Ausländer mag, dann mögen sich besagte Busfahrer eher beim Herrn Bürgermeister beschweren.
Wow Stefan cool das du dich
Wow Stefan cool das du dich so einsetzt!
Nur nicht falsch verstehen.
Nur nicht falsch verstehen. Ich setze mich dort ein, wo Ungerechtigkeit bis zum Himmel stinkt, aber genauso argumentiere ich gegen Ausländer, vorallem, wenn sie, wie ich am eigenen Leib gespürt habe, selbst arbeitslos sind, aber versuchen auf arbeitende Menschen runter zu spucken.