biber-Akademie: Das ist unsere Straße

In Rudolfsheim-Fünfhaus ist jeder zweite Einwohner ein Migrant. Genau deshalb haben wir im 15. Bezirk die biber-Akademie eingerichtet. Von jetzt an müssen wir nicht zur Community, die Community kommt zu uns. Doch wer sind unsere neuen Nachbarn. Wir haben uns umgehört.


Von Martino Cotroneo, Muhamed Beganović, Ayper Cetin und Ali Cem Deniz

 

Die Reindorfgasse ist in die Jahre gekommen, doch das junge Publikum, das die Gasse rauf und runter schlendert, haucht ihr neues Leben ein. Einst war hier viel los. Viele leer stehende Räumlichkeiten ehemaliger Kleidungsgeschäfte erinnern noch daran. Salahs Schneiderei ist das letzte Geschäft in der Gasse, das noch mit Kleidung zu tun hat. Der 52-Jährige stammt aus Ägypten und arbeitet schon seit 20 Jahren hier. Fans alter Kleidung, von den 1960ern bis zu den 1980ern, werden garantiert bei ihm fündig. Er bietet eine große Auswahl an neonfarbenen, glitzernden und mit Rüschen verzierten Kleidern an.

Türkisches Gasthaus
Heute versorgt uns die Reindorfgasse hauptsächlich mit Nahrung. Eine Fleischerei, ein Tabak-Laden, Beiseln, Cafés und das traditionsreiche Gasthaus „Quell“. Yilmaz betreibt sein Café „Reindorf“ seit 31 Jahren und hat es zum Hotspot für türkische Männer gemacht. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein altes, österreichisches Gasthaus, drinnen erwartet uns eine Menütafel in türkischer Sprache. Unser prominentester Nachbar ist wohl der Pizzapate Alomari mit der Pizzeria Mafiosi. Der 48-jährige Syrer versorgt seit 21 Jahren Wiener Studenten mit kriminell günstigen Pizzen. Die Gegend bezeichnet er als tot. „Für kleine Unternehmen ist kein Erfolg mehr möglich“, beklagt er.

 

 

 

 

Blumen und Essen
 „Das ist eine coole Gasse“, sagt uns Sabrina Tanner von „Urban-Tools“ ganz begeistert als wir sie in ihrem trendigen Geschäft treffen, das auch als Designerbüro genutzt wird. Die Bags und die super-stylischen Notebook-Taschen locken junge Leute in ihr Geschäft. Dafür sorgt vor allem der neu gebaute Radweg. „Das ist ein Grund für die Wiederbelebung der Reindorfgasse“, sagt Tanner.

Die Nachbarschaftshilfe wird hier großgeschrieben. Als wir mit dem Umzug beschäftigt waren, packten alle fleißig an. Bei Frau Tanner schauen öfters Nachbarn vorbei, um ihr Blumen zu schenken oder Essen vorbei zu bringen. Liebe Nachbarn, wir haben immer großen Hunger!

Neues Leben
Nicht ganz im Trend liegt die 220 Jahre alte Kirche. Frau Tertsch, die Pfarrsekretärin erzählt uns, dass immer weniger los ist, „weil immer mehr Muslime hierher ziehen.“ Frau Tertsch erinnert sich gerne daran, als die Menschen noch aus dem Burgenland kamen, um hier einzukaufen. „Die Gasse war früher eine beliebte Einkaufsmeile. Das gibt es alles nicht mehr.“
Keine Sorge, jetzt gibt es die biber-Akademie!

 

WILLKOMMEN IN DER BIBER-AKADEMIE!

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