Dönerspießrutenlauf.



 

 

ICH BIN AUSLÄNDERIN! 

 

Wow - SO! frei raus hab ich das noch nie geschrieben. Glaubt jetzt ja nicht, ich hätte bis heute Angst gehabt, das in dieser Art und Weise breitzulegen und würde mich jetzt sicher fühlen, der Individuen wegen, die grade Worte eines Migrantenkindes studieren. Mist, schon wieder so ein Wort, schon wieder etwas, das mich, meine Person beschreiben soll, es in keinster Weise jedoch tut. Ich bin das Kind meiner Eltern, die sind Migranten, somit bin ich also ein Migrantenkind-Punkt! Aus! Basta! 

 

Das und sonst nichts soll ich sein. Wenn ich manchmal so nachdenke, dann gebe ich euren Leuten recht. Ich differenziere hier ganz bewusst: Ihr seid ihr und wir sind wir. Und ihr erklärt uns nun seit Langem schon was „Integration“ bedeutet: die Sprache lernen, mit euren Leuten verkehren, die Ausbildungsmöglichkeiten genießen und ab und an über dieselben Witze lachen. Hardliner unter euch verlangen auch Mozart und Haydn zu kennen, schon mal in Salzburg gewesen zu sein, den Standard gelesen zu haben. Ich kann mit Sicherheit behaupten, all diese Punkte abgehakt zu haben, dennoch begegnet man mir oft, wenn nicht sogar immer, mit derselben Frage: „Wie lebt es sich so, als Migrantenkind?“ 

 

Die Augenbrauen theatralisch hochgezogen überlege ich ein wenig, wie es sich so als „Tschuschenbrut“ gedeiht. Meine Mutter ist Iranerin. Mein Vater ist Kosovo-Albaner. Produziert wurde ich von meinen werten Erzeugern in Istanbul. Geboren wurde ich im Iran. Aufgewachsen bin ich in Österreich. Solange ich denken kann, esse ich iranisch, höre albanisch und lese deutsch. Die Society, in welcher ich großgeworden bin, kann man durchaus mit dem Wort „Mischpoche“ bezeichnen. Wem jenes eben genannte Wort kein Begriff ist, der möge sich jetzt bitte einen FRUCHTSALAT vorstellen. Einen mit Kiwi, Bananen, Erdbeeren und all dem anderen Schund darin, den man an Obst kennt. Mein Leben war und ist ein Fruchtsalat- mit iranischen, albanischen, türkischen, arabischen, griechischen, deutschen und sogar afrikanischen Elementen darin. Manchmal war dieser Salat zu fruchtig, ich konnte mich dann nie richtig entscheiden, welche Sorte denn jetzt am besten schmeckt. 

 

Meine Identität macht einen Großteil dessen aus, wer ich bin. Meine Herkunft bildet einen Teil meiner Identität. Wer jedoch bin ich? Iranerin, Albanerin, eine von euch? Es gibt da so ein Urteil, das ich schon lange gefällt habe: Es wird mir niemals gelingen ganz zu euch zu gehören! 

 

Dafür bin ich zu polyglott und habe zum Teil ganz andere Ansichten. Ansichten, ein gutes Schlagwort, Vorurteile, ein noch besseres. Migrantenkind zu sein ist schwer, ein Migrant, der diese eben genannten Kinder erzieht, hat es noch schwerer. Um es simpel auf den Punkt zu bringen: Ich würde niemals mit meinen Eltern in ihrer Aufgabe als Parents tauschen wollen. Sie können meine Eltern gern nach der Lesung befragen wie sie sich damals in der Zeit, in der alle 17-Jährigen, mit denen ich abends aus war, erst dann nach Hause gingen, wenn die ersten Bauern ihre Kühe molken, ich das nicht durfte, dementsprechend rummeckerte, weil ich nicht diese Privilegien genießen konnte, den Mund fusselig geredet haben. An mir tobten sich meine Eltern- was eine mentalitätstreue Erziehung angeht- richtig aus! Ich nahm es mit der Zeit auch ohne Murren hin, nicht auf Festivals zu dürfen, den H&M- Mini mit der Jeans zu tauschen und die Mascara, anstatt sie heimlich aufzutragen, ganz wegzulassen. Sicher- meine Eltern haben mich auf diese Art und Weise vor vielen Dingen beschützt, von gleichaltrigen Freunden komisch beäugt, wenn ich zu Mitternacht schon mein Zeug gepackt und mich abmarschbereit gemacht hatte, wurde ich dennoch. 

 

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wurde von österreichischen jungen Leuten immer akzeptiert, der Umstand dass ich aus einer Welt kam, die ihnen weit weg und so fremd war, spornte sie eher dazu an, mich meiner Multikulturalität wegen eher auszufragen als abzulehnen, dennoch konnten sie nicht verstehen, wie es mir als 18-Jähriger nicht möglich war, selbst zu entscheiden, wie lange ich abends von daheim fernblieb. Ich sage Ihnen etwas, jetzt mit 24 ist es mir möglich und ich tue es immer noch nicht - meiner Mentalität wegen. 

 

Ein albanischer Vater sieht es nicht gern, wenn seine - egal ob minderjährige oder erwachsene - Tochter morgens um 4 nach Hause kommt. Die Tatsache, dass dies o.k. wäre, wenn ich ein Junge wäre, sei mal so dahingestellt. Ganz anders dagegen sah und sieht es bei meiner Schwester aus. Entgegen aller Bedenken meiner Eltern betreffend Wimperntusche, Rouge, Foundation und Lidschatten, benutzt werte Sister diese eben genannten Utensilien jeden morgen eine halbe Stunde lang, um sich ausgehfein zu machen. Sie hantiert mit den Jadeprodukten auf eine derart geschickte Art und Weise, dass ich es schon längst aufgegeben habe, es zu lernen, dafür wurde ich zu anders erzogen. In einem Punkt jedoch sind ich und die jüngste meiner Familie gleich- wir reden fließend kärntnerisch. I man i i kännt Ihnan den Text a in Mundort vurtrogn, gor ka Problem, nur würd 's donn, so denk i, aus irgendam Eckal Rüge geben von wegen: "Bitte bleib doch im Hochdeutschen!"

 

Wir sind also integrierte Kinder, meine Sis und ich, nur in der Erziehung, da haben meine Eltern den einen oder anderen Unterschied gebildet. Für unsere rechtsorientierte Fraktion in diesem Land würde dieser Unterschied in der Erziehung schon einen Grund bilden meine Eltern als integrationsunwillig zu bezeichnen.  Dem ist nicht so. Manche Individuen, welche denselben Glaubensgrundsatz, wie unsere werte Frau Innenministerin hegen, dürfen nicht vergessen, dass Eltern wie die meinen zwar ihre Heimatländer aufgegeben haben, nicht jedoch ihre Art zu denken, zu fühlen und zu handeln. Sie wurden alle mehr oder weniger erfolgreich erzogen und geben es genauso, manchmal in etwas gelockerter Form an ihre Kinder weiter. Auch hier muss man Eltern und Eltern unterscheiden. Nicht gerechtfertigt sind solche, die ihre Kinder zu Zwangsehen zwingen, sie dazu nötigen das Kopftuch aufzusetzen und all dem westlichen Schund fernzubleiben. Doch genau da fängt es an: manche Youngsters sehen nur diese Sparte der Ausländer, entwickeln ihnen gegenüber Hass und ermorden im schlimmsten Fall, wie vor etwa einem Jahr in Deutschland, das verhasste Fremde. Die Ägypterin hatte in ihrer neuen Heimat sogar die Hochschule absolviert. 

 

Doch warum so weit streifen? Der Fall Arigona wird einige von ihnen zum Augenüberdrehen bringen. Zu sehr wurde das Thema durchkaut, zu sehr darüber diskutiert, ob das arme Ding selbstmordgefährdet sei oder nicht. Man kann auch dieses Thema betrachten wie man will- enden wird es mit der Integrationsfrage. Ist sie fähig sich vollends zu integrieren? Auf eigenen Beinen zu stehen? Und, wenn diese Punkte dann alle erreicht sind, wird sie im Stande sein, die österreichische Staatsbürgerschaft wie alle anderen ehemaligen ausländischen Bundesbürger auch, zu erlangen? Sie können später noch über Arigona nachdenken, switchen wir zum Staatsbürgerschaftsthema. 

 

Wie schwierig es ist, jene zu erlangen, davon können viele „ehemalige“ ein Lied singen. Circa 856 Formulare musste mein werter „Baba“ ausfüllen, weitere 276 meine Mutter, von den Botschaftsbesuchen ganz zu schweigen, einen Test bestehen und Cash ablegen mussten sie beide, achja- die Übergangszeit wäre da ja auch noch so ein Thema. Ein Spießrutenlauf gegen die eben genannte Zeit und Gesellschaft ist das, und um das Klischee, ein Ausländer würde sich nur von Döner am Leben halten, zu komplettieren, nennen wir das Ganze Dönerspießrutenlauf. Dieser Spießrutenlauf ist, im Gegensatz zu einigen anderen, Asylanträge betreffend zum Beispiel, aber noch akzeptabel! Wie ernüchternd es doch sein muss nach 8 Jahren einen Bescheid zu erhalten, der einem vorschreibt in weniger als 8 Monaten die bis dahin liebgewonnene neue Heimat zu verlassen. Also müssten sich auch Österreicher integrieren - in unsere Angelegenheiten verdammt noch mal! Wir wollen nicht alle über einen Kamm geschert werden, ihr liebt doch auch nicht alle die Alm, seid ein Fan von DJ Ötzi und mit Sissi verwandt, warum in Herrgottszeiten also sollen wir alle integrationsunfähig sein?! 

 

Nein, ich rege mich nicht auf, schließlich sind wir hier willkommen (hach wie ist es doch schön, sich ab und an selbst zu belügen), ich möchte nur, dass alle sich an der Nase fassen, das Gebot: leben und leben lassen, solange es sich in einem akzeptablen Rahmen befindet, wieder in Mode kommt und man sich dessen bewusst wird, dass der Kopf nicht nur dazu da ist, dass auf ihm Haare wachsen, sondern auch, dass man mit dem Inhalt, der sich darin befindet, gewisse Denkprozesse ankurbelt um sich UND! seine Mitmenschen zu verstehen. So, Nase fassen hin oder her, wer ich bin, weiß ich immer noch nicht. 

 

Ziemlich verzweifelt deswegen war ich vor ungefähr einem halben Jahr und habe de facto, wie ich es immer tue, meine Mutter zu dem Thema aufgesucht. Sie sollte mir sagen, wer ich bin, doch stattdessen hatte sie was anderes übrig: „Deine Herkunft kann man mit dem Besitz von Häusern bezeichnen. Manche haben nur eins, du aber hast drei“. „Mama- ich bin mir sicher, du hast es gut gemeint, wirklich geholfen hat es nicht.“ Wer weiß, vielleicht wollte sich auch nur wie der ehemalige persische Dichter Hafez rüberkommen- ja, Leute, sie IST integrationsfähig! Um auf den Punkt mit den Häusern zurückzukommen. Ich sehe das mittlerweile genauso, habe jedoch meine eigene Interpretation, hineinfließen lassen. Da gibt es ein Haus, das ist orientalisch dekoriert, ch benutze es jeden Tag, gehe gerne darin umher, bewundere es von allen Seiten und schenke, den mit Perserteppichen dekorierten Wänden ein Lächeln bevor ich diese Atmosphäre verlasse, um dem nächsten Domizil einen Besuch zu verpassen. Dieses ist modern geschmückt, an der Wand hängt eine Fahne, die bald zwei Jahre alt sein wird. Diese Fahne wird bald ihre Unabhängigkeit feiern- zum zweiten Mal. Sie gehört zum jüngsten Staat dieser Welt, sie gehört zu mir, ist ein Teil dessen, was ich bin. Diese beiden Häuser lächeln mir für eine kurze Zeit zu, sprechen mit mir für eine begrenzte Space und sind es gewohnt, dass ich sie zurücklasse. Sicher - sie mögen mich, aber es fällt ihnen auch kein Zacken aus der Krone, wenn ich nicht da bin. Zum Schluss betrete ich mein Haupthaus. Dieses Haus besitzt rot-weiß-rote Wände, viele rustikal „architekturierte“ Räumlichkeiten und am Ende des Flurs einen Raum. Dieser Raum ist gefüllt mit meinen Eltern, sie sind meine engsten Vertrauten in allen Lebenslagen, Bekannten und Freunden und Leuten, die mich ermutigt haben, hier mitzumachen, um mit Vorurteilen aufzuräumen, dem Hass zu schüren, aufzuklären und sich selbst durch den Kakao zu ziehen. Und wissen sie, was ich fühle? Ich bin angekommen. Das hier ist meine Welt. Die Sprache, in welcher ich diesen Text schrieb, ist jene, welche ich auch fließend spreche. Die Individuen, welche meine stetigen Wegbegleiter hier waren, werden mir noch in zwei Monaten zulächeln, in zehn Jahren Konversationen führen, enttäuscht sein und sich fragen, wo ich bin, wenn sie mich für eine Weile nicht sehen. Für sie bin ich nicht bloß eine Erscheinung, ich gehöre hierher, Integration hin oder her, ich liebe dieses Land, ich liebe seine Leute, ich gehöre zu ihnen, ich bin ihr und dennoch sind wir wir.

 

Ich bin gekommen um zu blieben- ich geh hier nicht mehr weg. Ja ich bleibe- auf ewig! 

 

PS: Ich bin Ausländerin.

 

5
 
 


NBA Snapback Hats

Snapback Hats took centre stage Snapback Hats Sale as the Green Bay Packers NBA Snapback Hats clinched the NFC North MLB Snapback Hats title with a 21-13 victory NFL Snapback Hats over big rivals the Chicago Bears Knit Hats at Soldier Field Obey Snapback Hats.

The Packers claimed Supreme Snapback Hats second straight divisional Ymcmb Snapback Hats crown as Arron Rodgers connected 47 Brand Snapback Hats with Jones NBA Knit Hats for all three of the visitors' touchdowns NFL Knit Hats, giving the wide receiver Supreme Knit Hats the first TD treble Atlanta Hawks Snapback Hats of his career.Rodgers finished Boston Celtics Snapback Hats of 36 for 291 yards Chicago Bulls Snapback Hats as Green Bay enjoyed Dallas Mavericks Snapback Hats their sixth Los Angeles Lakers Snapback Hats straight win Memphis Grizzlies Snapback Hats over the Bears New York Knicks Snapback Hats, who are now Oklahoma City Thunder Snapback in danger of missing Orlando Magic Snapback Hats out on the play-offs Boston Red Sox Snapback Hats after defeats in five Chicago White Sox Snapback Hats of their New York Yankees Snapback Hats last six outings Buffalo Bills Snapback Hats.The Houston Texans Chicago Bears Snapback Hats also claimed divisional Dallas Cowboys Snapback Hats bragging rights Denver Broncos Snapback Hats as they ensured victory Detroit Lions Snapback Hats in the AFC South Green Bay Packers Snapback Hats for the second year Houston Texans Snapback Hats in a row Miami Dolphins Snapback Hats with a 29-17 win New England Patriots Snapback Hats over the Indianapolis Colts New Orleans Saints Snapback Hats.Andre Johnson had 151 yards New York Giants Snapback Hats receiving and a touchdown Philadelphia Eagles Snapback Hats, while Bryan Braman scored Pittsburgh Steelers Snapback Hats on a blocked punt and Shayne Graham slotted five field goals as the Texans improved to 12-2.

sehr...

...süß!

cm :)

helluuu :)

 

danke fürs kompliment, solche ergüsse entstehen, wenn man sich mal im strudel dessen befindet! :p like it that you like it! :)

ich muss ehrlich zugeben,

ich muss ehrlich zugeben, dass ich solche langen blogs selten lese. aber deinen habe ich bis zum schluss durchgelesen, was also heißt, dass er toll ist! vor allem der fruchtsalat vergleich hats mir angetan :D ich mags wie du schreibst, big like!!

Login



biber Abo

 

Aktuelle Ausgabe

Fejsbuk

biber Kolumne

Wiens schärfste Kolumne!
In Ivanas Welt berichtet Ivana Martionović über ihr daily life. 

Empfehlen