Das Leben einer Fußballerbraut



Anfeuern was das Zeug hält, jedes Wochende Stunden im Freien sitzen, egal was der Wetterfrosch sagt - und das alles nur aus Liebe! Nur für euch der hautnahe Einblick ins Leben einer Fußballerbraut:

 

Sonntag, 14:00 Uhr, Wien: Der Simmeringer Sportplatz und ich sind schon dicke Freunde. Die Wärter kennen mich schon, somit bleiben mir die 5 Euro Eintritt erspart. Für den seltenen Fall, dass ein Neuer am Eingang steht, habe ich die perfekte Ausrede parat: "Ich will nur der Reserve die letzten 15 Minuten zusehen, dann bin ich wieder weg" - das reicht . Die Tatsache, dass die Ersatztruppe immer vor der Kampfmannschaft spielt, hat mir schon so manch ein Zigarettenpackerl ermöglicht.

 

Das größte Problem stelllt, wie jedes Wochenende, die Hinfahrt dar. Das Match beginnt um 14:00 Uhr, Treffpunkt ist um 12:00 Uhr. Mit nur einem Auto und einem öffentlichen Weg von ca. 55 Minuten und 5 Mal umsteigen, gibt es da ab und zu  Komplikationen. Deswegen handhabe ich das folgendermaßen: ich fahre mit ihm, schleppe Freunde und Freundinnen mit, um dann irgendwo etwas essen zu gehen und pünktlich um 13:40 dort z usein, Viertel vor, weil ich "der Reserve nur die letzten Minuten zusehen will".

 

Wenn es dann losgeht, eröffnet sich mir immer das gleiche Bild. Frauen in definitiv zu engen Jogginghosen und Mädels, aufgestylt, als würden sie gerade aus einer Diskothek kommen, sehen mich argwöhnisch an. Ich bin nämlich noch immer die Neue. Dazukommt, dass ich immer fremde Gesichter mitnehme, das ändert nicht gerade das Verhalten der Ladies. Die Fußballerbräute könnte man als Rudel Wölfe bezeichnen und wenn man ein Mitglied werden will, muss man unterwürfig dem Alphatier gegenüber sein (in meinem Fall die Frau des Leiters der Mannschaft). Das ist wahrscheinlich der Grund fürs Mustern. Man muss dazusagen, dass die meisten dort schon seit Jahren ihren Samstag oder Sonntag sausen lassen, um ihren Ehemännern/Brüdern/Geliebten/Vätern zuzusehen. Da kann ich mit meinen läppischen paar Monaten natürlich nicht mithalten. Abgesehen davon kennen sich alle. Entweder sie sind Nachbarn, Schwägerinnen, Schwestern oder haben sich am Sportplatz lieben gelernt. Nun ja. Bei den Mädels in meinem Alter kann ich mit meinen Converse und mit meiner Jeans sowieso nicht punkten und auch die Tatsache, dass ich mich mit den Fußballkollegen meines Freundes relativ gut verstehe, ist nicht vorteilhaft für mich. Konkurrenzdenken und so.

 

Während ich beim Spiel mitfiebere, sind die meisten der Damen mit ihren Chihuahuas oder Handys beschäftigt und die Hausmütter tratschen über die, die nicht dabei sind. Ab und zu rutscht mir auch ein böses Wort aus, wenn mein Fußballstar gefoult wird oder es ganz klar kein Abseits war. Ha! Wenn man Stunden über Stunden dem runden Leder zusieht, hat mans nach einer Zeit einfach drauf. Auf jeden Fall ist das noch ein Minuspunkt! Frauen kennen sich nämlich nicht aus und Frauen springen auch nicht auf, wenn die eigene Mannschaft ein Tor schießt. Man freut sich innerlich...

 

Ganz schlimm wird das Zusehen aber in den kalten Monaten. Also immer. Es ist nämlich so, dass es auf diesem Sportplatz selbst bei Sonnenschein kühl ist, der eiskalte Wind hat mich schon oft mit Kopfschmerzen beglückt. Was tut man nicht alles, um up to date zu sein und ja kein Tor zu verpassen. Es ist auch normal, Decken mitzunehmen, und mehrere Schichten zu tragen, 90 Minuten im Kalten zu sitzen, sowas haben die Nieren gar nicht gern.

 

Ab und zu diskutiert man mit einem der alten Knacker, die auch immer dabei sind und über meinen Schatz herziehen, selbst wenn es ein Fehler war, nur ich darf ihn kritisieren, nur um das klar zu stellen! Alles in allem ist es aber schön, dieses Leben einer Fußballerbraut. Lob erntet man nämlich auch, nicht nur einmal habe ich "eeee vidi momka, kako dobro igra" (schau da deinen Freund an, wie gut er spielt") zu hören bekommen, geht runter wie Butter sag ich euch! Außerdem: er liest auch all meine Blogs, man muss sich ja für die Hobbies seines Partners interessieren, nen?

 

 

P.S.: Um Missverständnisse vorzubeugen: Natürlich gibt es auch ganz normale Frauen, die zusehen. 'n bisschen Spaß muss sein!

 

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als ich das erste mal meinem

als ich das erste mal meinem freund beim match zugeschaut habe, ist er uur verlegen geworden als er mich gesehen hat und konnte sich gar nicht konzentrieren, hat er mir dann später berichtet und peinlich war es ihm auch, als er sich dann schweißnass mit mir begrüßen gekommen ist :-D später, hat er sich auch voll gefreut, wenn ich da war, hat ihm schon viel bedeutet, so einfach sinds gestrickt, die männer ;-)

wo spielt denn deiner???

wo spielt denn deiner??? welche Mannschaft!

sehr brav von dir

Finde den Blog super! Ich befinde mich meistens auf der anderen Seite der Absperrung (falls es eine gibt) und lauf dem Ball nach. Ich freu mich auch immer wenn meine Frau zuschauen kommt. Verlange jedoch nicht, dass sie es immer machen muss (besonders nicht bei Schlechtwetter). Allerdings gibts auch Frauen (aber auch Väter, Freunde, Fans) die wirklich bei jedem Spiel dabei sind, was natürlich sehr schön ist. Von diesem Menschen lebt auch der gesamte Sport.

naaa um gottes willen,

naaa um gottes willen, gezwungen werd ich eh auch nicht, ich mach das freiwillig :)

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