Der Türke mit der Waffe
Nach der Tragödie in einer St.Pöltner Schule scheint man noch immer auf der Suche nach dem Schuldigen zu sein. Wer hat die Verantwortung, dass so etwas passiert? Die Schule, die Polizei, das Jugendamt? Einige haben ihn jedoch schon gefunden, den Schuldigen. Es ist: Der Türke.
Gleich mal vorweg: Es ist ein unglaubliche Tragödie, wenn ein Ehestreit, dazu führt, dass ein Vater seinen Sohn und seine Tochter aus der Schule holt, den Sohn in den Kopf schießt, die Tochter als stille Zeugin zurücklässt und anschließend Selbstmord begeht. Das alles steht außer Frage. In diesem Blog geht es jedoch um etwas anderes; nämlich wie reagiert die Gesellschaft, wie reagieren die Medien?
Am Freitag, dem 25. April, werden die Online Medien von einer tragischen Meldung geflutet. An einer St. Pöltner Schule ist ein Blutbad geschehen. Hier ein paar Auszüge, wie Medien und LeserInnen darauf reagierten:
Einer der ersten Meldungen zu dem Fall war auf kurier.at zu sehen: „ Wahnsinnstat in St. Pölten: Ein 37-jähriger Migrant schoss in der Schule seinen Sohn, 8, nieder und richtete sich selbst.“ Migrant? Naja die sind ja alle ein bissl....ding halt. Wenig später ist im Radio zu hören „Kebapstand Besitzer schießt auf Sohn.“ Ah jetzt kommen wir der Sache schon näher. Ein Türke, wer sonst.
Man fragt sich ob, wenn es der Wirt Franz Huber, auch gesagt hätte. „Schnitzelkoch schießt auf Sohn.“ Aber na ja somit weiß man wenigstens gleich mit wem man es tun hat.
Der User „Canoking“ fragt dann auf news.at was sich viele vielleicht denken: „ Wie kommt es dass ein Türke der polizeibekannt ist an einer Pistole ?“
Also abgesehen davon, dass die deutsche Sprache wirklich eine schwere zu sein scheint, gibt der User „Shak71“ gleich die Antwort:
„ So wie es der polizeibekannte Österreicher auch schafft“.
Für Herren „Canoking“ vielleicht die Erkenntnis des Tages. Man weiß es nicht.
User „_nein“ ist da etwas anderer Meinung. Er dazu:
“ Ja, auch Österreicher begehen Verbrechen,aber trotzdem eine Frage an alle ausländerfreundlichen "Gutmenschen":
Wieso ist die Kriminalitätsrate unter Menschen mit Migrationshintergrund zig-fach höher als unter allen anderen Österreichern? Und dass das so ist, dafür gibt es genügend Statistiken die das belegen!“
Hmm.. Ja was sagen den jetzt die Gutmenschen dazu ha? Statistiken gibt es dazu- quasi Schachmatt in der Diskussion. Und die liefert gleich die Kron....ähm nein- von denen könnte man es vielleicht glauben- aber die passende Statistik liefert in diesem Fall „Die Presse“ und zwar in Bezug auf diesen Vorfall. Titel: „Neigen Türken eher zu Gewalt?“. In diesem Artikel wird eine Studie von 1998 zitiert um zu beweisen, dass sich quasi eh niemand wundern muss, dass Türken so etwas tun. Tja, da fragt sich, warum man nicht gleich alle von der Straße weg verhaftet, dann kann ja gar nichts mehr passieren.
Ps: Da lobt man sich ja fast krone.at. Zitat: Weil in den Storypostings keine sinnvolle Diskussion mehr stattgefunden hat und beleidigende, rassistische und diskriminierende Postings überhandgenommen haben, sieht sich krone.at gezwungen
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Ich wußte bis vor kurzem gar
Ich wußte bis vor kurzem gar nicht, daß die Familie türkisch war.
Ich meine, ganz ehrlich, ich war zwar überrascht, daß das eine gewöhnliche "deutschösterreichische" Familie ganz ohne Südländerhintergrand hätte sein sollen, aber in vielen Medien stand ja nichts über die völkliche Herkunft des Täters.
Allerdings sehe ich meine Vorurteile wieder einmal bestätigt, daß es sich um einen TÜRKEN handelte.
Also mal zur Begriffsklärung :
Vulkan bricht aus, Dorf wird unter den Lavamassen begraben : TRAGÖDIE.
Gestörtes Schwein tötet mit Vorsatz sein eigenes Kind : MORD.
Bei einer Tragödie gibt es Opfer, aber keine Täter.
Jedesmal, wenn wieder mal ein Mann es nicht verkraftet, dass eine Frau sich seinem Zugriff entzieht und darauf mit Ausrottung seiner Familie reagiert, steht in den Medien zu lesen :
"Familientragödie" - "Familiendrama" - "Ehedrama" - "Ehestreit" . Dadurch wird Akzeptanz dieser Taten suggeriert : der Mörder als Opfer der unglücklichen Umstände. So auch in diesem Posting.
Und der Schuldige ist nicht die Polizei, das Jugendamt oder die Schule. Der Schuldige ist tatsächlich "der Türke".
Nicht der Türke als generischer Begriff stellvertretend für sein Volk (in Österreich sind es nämlich viel öfter Österreicher, die so etwas tun), sondern diese konkrete Person. Der, der sein eigenes Kind kaltblütig ermordet hat.
Ich stimme dem, was Marian als Hauptaussage seines Posts sieht, zu : die Nationalität ist hier nicht relevant. Die Aussage in dem Teil, um den es "hier nicht geht", finde ich aber nur zum Kotzen.
Könnte hier noch viel länger weiterranten, aber Elfriede Hammerl hat es schon viel besser gemacht :
http://www.profil.at/articles/1222/567/329658/elfriede-hammerl-neulich-c...
Runterscrollen zu Punkt 2. Und ein bisschen drüber nachdenken. Gilt besonders auch für die Leute mit weiblichem Usernamen, denen der Post so gefallen hat.
sehr guter blog!
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guter blog und trauriges
guter blog und trauriges thema in mehrfacher hinsicht...
toll geschrieben, marian.
toll geschrieben, marian. gleich sharing, posting, facebooking
cooler blog marian!
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nice job dude!
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