Die äußere Erscheinung spricht auch Bände!



Ich fuhr heute mit der Ubahn zur Arbeit, wie jeden Tag. Ich begegne unterschiedlichsten Menschen, die entweder neben mir vor mir wo auch immer sitzen und stehen.

Jedes Mal kommen mir andere Gedanken, weil Menschen in mir Gefühle auslösen und ich nicht davor bewahrt bleibe über sie nachzudenken. Dann steige ich aus der Ubahn raus und vergleiche sie mit Menschen, die ich kenne und die eventuell in dieses Schema hinein passen könnten.

Ja! Ich denke viel über Menschen nach, so auch heute über einen Typen, der sich in der Ubahn vor mich hingesetzt hatte.

Sein Frisur erinnerte mich an kurz geschorene US-Marines, sein Gesicht war ganz ernst. Seine Augenlieder waren ständig nach unten gedrückt, was seinen bösen Blick erzeugte. Seine schwarze Bomberjacke machte seine Schultern noch breiter, als sie eh schon sind.
Als er Platz nahm, machten auch meine Blicke die Runde. Zuerst die Frisur, dann der Blick, dann die Jacke und schließlich seine Hände.
Auf jedem Finger außer den Daumen, hatte der Typ fette Ringe an. Seine Hände waren zu Fäusten geballt, dass ich nicht anders konnte, als mir vorzustellen, wie viele Fressen er mit diesen Ringen poliert hat.
Ja! Ich war voreingenommen. Kurz daran gedacht, dass ich falsch liege und er doch der Engel auf Erden sein könnte. Aber das Äußere sagte etwas anderes.

Ich verglich ihn mit einem stinknormalen Bobo, wie er leibt und lebt. Im Vergleich signalisierte dieser Mann gegenüber die Gefahr in Person. Allein sein Äußeres sprach für mich Bände, wo ich ihn in Situationen sah, wie er wohl in Konfliktsituation reagieren würde. Ein Bobo hingegen harmlos. Meidet Konflikte mit Fäusten und will alles ausdiskutieren.

 

Aus der Ubahn heraus fing ich an nachzudenken, wie Menschen werden, wie sie werden. Warum sich ihre Stile entwickeln und sie diese eventuell als Schutz nach außen tragen. Der Typ würde wahrscheinlich selten eine Krawatte anziehen. Seine Ringe trägt er wahrscheinlich fast jeden Tag. Andere wieder rum sehen so harmlos aus.

 

Wie Stile den eigenen Charakter unterstreichen können. A Wohnsinn.

Ich stell mir gerade vor, wie „Fetzweiber“ aussehen. Auffällig geschminkt, die Haare geglättet im Vergleich zum „braven Mädl“ mit Pferdeschwanz und einem Strickjäckchen.
Das Fetzweib schreit gerade in meinen Gedanken: „Herst du bitch, was is mit du. Ich polier dir gleich die Fresse!“
Die Aussage passt irgendwie nicht zu dem Mädl mit der Strickjacke. Seltsam!

 

Wie sind Emos? Wie sind Gruftis? Wie Punks?

Was sagt das Äußere über Menschen aus. Warum verstecken wir uns hinter Kleidern und Stilen?

 

Warum ließ ich mir meine langen blonden Haare zu einem Irokesen rasieren?
Natürlich wurde ich danach anders wahrgenommen, obwohl ich der gleiche Mensch war, ...nur weil mein Äußeres anders ist.
Aber das hatte ich und habe ich selbst zu verantworten.

 

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