Die altbekannte soziale Frage



 

Jeder kennt den berühmten Geschäftsmann, der im Seidenanzug mit seinem Bentley durch Wiens Nobelstraßen fährt, dem eine Villa in Döbling gehört und der ständig nur am Überlegen ist, auf welche Insel er als nächstes Party machen soll. Seinen Gegensatz stellt Michael dar. Er ist nämlich obdachlos und schlendert besonders am Wiener Westbahnhof hin und her. Michael ernährt sich von Essensresten der Bevölkerung, schläft auf Sitzbänken oder gar unter Brücken und bettelt um einige  Euros, damit er sich mit diesen eine weitere Dose „Ottakringer“- Bier kaufen kann. Zwischen dem wohlhabenden Millionär und dem Obdachlosen befindet sich eine tiefe Kluft, denn der eine repräsentiert den Reichtum und der andere lediglich die Armut. Dennoch haben die beiden etwas gemeinsam: Sie leben nämlich in der gleichen Stadt.

„Dir geht es hier sehr gut, meine Enkelin. Du hast alles, was dein Herz begehrt. Bei uns im Dorf hatten wir keinen Fernseher und mussten jeden Tag vier Kilometer zur Schule latschen, um etwas lernen zu können. Hier in Österreich werden die Kinder verwöhnt!“, lautete wieder einmal die Aussage meines Großvaters. Wenn man bereits den Begriff Öster-reich hört, steigen die Erwartungen ins Unendliche hinauf.  Zunächst einmal  stellt man sich Bäume vor, von denen man das Geld einfach abpflücken kann und Wasserhähne, von denen das flüssige Gold unentwegt herausfließt. Nicht zu vergessen die prachtvollen Schlösser und Villen, die das Land zu dem machen, was es ist.

Ganz so schön sieht es in der Realität allerdings nicht aus. Ich sitze oftmals in der Wiener U-Bahn und blicke um mich herum. Manchen Menschen sind der Hunger und der Kampf um das Überleben, wie ins Gesicht geschrieben. Sie arbeiten auf Baustellen oder sind Küchengehilfen und versuchen auf diese Weise das tägliche Brot nach Hause zu bringen. Aber wenn man sie fragt, ob sie zufrieden mit ihrem Leben sind, bekommt man dennoch immer ein: „Gott sei Dank!“, zu hören. Dies beweist mir persönlich, dass all diese immer noch Hoffnung haben und glücklich darüber sind, hier in Österreich leben zu dürfen. Nämlich in einem Land, in dem die Armut nicht die Oberhand gewonnen hat. Denn während wir uns hier die Köpfe damit zerbrechen, ob wir das neue I-Phone 5 oder doch lieber das Samsung Galaxy SIII kaufen sollten,  berichten die Nachrichten von weit mehr als hunderttausend Tote und Millionen zerstörter Existenzen auf zahllosen Inseln. Nicht anders geht es den Kindern der afrikanischen Staaten, diese sind froh, wenn sie überhaupt einen Schluck Wasser in den Magen bekommen. Jedes Mal auf das Neue ergreifen mich die Fotos, die oftmals über die sozialen Netzwerke veröffentlicht werden. Ein Jedermann kennt dieses eine Bild, auf dem ein afro-amerikanisches Kind mit einem unschuldigen Blick dargestellt ist, von dem man die Knochen auf seiner nackten Haut abzählen kann. Genau das ist dann wieder ein Moment, in dem mich die Realität einholt und ich ernsthaft beginne mir Gedanken über die Welt zu machen. Dabei begleitet mich jedes Mal insbesondere nur eine Frage: Was sind die Ursachen für eine derart ausgeprägte Armut? Umso mehr ich mich bemühe die Lösung auf diese Frage zu finden, tauche ich immer mehr in ein schwarzes tiefes Loch hinein und mich umgibt ein ganz unangenehmes  Schuldgefühl.

 

Leider hat es auf dieser Welt gar nicht den Anschein, als würde sich die Lage verbessern,  denn wie soll etwas wirksam bekämpft werden, wenn die Ursachen nicht bekannt sind? Man stelle sich einen Arzt vor, der eine Krankheit behandeln soll, dessen Ursache er gar nicht kennt. Er kann diese Krankheit nicht heilen, sondern nur die sichtbaren Beschwerden behandeln. Das Ergebnis ist, dass die Krankheit nicht geheilt wird, sondern nur die Beschwerden gelindert werden.

 

Daher ist ins besonders zu betonen, dass es vor allem  unsere Aufgabe ist, die untere Schichte nicht fallen zu lassen und so gut wie möglich, darauf zu achten, dass eine bestimmte Verteilungsgerechtigkeit herrscht. Wir sollten aufhören mit verschlossenen Augen durch die Welt zu gehen und ständig nur an unsere Bedürfnisse zu denken, denn wie sagt man so schön: „Geteiltes Leid ist halbes Leid!“ Deshalb lasst uns endlich teilen!

 

 

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Schön geschrieben! :) Und die

Schön geschrieben! :)

Und die Ursache für die Missstände ist schon bekannt: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier" - Gandhi. 

sehr schön geschrieben, toll

sehr schön geschrieben, toll dass du wieder einmal gebloggt hast diren :)

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Ich finde auch, dass du sehr viel Wahres ansprichst!

Toll geschrieben! Traurige

Toll geschrieben! Traurige Wahrheit :(

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