Die letzte Tasmanierin



Wie es der Zufall so will, googelte ich nach Ländern, deren geographische Lage mir weniger bekannt ist und landete in Tasmanien.

Das bringt einen dazu mehr über dieses Land zu lesen. Und so stieß ich auf die traurige Geschichte der Tasmanier, die es als Ureinwohner Tasmaniens nicht mehr gibt. Die Tasmanier gehören zu den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens.

Nach Schätzungen des Australian Bureau of Statistics sank die Bevölkerung der Aborigines von den ursprünglich 300.000 bis 1 Million bis zum Jahr 1920 auf 60.000. Der größere Teil der Aborigines starb an eingeschleppten Krankheiten der Weißen:

So hat 1789 eine Pocken-Epidemie vermutlich mehr als 50 % des Darug-Stammes getötet, da sie Kontakt zu den Siedlern hatten. Nach Schätzungen starben bei gewaltsamen Auseinandersetzungen 3.000 Siedler und 20.000 Aborigines:

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert kam es zu vielen, zum Teil tödlichen Auseinandersetzungen und einer Welle von Massakern an Aborigines, wie zum Beispiel dem Myrall-Creek-Massaker oder dem Cape-Grim-Massaker, an denen in einigen Fällen auch der Native-Police-Corps teilnahm, eine Polizeitruppe, die hauptsächlich aus Aborigines bestand.

Auslöser von Konflikten war zumeist der Zugang zu Nahrungsquellen: Da Schafe und Rinder der Siedler, Wasserlöcher und Grasland  der Aborigines zerstörten, verloren Aborigines ihre Lebensgrundlage und begannen statt dessen das Vieh der Siedler zu jagen, um sich zu ernähren. Hinzu kam, dass Aborigines etwas wie Landbesitz nicht kennen.  Sie verstehen sich vielmehr als Bewahrer des Landes, das sie pflegen und hüten, dem sie aber auch entnehmen können was sie brauchen, solange es dadurch nicht gefährdet wird.

 

DIE TASMANIER

Bei der Ankunft der Europäer im Jahr 1802 gab es wahrscheinlich etwa 5000 Tasmanier. 1804 wurde es von den Engländern als Strafkolonie gegründet. Die dort ansässigen Tasmanier wurden getötet oder vertrieben. Walfänger verschleppten Frauen und  Mädchen, um sie auf ihren Schiffen zu vergewaltigen. Eingeschleppte Krankheiten (Grippe, Masern, Pocken) verringergen die Anzahl der Tasmanier, denen eine Immunisierung fehlte, zusätzlich.

In Folge der zunehmenden Kolonialisierung und landwirtschaftlichen Nutzung ihres Landes wurden die Tasmanier in die unfruchtbarsten  Regionen Tasmaniens verdrängt, während die Neuankömmlinge die fruchtbaren und reichen Landschaften in Besitz nahmen. Der Kultur der Tasmanier war damit die Lebensgrundlage entzogen. Eine wie auch immer geartete Integration in die Kultur der Kolonisten fand nicht statt.

Die Tasmanier wehrten sich im so genannten BLACK WAR  von 1824–1831 , konnten aber aufgrund ihrer geringeren Zahl den materiell und zahlenmäßig überlegenen Engländern nicht standhalten.

1830 gab es nur noch etwa 300 Tasmanier. Am Ende der sogenannten „friendly mission“ durch GEORGE AUGUSTUS ROBBINSON wurde der Plan einer Deportation der Tasmanier WYBALLENA auf FLINDERS ISLAND >>>> ( A ) , eine Tasmanien vorgelagerte Insel, umgesetzt.

Dort kamen lediglich 220 an. Die anderen waren auf dem Transport verstorben. Sie hatten sich einer europäischen Lebensweise zu unterwerfen und wurden christianisiert, gingen aber mehrheitlich an Depressionen, Alkoholismus und Krankheiten zugrunde. 1847 lebten dort nur mehr 47 Tasmanier.  1869 starb mit William Lanne der letzte "reinrassige" Tasmanier, und 1905 mit  Fanny Cochrane Smith, die letzte "reine" Tasmanierin.

WILLIAM LANE                                                                                                                                          Fanny Cochrane Smith

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die tasmanische Sprache starb mit der Kultur der Tasmanier aus. Die letzte Sprecherin war Fanny Cochrane Smith. Smith war sich ihrer Bedeutung als letzte Sprecherin des Tasmanischen und "Hüterin" der tasmanischen Kultur sehr bewusst. 1899 nahm sie zwei Wachszylinder mit tasmanischen Liedern auf, die die einzigen muttersprachlichen Dokumente der tasmanischen Sprache und Musik darstellen.

Ein Großteil der heutigen Aborigines Tasmaniens sind Nachkommen von Fanny Cochrane Smith, die mit ihrem "ENGLISCHEN" Mann 11 Kinder hatte. Sie und Dolly Dalrymple, auch eine der letzten Tasmanierinnen, die 13 Kinder zur Welt brachte, werden vom Tasmanian Aboriginal Centre als die entscheidende Verwandtschaftslinie der heute lebenden Tasmanier betrachtet.

Besonders bekannt als eine der letzten Tasmanierinnen ist TRUGANINI.
Sie war die Frau von William Lane. Er wurde ihr dritter Ehemann.

Truganini wurde während eines Aufruhrs um 1812 in der Bruny Island-D’Entrecasteaux Channel Area von Tasmanien geboren.

Ihr Vater war ein Stammesältester des südöstlichen Stammes in Tasmanien.

Als Truganini 17 Jahre alt war wurde ihre Mutter von Walfängern getötet, ihre Schwester von Robbenfängern entführt und erschossen und ihr zukünftiger Mann von Holzfällern getötet. Sie hakten ihm die Hände ab und warfen ihn ins Wasser. Er ertrank.  Truganini selbst wurde vergewaltigt.

Auch Truganini sah anfangs die Übersiedlung (Deportation) ihres Volkes nach FLINDERS ISLAND  als Rettung.

Stattdessen wurde die Insel ein Gefängnis. Viele wurden krank und starben. So lebten 1836 nur noch 240 Eingeborene auf Flinders Island.

Am 8. Mai 1876, neun Jahre nach ihrem letzten Ehemann, starb Truganini. Nicht unbeachtet und auch nicht in aller Stille, wie die britische Administration wohl gehofft hatte.

 

Ihr einziger Wunsch auf dem Totenbett war, nicht zerschnitten zu werden. Doch die Achtung vor dem letzten Willen einer Aborigine war wohl nicht das Ding der Briten. 1878 wurde Truganini exhumiert.

 

 

 

Die letzten drei Tasmanier erregten 1869 groteskerweise das Interesse von Wissenschaftlern, die nach einem Bindeglied zwischen Mensch und Affen suchten. Deshalb kam man auch dem lezten Willen von Truganini nicht nach, weil sie eine der letzten drei Tasmanier war.

 

Das Skelett war bis 1947 im Museum der Royal Society in Hobart in einer Vitrine ausgestellt. Der zunehmende Widerstand unter der schwarzen und weißen Bevölkerung veranlasste die Regierung dann doch, einer Feuerbestattung am 30. April 1976 zuzustimmen. Die Asche der letzten echten Tasmanierin wurde kurz vor ihrem hundertsten Todestag von einem Schiff der Marine nahe Bruni Island, wo sie geboren wurde, ins Meer gestreut.

 

 

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ich kenn nur taz den tasmanischer teufel

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