Die Pfarrer wollen Reformen
Dienstag ist für mich immer kreuz&quer-Abend.
Gestern wieder das heiße Thema Kirche in Verbindung mit dem sexuellen Missbrauch.
Keine Frage. Das bedeutet Krise für die Kirche. Kirchenaustritte, Misstrauen und viele Menschen, die die Schnauze voll haben.
Daneben gibt es aber viele unzufriedene Priester, die mit der Situation nur schwer umgehen können.
An ihnen, wenn sie unschuldig sind, klebt die Schuld der Schuldigen, weil sie den gleichen Vorurteilen ausgesetzt sind.
Was die Kirchenobrigkeiten nicht anerkennen wollen, ist in den unteren Reihen des Priesterberufes schon längst eingetreten. DIE REFORM.
Sie wird nicht anerkannt, aber gelebt.
Priester in geheimen Partnerschaften, hetero- als auch homosexuell. Priester, die sich im 21. Jahrhundert durchaus auch Frauen in der Priesterkutte vorstellen können. Das alles passiert. In den Köpfen der Menschen, als auch der Priester. Nur von den Dogmenhütern wird es nicht offiziell ausgesprochen und natürlich totgeschwiegen.
Genau darum handelte auch die Diskussionsrunde in kreuz& quer. Wieder mal die typischen Gäste.
Theologe, Dogmatikerin, ein Verfechter des Katholizismus und ein reformbegeisterter Pfarrer, der schon längst erkannt hat, dass Zeit wird für Veränderungen. Dieser Pfarrer ist auch der Leiter der Pfarrerinitiative. Helmut Schüller heißt er.
Und da wurde ich hellhörig. Der Typ war echt ehrlich.
Kurz gesagt meinte er: „Die werden nix für uns ändern. Eine Reform wird es nicht geben. Die wird schon längst gelebt. Nur im Geheimen.
Da saß also ein Pfarrer, der endlich offen aussprach, was wir uns alle denken.
Durch die Blume gesagt:
Priester haben Sex, Priester verlieben sich, unter den Priestern gibt es genau so schlechte Menschen, die Verbrechen verüben.
Die Priesterinitiative kämpt darum, dass die von ganz oben im Vatikan endlich kapieren, wie schwer es Pfarrer heutzutage haben. Mit Vorurteilen, mit idiotischen Verboten, die in dieser Zeit nicht mehr gehen. Und vor allem mit der Nicht-Gleichstellung der Frau. Vor allem mit der Bibel könnens den Leuten nicht mehr kommen. Siehe Kirchenaustritte und das Weglaufen der Schäfchen.
So rennen Pfarrer von Gemeinde zu Gemeinde und spielen die Seelsorger für die, die noch geblieben sind. Und Herr Pfoarrer wean, woin a nimma vüle!
Die Pfarrerinitiative hat auch ne Homepage. Und ein SEHR INTERESSANTES FORUM!
Viele wollen Veränderungen. Nur wird man nicht auf sie hören.
Schaut mal rein! Zur Initiative von Pfarrern, die eine Veränderung wollen.
APPELL :
Die Laieninitiative appelliert an die österreichischen Bischöfe, im Bereich ihrer Kompetenz selbständig Reformschritte zu setzen und bei der Leitung der Weltkirche in Rom auf Reformen zu drängen, um dem immer drückender werdenden Mangel an geeigneten Priestern und dem damit eintretenden Seelsorgenotstand zu begegnen. Sie hält zu diesem Zweck insbesondere folgende Schritte für notwendig:
- Die wegen einer Eheschließung aus dem Amt entfernten Priester möglichst bald zu reaktivieren
- den Pflichtzölibat der Priester abzuschaffen,
- die Weihe von Frauen zu Diakoninnen zu ermöglichen sowie
- vorzusehen, dass die Bischöfe geeignete Personen („viri probati“ – besonders Diakone, aber auch andere) durch Weihe und Beauftragung zur Durchführung sakramentaler Handlungen (Leitung der Eucharistiefeier, Spenden der Krankensalbung usw.) ermächtigen.
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