Ein Arabesk-Rapper vom Feinsten. oder: 3 Minuten mit Rapper Mudi

von Mona Shama 

Mudi ist der Rapper der Liebe und wärmt die Herzen seiner Fans vor allem mit seinem neuen Album „Sta2tilik“. Demnächst geht er auf Tour und kommt am 14.10. nach Wien ins Flex.

biber: Wie hat dein Vater darauf reagiert, dass du Rapper werden möchtest?

Mudi: Er hat das anfangs eigentlich gar nicht mitbekommen. Jetzt kriegt er es richtig mit. Er wusste immer, dass ich Musik liebe und Musik mache, alles drum und dran, aber es hat ihn nicht wirklich interessiert. Ihm war immer die Schule wichtig. Vor ungefähr zwei Jahren kam mein erstes Album raus. Selbst da meinte er noch: „Ne, du machst deine Schule fertig!“ Aber jetzt, wo er einsieht, was für eine Arbeit ich hier leiste, akzeptiert er es und ist auch ziemlich stolz.

Das kann er ruhig sein, denn du bist ziemlich erfolgreich und hast auch schon deine Tour gestartet.

Ja, im Oktober fängt sie an, aber wir haben schon mit dem Vorverkauf begonnen. Also schnell zugreifen!

Du bist in nächster Zeit sehr viel unterwegs. Magst du nicht auch mal zurück in die Heimat?

Ganz ehrlich, ich weiß gar nicht wirklich, wo meine Heimat ist. Mein Vater ist Kurde und meine Mutter Libanesin. Seitdem meine Oma aus dem Libanon gestorben ist, ist dieses Heimatgefühl für mich weg. Ich finde einfach keinen Bezug mehr zu diesem Land. Mit ihrem Tod ist die ganze Kindheit und alles andere mitgestorben. Ich glaube Deutschland ist für mich mehr Heimat als Libanon.

Du sagst oft „Sta2tilik“ auf deinem neuen Album. Manche Fans verstehen das Wort aber nicht und können es nicht aussprechen. Erklär uns mal, was dieser Zweier mitten im Wort bedeutet?

Das Wort selbst bedeutet „Ich vermisse dich“. Was den Zweier angeht: Manchmal sieht man im „arabischen Deutsch“ Nummern. 2, 3, 5 sind alles arabische Laute, die es im Deutschen nicht gibt. Deutsche können das einfach nicht aussprechen.

Du beschreibst dich als Arabesk*-Rapper und bist kein typischer Gangster-Rapper. Spiegelt sich dein Liebesleben in deinen Alben wieder?

Nein, gar nicht. Die meisten Lieder handeln von Menschen, mit denen ich eng verbunden bin. Zum Beispiel „Verliebt, Verlobt, Verheiratet“ habe ich auch für einen Freund geschrieben, der seiner Freundin vor einem Monat einen Antrag gemacht hat. Eigentlich handelt kein Liebeslied von mir.

*Arabesk ist sehr emotionale orientalische Musik

Wer ist dann „die Frau aus dem Libanon“, die du besingst. Existiert sie?

Natürlich existiert sie, es ist halt eine Frau aus dem Orient, die gibt es sicher (lacht). Sagen wir es so: Wenn Gott so will, existiert sie bald.

Wie sieht denn deine Traumfrau aus?

Ich mag brünette Frauen am liebsten. Aber für mich ist an erster Stelle nur eine Sache: der Glaube. Ich meine nicht, dass sie strenggläubig sein soll, aber ich möchte, dass die Frau, die ich eines Tages heirate, ihre Religion kennt. Also den Islam. Das ist mir wichtiger, als dass sie ein Kopftuch trägt. Meine Traumfrau macht der Charakter hübsch. Nicht nur Frauen, der Charakter macht allgemein einen Menschen schön und nicht sein Aussehen.

Name: Mahmoud Mohamed Mudi

Alter: 24

Wurzeln: halb Libanese, halb Kurde

Hasst: Tomaten, meint sie schmecken nach Wasser

Liebt: die türkische Serie „Ertuğrul“ über den Clanführer und Vater von Osman l

 

 

 

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