Ein ganzes Dorf lacht nicht über Borat



Man stelle sich vor.
In dein Dorf kommt ein amerikanisches Fernsehteam und erzählt rum, dass es eine Doku drehen will. Und die Bewohner des Dorfes machen unwissend als Statisten mit. Dir wird gesagt, dass du winken sollst, dass du deiner täglichen Arbeit nachgehen sollst und dass über dein Dorf im weiten Amerika berichtet wird.

 

Genau das hat Sasha Baron Cohen mit seinem Fernsehteam gemacht. Er ging in das rumänische Dorf Glod ( auf deutsch „Schlamm) und drehte seinen Film „Borat“ unter dem Vorwand einer Doku. Stolz folgten ihm die Dorfbewohner und wurden zu lächerlich gemachten Statisten seines weltweiten Kinohits, mit denen er Millionen Gewinn machte. Sie bekamen 3 Euro für ihre „Hilfe“.

Wir dachten, dass Sasha Baron Cohen in einem kasachischen Dorf war, da er den kasachischen Journalisten spielte, der nach Amerika reiste, um Pamela Anderson zu treffen. Nichts davon entspricht der Wahrheit. Er drehte in Rumänien und brachte ein ganzes Dorf dazu, dass ihnen das Lachen vergangen ist.

Als sie den Film zu sehen bekamen, erfuhren sie, dass sie als kasachisches Dorf dargestellt wurden.
Die blonde Frau, die lächelnd in die Kamera winkte und einen goldenen Pokal hoch hielt, wurde als vierterfolgreichste Dorfprostituierte gefeiert. Der Mann, dem gesagt wurde, er solle seiner Schweißarbeit nachgehen, wurde als Engelmacher des Dorfes präsentiert.

Dabei steckt hinter den ahnungslosen Menschen ganz was anderes. Arme Menschen, die hintergangen worden sind.

Dass ein Dorf nicht lacht, zeigt die folgende Doku. (In ganzer Länge auf tubeload)

Der Beschiss von Sasha Baron Cohen wurde auch von vielen als das große Geschäft gesehen. Zahlreiche Journalisten begaben sich in das Dorf, um die Dorfbewohner zu filmen. Anwälte überredeten die Leute Klage gegen die Filmfirma zu erheben und versprachen ihnen Millionen.
Schließlich ging es soweit, dass der Besitzer des Lebensmittelgeschäfts im Dorf mit seinem Vater nach London flog, um die Klageschrift zu unterschreiben. Sein Vater war nämlich als Engelmacher dargestellt worden und kämpfte um Gerechtigkeit. Von der Klage in Millionenhöhe erhofften sie sich finanzielle Verbesserung für das Dorf.
Aus der Klage wurde nichts. Die Leute wurden heimgeschickt. Und am Ende kamen immer weniger Leute in den Laden von diesem Mann, weil sie ihm unterstellt haben, das ganze Geld für sich eingenommen zu haben.

Paar kurze Szenen im Borat-Film, paar Winke-Winke in die Kamera, und schon kann es passieren, dass paar Menschenleben negativ beeinflusst wurden.

 

Hier noch einmal die Teile auf youtube:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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