Es war einmal... auf Türkisch



Märchen wie Schneewittchen oder Aschenputtel kennt doch schon wirklich jeder. Aber was ist mit türkischen Märchen? Ein kleiner Auszug und ein lustiges Hörspiel erwartet euch, wenn ihr auf diesen Blog klickt! Check it out, voll krass Alter!

Und die ganz Schlauen unter euch, erzählen dann auch noch ein Märchen, nicht wahr?

 

Es war einmal…

 

Schneewittchen, die von ihrer Stiefmutter vergiftet wurde

Hänsel und Gretel, die von der Hexe im Ofen verbrannt werden sollten

Rotkäppchen, die der Wolf fressen wollte

Dornröschen, die fast nicht mehr aus dem Tiefschlaf geweckt werden konnte

Rapunzel, die in einem Turm eingesperrt wurde

Aschenputtel, die von ihren Stiefschwestern und Stiefmutter gegeiselt wurde

 

…aber alle trotzdem glücklich bis ans Ende ihrer Tage weiterlebten. Außer die Bösen halt.

 

Die Gebrüder Grimm reisten durch die Länder, um Überlieferungen zu sammeln und verschriftlichen. Ursprünglich waren die Märchen noch weniger kindgerecht als heute. Die Autoren ließen christliche und moralische Werte einfließen und verwandelten beispielsweise eine normale Mutter in eine Stiefmutter. Wer kennt diese Erzählungen nicht? Spätestens nachdem sich Walt Disney ihrer angenommen hatte, sind sie aus keiner Kindheit mehr wegzudenken.

 

Doch was ist mit türkischen Märchen? Ich begab mich auf die Suche im World Wide Web. Eines der bekanntesten ist wohl „Das Töpfchen“.

Es erzählt von einem Mädchen, das mit seiner Mutter in Armut lebt. Sie tauschen am Markt ihr selbst gesponnenes Garn gegen Brot ein. Eines Tages beschließt das Mädchen aber statt Nahrung einen Topf zu kaufen. Die Mutter schimpft mit dem Mädchen und schmeißt den Topf auf die Straße. Eine Frau entdeckt das Töpfchen, nimmt es mit und kocht damit. In einer unbeobachteten Minute streckt das Töpfchen seine Beine aus und läuft zurück zum Mädchen, um ihm das Essen zu bringen. Danach wird es wieder auf die Straße geworfen. Die nächste Frau, die das Töpfchen mitnimmt, verwendet es als Schmuckkasten. Das Töpfchen läuft wieder direkt zum Mädchen zurück. Nachdem sich das Mädchen mit dem Inhalt beschmückt hat, wirft es das Töpfchen erneut auf die Straße. Ein Prinz findet es als Nächster, und kaum dass er sich versieht, verschwindet er selbst in dem Topf. Das Mädchen nimmt den Deckel ab und sieht den Prinz heraussteigen. Sie verlieben sich und heiraten. Das Töpfchen hat seine Aufgabe erledigt und wird fortan nie wieder auf die Straße geworfen.

 

Hääääääh?? Genau das hab ich mir auch gedacht. Türkische Märchen haben scheinbar eine andere Botschaft als die der Grimms. In vielen bekommen nämlich die dreistesten Figuren das Gold und die Geschenke. Für mich noch nicht ganz nachvollziehbar. In einer Beschreibung wird „Das Töpfchen“ beispielsweise so erklärt, dass nicht das Mädchen lernt, sondern das Töpfchen sich einfach so lange anstrengt, bis es das Mädchen befriedigt hat. Mhhmmmm. Bin noch immer nicht schlauer geworden.

Was ich aber mit Sicherheit an euch weitergeben kann ist der typische Anfang und das typische Ende eines türkischen Märchens:

 

Es war einmal, und es war einmal nicht…

….

Sie haben ihr Ziel erreicht.

 

Haha, klingt wie ein Navi. Soll also bedeuten: Ich erzähl dir was, aber es ist nie passiert. Und am Ende gibt´s ein Ende. Fertig. Basta.

 

Der MonoVerlag, einer der wenigen Hörbuchverlage in Österreich, wollen ein Hörspiel mit türkischen Märchen kreieren. Jetzt fragen wir euch: Welche sollen erzählt werden und warum? Wenn alles glatt läuft, wird vielleicht genau dein Märchenvorschlag im Rahmen „Der langen Nacht der Museen“ vorgetragen. Also nur raus und her damit!

 

P.S.: Dieser Link verzeichnet eine ganze Sammlung an türkischen Märchen. Außerdem habe ich mich gleich selbst im Hörspiel versucht. Hört selbst in den angehängten Audiodateien; sie enthalten meinen persönlichen Fundus an deutschen Märchen auf „Türkisch“ aus dem Internet. Bitte nicht persönlich nehmen ;) Ich hab mich recht amüsiert.

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murat und aische.ogg393.02 KB
rotkppchen.ogg472.82 KB
schneewittchen.ogg294.04 KB
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