EXIT made my heart come home



Jelena hat zwei Karten für das Exit Festival gewonnen und war davon so begeistert, dass sie den BESTEN FESTIVALREPORT der Welt geschrieben hat! ;)  Ich übertreibe nicht! Lest selbst:

EXIT made my heart come home...

Die Karten vom Biber für diesjähriges EXIT Festival das in Novi Sad jedes Jahr im Juli stattfindet, erreichten mich völlig überraschend. Ich hatte zuvor meine glückliche Loser Geschichte and die Redaktion geschickt in der Hoffnung dass ich eeendlich dieses Jahr hin kann, doch zwei Tage vor Festivalbeginn hieß es zwei andere hätten das glückliche Los gezogen und nicht ich. Es war ein trüber Tag für mich und dazu schaute auch mein Geldbeutel trüb, der nur knapp was für den Urlaub übrig hatte. NIX MIT EXIT dieses Jahr.

Am selben Tag kam es aber nochmal ganz anders. Es geschah das Unmögliche. Ich bekam von der Biber Redaktion eine Mail das sich einer der beiden Gewinner in Luft aufgelöst hat und nicht mehr aufzutreiben ist und deswegen auch die spontane Frage ob ich denn zwei Karten für das Festival will. Meine erste Antwort (wobei ich Angst hatte das ich zu spät antworte und die schon jemanden dritten gefunden haben) war einfach nur ein lautes JAAAAAAAAAAAAAAAAAA. Leute in der U-Bahn haben mich sicher auch hören können wie ich das schrie. Und da fing meine Reise zum EXIT Festival an.

Schon zwei Tage später saß ich mit meinem Liebsten und den Karten im überfüllten Bus nach Novi Sad. Ein Mix aus bunten Party People von überall versus Retro Granny Style vom Balkan (und ihr wisst was das heißt!) war die explosive Mischung die bis nach Novi Sad gereicht hat um uns nicht aus dem Lachen zu bringen. International spin crown meets Balkan Culture oder um es mit den Worten zweier älteren Damen zu fassen:

Oma A - Wenn ich gewusst hätte dass heute dieses EXIT beginnt, wäre ich nie in meinem Leben heute losgefahren.

Oma B – Exit??? Was ist das?

Oma A – Das ist diese Burg wo sich die ganzen Verrückten der Welt versammeln und kiffen!

Oma B – Ach soooo, na dann wäre ich auch sicher nicht losgefahren!

Mein Freund – Wir sagen keiner Seele dass wir auch zum EXIT fahren, verstanden?!

Und obwohl die beiden Omis einen der größten Fehler ihres Reiselebens begangen haben, gab es im Bus dann gratis Kaffee, Euroblok Schokolade (Ex-Yugos werden das gute Stück Gold ziemlich gut kennen), Coca Cola und das alles mit unglaublicher musikalischer Untermalung. Nein es lief kein Turbo Folk! Ich fühlte mich wie in einer Zeitmaschine, aber auf dem Weg in die Vergangenheit, irgendwie nach hinten fahrend... Nach Medleys von Abba, Beatles, Bee Gees, Vaya con Dios und Co, nach einer längeren Pause im Restaurant Europa welches mitten im niergendwo liegt und wo man ausschließlich gelangen kann wenn man einen langen, staubigen und steinigen Weg entlang fährt und dann doch noch extra 30 Cent für die Toilette zahlen muß obwohl man auf dem weiten Kornfeld die Nummer Eins (wenn nicht die Nummer 2 auch) ebenso erledigen könnte hieß es: Wir sind da! Von der Haltestelle ging es in zu Freunden – essen-duschen-powernap und los gings! EXIT2011 kann beginnen!

 

DAY 1 (der eigentlich schon im Bus angefangen hat und sicher einer der längeren sein wird)

Der erste Abend verlief auf der Suche nach TOKEN MONEY welches man für bares Geld bekommt und später dann in alkoholische Getränke umgewandelt wird, aber auch auf der Orientation wo jetzt welche Bühne war. Es verlief auch in der Gewöhnung an die bunte bebende Masse, an die Musik und überhaupt an den Gedanken: Hey ich bin wirklich hier und jetzt!

Ein Blick auf den Plan und die Timeline vom EXIT warf die große Frage auf wie ich alle wichtigen Bands des Abends sehen kann und die kurz darauf folgende Antowort folgte auch zugleich – garnicht. Also machten wir das einzig wahre und für uns richtige, wir holten uns ein Bier und stoßen an! Feuerwerk sieht doch viel besser aus mit etwas relaxierendem in der Hand. Und der ganze Stress wie wir alle Bands wohl spielen hören werden löste sich auch langsam aber sicher auf. Und so blieben wir bis 6h in der früh und hatten romatische Gefühle bei BEIRUT, Bewunderung für PULP, ziemlich viel Hüftbewegung bei MAGNETIC MAN und einfach gaaarkeinen Kopf mehr bei Deadmau5. Die EXIT Dance Arena feierte in diesem Jahr ihr 10jähriges Jubiläum das sich hören & sehen lassen kann. Tausende von Menschen die man in einer Burgbucht sehen konnte, in diverse Farbenlichter getaucht und im Rhytmus der Musik bebend. Da hüpft auch das Herz gleich mit. Zum Schluss des Morgens küsste ich eine Maus. Ja, es war zum Glück eine lebendige Maus (um euch zu beruhigen) und ging von der Burg müde und zugleich unbeschreiblich glückselig.

DAY 2

Der zweite Tag hat für uns schlafende Mäuse ziemlich spät angefangen, ging aber umso verückter weiter. Wir wurden zu Freunden eingeladen auf einen GinTonic Abend wo ich mir fest vorgenommen hatte für jeden aus der BIBER Redaktion was zu trinken. Und ich stelle mir vor, dass da ziemlich viele sind und ich auf keinen Fall jemanden von Ihnen enttäuschen kann. Resultat: ich als eine hyperaktive Manifestation und sehr laute Person und meine Fersen die wort-wörtlich so sehr gebrennt haben und heiß waren, dass ich auf der Brücke vor der dem EXIT Tempel einfach ein halbes Liter Wasser in meine Sneakers schüttete. Und das war ein Lacher schlechthin aber auch meine Rettung vor „in Flammen aufgehen“. Die peinlichen Details mit den vorbeigehenden EXIT-Besuchern erspare ich euch an dieser Stelle, da sie noch zwei Tage lang zensuriert werden müssen. Rechtzeitig zum Auftritt von M.I.A. waren ich und meine GinTonics Crew auf der Burg und sprangen wie eine Gruppe verrückter Hühner hin und her. Aus dem Publikum wurden in einem Moment über 50 Leute auf die Bühne geholt zu welchen ich auch ich gehören wollte aber die Masse und meine Gintonics haben mich nicht gehen lassen in dieser hyperaktiven Verrücktheit. Na dann hat M.I.A. Pech gehabt, dachte ich mir und rannte zum HAPPY NOVI SAD STAGE wo ich auf magische Art und Weise in den Backstage Bereich gelang, ein gelbes Armband bekam und noch mehr Alkohol trank (aber nur wegen den restlichen BIBER Mitarbeiter). Danach kann ich mich leider nur an einen Hot Dog erinnnern, der mir das Leben rettete, an den Loud&Queer Stage mit einem atemberaubendem Blick über die ganze Stadt und an den gekochten KUKURUZ auf dem Weg nach Hause. Ich glaube er hat mir auch das Leben gerettet.

 

DAY 3

Am Tag drei dachte ich mir zuerst, dass ich nie wieder was trinken werde und habe gebetet das hier mein Leben nicht endet. Nach dem ganzen Tag halb schlafend, halb durch die Gegend wandelnd, fand ich noch ein paar TOKENS für Getränke und die Motivation stieg dramatisch an als ich dachte JAMIROQUAI ist heute Abend. Nach einem coolen Konzert von Santigold kam dann die Pause und die Vorbereitung für einen meiner absoluten Lieblinge JAY KAY. Ich fragte meinen Freund ob dieser ganze Staub den wir schon den dritten Tag nun einatmen, essen und schlucken gesund sei. Mann sagt ja das Kinder die Erde oder Sand essen, besonders stark und imun gegen diverse Krankheiten sind. Er bestätigte meinen genialen Gedanken (aber ich glaube es war ein bissl ironisch) und zerrte mich fast vor die Bühne. Alles was danach kam war die Hölle. Massen und Massen strömten ein und irgendwann konnte man nicht atmen, obwohl man unter freiem Himmel war. Man konnte nicht links und nicht rechts und wir dachten wir werden an dieser Stelle ausgepresst und ertrampelt. Und dann kam gerade in so einem Moment Jay Kay auf die Bühne mit seinem genialen Federhut. Es wäre schon irgendwie cool wenn gerade Jamiroquai auf der Bühne die letzte Szene meines Lebens wäre aber nein, wir schafften es da raus durch merkwürdigen Schlamm auf welchen wir hinaus aus der Masse rutschten. Wo der Schlamm her kam, weiß ich auch nicht. Novi Sad war immerhin alle vier Tage nach Belgrad die heisseste Stadt Europas mit gefühlten 40 Grad Celsius. Ja, ja kein Wunder das meine Fersen gebrannt haben denkt ihr euch. Denk ich mir auch. Und wo war der Schlamm als ich ihn am meisten gebraucht habe? J 

Bergauf nach diesem Konzert und raus aus dem Staub. Auf der ELETRANA STAGE gabs coole Franzosen wie Anoraak oder Cinnamon Crashers und auch einen Blick auf die Main Stage. Hätte ich diese Sicht früher erforscht wäre ich sicher nicht im Schlamm gerutscht, aber man lernt nie aus. Das Finale gabs dann mit Groove Armada  und Kirsch-Fornetti (kleine Blätterteigtäschchen mit diversen Geschmacksrichungen) und diesmal bin ich totmüde in den Bett gefallen und glaube ich hab geschlafen noch bevor ich das Kissen berührt habe.

 

DAY 4

Am vierten Tag habe ich dann nur noch Suppe gegessen und wollte mir eine Infusion bestellen, aber keiner hat geliefert weil es zu heiß war. Kurz bevor ich auf die EXIT Burg ging wurde ich von einem Pitbull oder einem Boxer (absolut kein schimmer welche Rasse es war. aber er war überhaupt nicht freundlich und dazu noch mit blutigen Augen, Gott oh Gott) angegriffen und habe gedacht ich werde aufgegessen. Das hast du nun von den gewonnenen Karten. Jetzt wirst du von einem verrückten Hund gebissen und bekommst Tollwut. Passierte dann doch nicht, da sein gnädiger Herr ihn doch gerufen hat. Beni heißt der liebe Hund aber ich denke er sollte Killer Benjamin heißen. Vielleicht habe ich aber auch nur Vorurteile gegenüber Hunden. Der Abend verspach vieles und das Beste daran er hielt es auch. An einem einzigen Abend habe ich Portishead, Digitalism, Paul Kalkbrenner und Steve Aoki gesehen und gehört. Ich habe mich in einem Toi Toi Klo angepinkelt (aber nur ein bisschen), mein Freund sagte aber dass sei auch gesund. Wenn man diesen Abend statistisch messen könnte, wäre er übermegasuperdurchschnitlich höher als jenes coole Ausgeh-Wochenende. Zu essen gab es auf dem Weg nach Hause auch wieder was - Burek und Kukuruz mit Salz aber ohne Biber... (und bis heute habe ich geschlafen, fühle ich so mindestens)

 

Aber nein NIX OHNE BIBER! Biber war zwar nicht auf dem Kukuruz, ermöglichte mir aber erst alles und dafür bin unendlich dankbar. Nach längerer Erholung schreibe ich euch diese Zeilen und allen die nicht dort sein konnten. Für euch alle habe ich auch einen Gedanken den ich gerne teilen möchte. Alles dies wäre nur halb so viel gewesen ohne die Menschen die man liebt und respektiert, die einen zum Lachen bringen und mit welchen man zusammen weinen kann. Sie machen erst solche Feste zu Festen und lassen mein Herz höher schlagen. Exit (obwohl es übersetzt einen Ausgang bedeutet) ließ mich wieder nach Hause kommen. Zuhause ist dort wo Herz(ensmenschen sind).

 

 Text & Fotos: Jelena Vasiljevic

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Vielen Dank für diesen

Vielen Dank für diesen Super-Festivalbericht! Das Exit ist echt eine Legende!

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