Generation "Sieh mich an!"
Warum so viele Menschen ihr Privatleben ins Netz stellen und alle Hüllen im World Wide Web fallen lassen? Datenschutzmissbrauch oder ein freiwilliges Opfer an Big Brother?
Früher war alles anders. Einen Arbeitstag ließ man bei einem gemeinsamen Abendessen mit der Familie ausklingen. Man traf sich mit Freunden in einer Bar oder man hatte zumindest ein Haustier, auf das man sich am Nachhauseweg freute. Heute fällt der erste Blick auf das eigene Facebook-Profil, wenn man nach Hause kommt. Wir freuen uns, wenn jemand das Posting von der Mittagspause kommentierte und wir klicken uns durch 387 verlinkte Fotos von Bekannten, die wir ohne dem Social Network gar nicht hätten. Was zieht so viele Menschen in den virtuellen Raum der Selbstpreisgabe? „Ich fühle mich als Teil vom Leben eines Menschen, obwohl ich nicht direkt anwesend bin. Und so habe ich auch die Möglichkeit andere Menschen, die weit weg sind, an meinem Leben teilhaben zu lassen,“ argumentiert meine Freundin, die sich als „Facebook-süchtig“ bezeichnet. Wir sind orientierungslos. Wir bauen regelrecht virtuelle Existenzen auf, die uns Sicherheit geben und Orientierung bieten. Ein Versuch, der komplexen Realität entgegen zu halten?
Weil wir also "Teil von Etwas" sein wollen, sammenln wie wie besessen "Freunde" auf Facebook, laden Fotos von uns hoch, die wir sonst nur unseren engsten Freunden gezeigt hätten und geben intime Details aus unserem Privatleben preis in der Hoffnung, dass es irgendjemanden da draußen wirklich interessiert was ich gerade mache. Dabei vergessen wir zwei wesentliche Aspekte: die Gefahr des Datenmissbrauchs und die Gefahr der Scheinwelt. Je mehr wir online von uns preisgeben, desto größer ist die Gefahr von Datenmissbrauch. Im Extremfall reichen schon Geburtsdatum und Adresse um die eigenen Bankdaten zu hacken. "Phishing" nennt sich eine neue Form der Internetkriminalität, die gezielt nach Privatdaten von Personen sucht, um damit etwaige Passwörter zu knacken oder Zugriff auf Bankkonten zu bekommen. Datenmissbrauch muss nicht unbedingt kriminell sein. Laut "Get safe online" stalkt jeder Dritte seinen Expartner auf sozialen Netzwerken oder sucht gezielt nach Infos über die Kollegen und den Chef. Illegal ist das alles nicht, weil wir freiwillig alle Hüllen im World Wide Web fallen lassen.
Der zweite Aspekt der Scheinwelt hat sogar etwas Melancholisches an sich. Man hat über 200 (Schein)Freunde und mit jeder Freundschaftsanfrage werden es mehr. Diese selben Scheinfreunde kommentieren ein Urlaubsfoto nach dem anderen und wir glauben, dass UNSER Urlaub so viel spannender war als alle anderen Urlaube. Unser Bedürfnis die Welt zu infomieren ,dass wir "heute total müde" sind oder uns "auf das bevorstehende Konzert/Essen/Spaziergang/Klogang" freuen ist fast unstillbar. Wenn dann jemand ein "like" darunter setzt oder sich gar die Mühe macht das mit einem Satz zu kommentieren, fühlen wir uns richtig wichtig! Solche Scheinkontakte sind jedoch nicht bindend, nicht die Art von Kommunikation, die eine Freundschaft ausmachen. Meistens bleibt es nur bei der Konktaktaufnahme und dem absolut unpersönlichem Umgang mit seinen "Freunden". Und trotzdem widmen wir unseren virtuellen "Ichs" sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit. So viel, dass unsere realen "Ichs" oft zu kurz kommen.
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Bitte
http://www.puls4.com/talkoftown/videoDetail/video_id/914479
die Verantwortung liegt bei jedem selbst...
keiner wird zu irgendetwas gezwungen, jeder ist für sich selbst verantwortlich, wie viel er/sie vom (Privat)leben preis gibt. Und wenn du nicht willst, dass jemand etwas weiß, dann tippe auch net in die Tasten, so einfach ist das.
über die Folgen sollte man sich vorher gedanken machen und nicht erst nachdem man etwas postet.
ich finde Facebook in dem Sinne gut, weil ich die Möglichkeit habe mit Verwandten, die ich sonst nur 1x im Jahr sehe, in Kontakt zu bleiben.
aber es ist schöner...
...wenn man eine Person, die man gerne hat, anruft..ist viel persönlicher! Ich kann zwar deine Argumente sehr gut verstehen, natürlich kann man aus Facebook sehr viel Positives abgewinnen. Keine Frage. Aber wie sollen 10- bis 16-jährige im Vorhinein wissen, was verantwortungsvoll ist oder nicht?
"...wenn man eine Person,
"...wenn man eine Person, die man gerne hat, anruft..ist viel persönlicher!" schon klar, aber man kann auch net am Telefon stundlang telefonieren, vor allem nicht wenn sich die Personen in der Schweiz, Bosnien, Kroatien...etc. befinden.
und überhaupt ist das Reden am Telefon finde ich total umständlich, also besser gleich face to face! :)
"wie sollen 10- bis 16-jährige im Vorhinein wissen, was verantwortungsvoll ist oder nicht?" naja, das ist wohl die Aufgabe der Eltern seinen Kindern beizubringen, wie man "verantwortungsvoll" agiert.
und überhaupt glaube ich nicht, dass sich 10-jährige auf irgendwelchen social network Seiten herumtreiben.
Ich denke,
dass es genug Eltern gibt die zum Thema "Social Network" nichts beitragen können. Ich meine, sie können sagen oder verbieten, aber im Endeffekt hat der/die Jugendliche zu entscheiden, ob er/sie wirklich etwas auf Facebook postet oder nicht.
viele eltern die sich ihrer
viele eltern die sich ihrer verantwortung nicht bewußt sind oder dazu nicht fähig. weiters bin ich der überzeugung das ein ("hausnummer") 16 jähriger nicht weiß welche auswirkung/tragweite eine unsensible aussage oder foto im netz bedeutet (kann immer wieder ausgegraben werden, das netz vergisst nie)
sag ich mal so
wichtiger beitrag
Das Privatleben ist heute nicht mehr privat! Ich bin so froh darüber, dass "NEWS" einen Mega-Bericht über Facebook veröffentlicht hat.
Mir ist aufgefallen, dass z.B. auf der Uni jedes dritte Gespräch damit endet: "bist du auf Facebook?"....hallo? wenn man was von einer Person wirklich was will, dann ruft man sie persönlich an! Ausserdem ist es unmöglich, 500 bis 10.000 Freunde im Leben zu haben. Schon 3 Kontakte GUT zu pflegen ist schwer genug.
Videotipp:
South Park Episode 1404
"You Have 0 Friends"
Ich persönlich bevorzuge ja www.hatebook.org....
TOP 10 REASONS why you
TOP 10 REASONS why you should still quit facebook
der technik blog gizmodo hat 10 gründe sehr gut zusammengefasst warum man facebook doch nocht verlassen sollte (bevor man es bereut).
http://gizmodo.com/5530178/top-ten-reasons-you-should-quit-facebook
hier noch ein paar http://gizmodo.com/5534736/more-reasons-why-you-should-still-quit-facebook
sehr treffend argumentiert finde ich
für leute die sich für die thematik interessieren hab ich hier noch einen interessanten link:
ich hab vor ca einem halben jahr eine sehr gute arbeit namens "'I've Got Nothing to Hide' and Other Misunderstandings of Privacy" von daniel solove. ist zwar etwas mühsam zu lesen aber lohnt sich.
in der arbeit zerlegt der autor legt stück für stück, die behauptungen, dass man eh nix für sich behalten muss solang man nichts zu verbergen hat
http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=998565
ja in einer tolleranten
ja in einer tolleranten utopischen Gesellschaft wäre das unter Umständen möglich - aber nicht, wenn eine transexuelle Person sich um einen Job bewerben will und der zukünftige Arbeitgeber ersichtet in Facebook das Andreas eine Andrea ist - ein tollerantes Arbeitsumfeld zählt noch zu den science fiction Zukunftsvisionären.
Naja
tut mir leid aber dieser Beitrag ist tatal schlecht. Freut sich das Biber etwa nicht wie ein HONIGKUCHEN wenn ihr nur einen Bruchteil der Freunde auf Facebook habt, die zb eine Heute Zeitung hat. 80% vom Biber macht eure Webpresänts aus also nicht neidig sein.
das is ja was andres
...durch die "freunde" erhöht biber seinen bekanntheitsgrad, was essentiell für das bestehen in der medienwelt ist
Das ändert nix an den tatsachen, die die verfasserin des beitrages, den ich übrigens sehr treffend finde, hier zur sprache bringt. Nämlich das entstehen dieser scheinwelt und die transparenz,die wir uns freiwillig dadurch verschaffen.
...und deshalb darf man
...und deshalb darf man themen wie facebook nicht kritisch gegebüberstehen? aha
Nur weil man im Glashaus
Nur weil man im Glashaus sitzt darf man nicht mit Steinen werfen? aha
der satz kommt gleich in
der satz kommt gleich in meine "righteous kill ist ein guter film"-box
Also ich hab was gelernt dabei
z. b. wäre ich garnie auf die Idee gekommen, meinen Partner im net zu bestalken, ich kenn facebook auch nur vom hörensagen und das genau aus den oben genannten Gründen. Ich poste nur in Foren, hier kann ich auch alles "anbringen", was mir durch den Kopf geht, ohne Verbindung zu meinen persönlichen Daten.
Im Grunde genommen läßt uns die technische Entwicklung wenig Wahl. Früher konnte man wenigstens am Festnetz noch schnell unerkannt auflegen, wenn jemand abgehoben hat, mit dem man nicht reden wollte.
Und irgendwann haben wir alle einen Chip implantiert, mit e-card-, bankomat- und facebookfunktion.