Hipster-Clubs, heiße Schokolade und Graffiti – Sloweniens Hauptstadt ruft

Nach nur knapp fünf Stunden Fahrt mit dem Fernbus wird man überrascht von einer jungen, pulsierenden Stadt. Wer eine Auszeit vom grauen Alltag braucht und dabei nicht mehr als € 150,- inkl. Fahrt und Unterkunft ausgeben will, hat in Ljubljana sein perfektes Ziel gefunden.

 

Ljubljana
Foto: Andrea Grman

 

Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Man kann sich nicht oft genug belohnen. Und weil ich im Jahr 2017 – nach einer objektiven Begutachtung meinerseits – bereits höchst produktiv war und brav Karma-Punkte gesammelt habe, ist es wieder mal an der Zeit, mir selbst etwas Gutes zu tun. Ein kleiner Weekend-Trip vielleicht. Irgendwas Kleines, Nettes. Nicht zu weit weg. Aber trotzdem raus aus Österreich. Wie wäre es mit Ljubljana? Mit 290.000 Einwohnern klein genug für mich. Es ist also beschlossen. Ich packe meine sieben Sachen, meine Kamera und meinen Mitbewohner Elias ein und es geht los.

 

Hellö Bus

 

Ab in den Süden - der Sonne hinterher

Am Freitag in der Früh besteigen Elias und ich den Hellö-Bus. Wir haben uns online im Vorhinein Plätze in der allerletzten Reihe reserviert, wie das die coolen Kids eben machen. Praktischerweise ist neben uns frei, also können wir uns dort ausbreiten und austoben und uns die Zeit mit Youtube-Videos über das gratis W-LAN vertreiben. (natürlich Katzen-Videos, what else?)

Am frühen Nachmittag kommen wir in Ljubljana an. Wir gehen ungefähr 15 Minuten zu unserem Hostel. Das wirklich Tolle an dieser Stadt ist neben der Gastfreundschaft, dass man wirklich alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann. Das Hostel Tivoli – das ich euch übrigens sehr ans Herz legen kann – liegt ein wenig außerhalb neben dem riesigen Stadtpark. Doch selbst von dort brauchen wir nur eine Viertelstunde ins Stadtzentrum.

 

Drache Ljubljana

 

Blogger-Lifestyle & Co.

Am ersten Tag machen wir gleich nach unserer Akunft eine kleine Runde durch den Park Tivoli und sehen uns die gratis Fotoausstellung an. Ziemlich beeindruckend, was dort geschaffen wurde.

 

Fotoausstellung Ljubljana

 

Danach geht es ins Stadtzentrum. Elias und ich sind am Verhungern. Von all den Hipster-Cafés und Tapas-Bars entscheiden wir uns für das Café Pritličje nahe dem Rathaus. Nach einem kleinen Snack und einem ‚infused water with lemon and ginger‘ können wir den steilen Weg zur Burg meistern. Wer die Soft-Variante haben möchte, kann für ein paar Euro die Standseilbahn in Anspruch nehmen. Wir wählen natürlich die Hardcore-Variante und gehen zu Fuß hinauf. Die Burg selbst kann man kostenlos besichtigen. Nur für den Aussichtsturm zahlt man extra. An klaren Tagen sieht man von dort sogar bis zu den Alpen. Wir geben uns bereits mit der tollen Aussicht über die hell beleuchtete Stadt zufrieden. Die ist beeindruckend genug – und das ganz ohne Aussichtsturm.

 

Ljubljana bei Nacht

 

Stadtrundgang einmal anders

Am Samstag Vormittag gehen wir auf den Markt, wo sich offenbar die ganze Stadt trifft, bevor alle in ihre Landhäuser und Schrebergärten flüchten. Danach machen wir eine Free Walking Tour. Einfaches Prinzip: Du kannst nach deinem Ermessen und Budget entscheiden, wie viel du zahlen möchtest – ähnlich wie beim biber-Abo ;). Ich finde die Tour auf jeden Fall empfehlenswert. Elias ist eher nicht so zu begeistern für slowenische Kultur und Geschichte. So ein Banause. Dafür gefällt ihm unser nächster Programmpunkt umso mehr. Nachdem wir uns zu Mittag die Nationalspeise schlechthin gönnen, nämlich kranjska klobasa und štruklji, besuchen wir das – wie es auf TripAdvisor so schön heißt – ‚alternative Kulturzentrum Metelkova‘.

 

Graffiti Ljubljana

 

Metelkova wurde uns bereits von mehreren Einheimischen empfohlen und wir haben uns vorab Fotos angesehen, doch live werden wir noch einmal überwältigt von der Zahl an Graffitis und künstlerischen Konstruktionen, die es dort zu sehen gibt. Untertags ist die Gegend wie ausgestorben, am Abend geht die Post ab in zahlreichen Bars, Pubs und Konzerthallen.

 

Metelkova Ljubljana Graffiti

 

Am Nachmittag brauchen Elias und ich eine kurze Pause und machen es uns gemütlich im Lokal cacao, wo es heiße Schokolade mit Marshmallows gibt und  die berühmt berüchtigte sladoledna torta, also Eistorte. Nach diesem Zuckerschock sind wir bereit für weitere Besichtigungstouren.

 

Kaffee Hot Chocolate Essen Ljubljana

 

Highlife auch in der Nacht

Natürlich müssen wir auch das Nachtleben erkunden. Nachdem wir in unserem Hostel sowohl am Freitag als auch am Samstag mit anderen Gästen und den Mitarbeitern ausreichend vorgefeiert haben, machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Die Bars am Ufer des Flusses Ljubljanica sind besonders bei jungen Bewohnern und Touristen sehr beliebt, müssen jedoch schon um Mitternacht schließen. Elias und ich möchten natürlich auch das Hardcore-Nightlife erleben. Die zwei wohl bekanntesten Nachtclubs der Stadt sind der cirkus – ein ehemaliges Kino etwas weiter außerhalb – und das top six – das sich, wie der Name bereits verrät, im sechsten Stock eines Hochhauses befindet. In den meisten Clubs zahlt man um die € 5,- Eintritt. Nur der cirkus ist etwas teurer mit € 8,-. Es hängt wahrscheinlich mit der Art der Veranstaltungen zusammen, aber ich muss sagen, dass mir das top six besser gefallen hat. Um 3 Uhr morgens sind wir dann weg, weil wir doch ein anstrengendes Sightseeing-Programm hinter uns haben.

 

Ljubljana bei Nacht

 

So viel mehr zu sehen

Am Sonntag steht nicht mehr viel auf dem Plan: ausschlafen, frühstücken, auschecken, mittagessen, mit dem Bus zurückfahren. Man sieht bei dieser Auflistung eindeutig, wo meine Prioritäten liegen. Zum Mittagessen suchen wir uns noch ein nettes Hipster-Lokal: das TOZD am Ufer der Ljubljanica.

Ein wenig nostalgisch denke ich an meine kurze Zeit in Ljubljana zurück. Wie schnell mein Kurzurlaub doch vergangen ist. Das nächste Mal plane ich auf jeden Fall mehr Tage ein. Dann mache ich zusätzlich zur Stadtbesichtigung einen Kurztrip in die nahegelegene Stadt Bled – die Wandergegend Sloweniens und Instagram-Kulisse schlechthin.

 

Markt Ljubljana

 

So viel hat der Wochenend-Trip nach Ljubljana gekostet

Billiger als in Wien ist das Essen in Ljubljana nicht, aber dafür kann man viel besichtigen, ohne Geld ausgeben zu müssen. Wie in einem Freilichtmuseum geht man durch die Straßen Ljubljanas und lässt sich berauschen. Besonders nordöstlich des Stadtzentrums – nahe Metelkova – kann man ein Juwel neben dem anderen entdecken, versteckt zwischen bröckelnden Hausfassaden und eingeschlagenen Fensterscheiben.

Allgemein

 

Bus Hellö hin und retour

€ 46,-

Hostel Tivoli p.P. im DZ inkl. Frühstück (Einzelbetten sind noch günstiger!)

€ 35,-

 

 

Freitag

 

Sandwich & Getränk im Café Pritličje

€ 6,50

Postkarten & Briefmarken (Ja, ich verschicke die tatsächlich noch Old-Style)

€ 5,-

Snack am Abend

€ 5,-

Eintritt in den Club cirkus

€ 8,-

Garderobe

€ 1,-

Getränk

€ 4,50

 

 

Samstag

 

Trinkgeld für Gratis Führung

€ 5,-

Kranjska klobasa in der Klobasarna

€ 4,90

Heiße Schokolade mit Marshmallows und sladoledna torta im Cacao

€ 8,20

Eintritt in den Club top six (inkl. Getränkegutschein!)

€ 5,-

Garderobe

€ 1,-

Getränk (alkoholfrei)

€ 3,50

 

 

Sonntag

 

Tapas-Teller im Restaurant TOZD (sehr zu empfehlen!)

€ 12,-

 

 

GESAMT

€ 150,60

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