Klaus Emmerich: „Die schwarzen Menschen sind in ihrer zivilisatorischen Entwicklung noch nicht soweit“
Entschuldigung im kleinen Kreis im Hotel Hilton Plaza – eine Betrachtung
Klaus Emmerich, 81, Journalistisches Urgestein und langjähriger ORF-Korrespondent in den USA, hat viel gesehen und viel erlebt. Er schüttelte u.a. Bruno Kreisky, Ronald Reagan und Alois Mock die Hand, war bei der Süddeutschen Zeitung und Presse tätig, fungierte sogar als Chefredakteur von ORF2. Klaus Emmerich hat, was sein Beruf mit sich bringt, auch viel gesagt.
Kein Kommentar zu der Lage in den USA hat jedoch so viel Aufsehen erregt wie jenes kurz nach der Wahl im letzten November. „Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen. Wenn sie sagen, des ist eine rassistische Bemerkung: richtig, ist gar keine Frage“
Bamm!!
Das hat gesessen und muss noch mit viel Wasser gespült werden, um es zu verdauen.
Die Sendung wurde live ausgestrahlt! Diese Aussage kam von einem Journalisten, der die ganze Welt während seiner 60-jährigen Laufbahn gesehen hat. Jemanden, der wie kein anderer das Geschehen in den letzten Jahrzehnten vor Ort in den USA beobachten konnte. Gute Voraussetzungen für Weitblick und reflektierte Kommentare. Weit gefehlt! Emmerich legte sogar nach. Er relativierte seine Aussagen in der Tageszeitung „die Presse“ mit dem altbekannten „Freunde-Prinzip“. Er sei schließlich in seiner Jugend oft mit einem schwarzen Studenten spazieren gegangen. Na dann, kann er wohl unmöglich ein Rassist sein.
Heute trafen sich, im elitären Hilton am Wiener Ring, Vertreter von black communities und der Übeltäter selbst. Er selbst bedauerte die Aussage, deren Tragweite er nicht einschätzen konnte. Es war eine Live-Sendung und er könne es nicht ungeschehen machen. „Die Äußerung entspricht nicht meiner Meinung“ verkündete er entschieden, ja fast trotzig. Der Herr brachte übrigens auch gleich den Sohnemann mit. Dieser sei als Rückendeckung für den Papa da, damit er nicht alleine gegen alle ankämpfen müsse.
Emeka Assor, Obmann des Vereins Konservativer Migranten, fragte, ob er sich vorstellen könne, dass ein türkischstämmiger Österreicher Bundeskanzler werden kann. Es war eine direkte Anspielung an einen weiteren verbalen Aussetzer des in Jahre gekommenen Journalisten. Emmerich verglich Obamas Wahlsieg mit einem Sieg eines Türken als Präsident in Österreich. „Das schaue ich mir mal an“, kommentierte er damals ungläubig. Bei der gesitteten Runde im noblen Restaurant des Hilton Hotel Plaza war natürlich die Antwort um einiges gemäßigter und an die Location angepasst. „Warum nicht?“ lautete seine trockene Gegenfrage.
Simon Inou, Obmann von M-Media und Mitbegründer von der Kampagne Black-Austria, hält wenig von solchen geschlossenen Entschuldigungsaktionen. „ Zuerst wird so etwas im Live-Fernsehen vor einem Millionenpublikum verkündet, um anschließend in kleinem Kreis dementiert zu werden. Entschuldigungen sind jetzt in Mode gekommen, bringen aber überhaupt keine Wirkung. Man sieht das Problem nachher als gelöst an.“ so Inou. Er halte davon nichts.
Die Entschuldigung seitens Herrn Emmerich wurde akzeptiert. Was übrig bleibt ist der bittere Beigeschmack. Die Gewissheit, dass offensichtliche Diffamierung und Niedrigstellung einer Hautfarbe, ihrer Kultur, in Österreich ohne großes Aufsehen in der Vergessenheit verschwindet.
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naja
viel gereist zu sein und viel gesehen zu haben, bedeutet nicht gleich toleranter und weitsichtiger zu sein..
das ist unbedeutend..0 Er
das ist unbedeutend..0
Er hat noch viel mehr gesagt zB. zu Michelle Obama, zu den Farbigen selbst und ihrer Intelligenz.
Das, was wir am Foto sehen, nennt man Marketing und PR + gesamteuropäische Regeln und ein bisschen Integration. Daher: Treffen musste stattfinden.
Er "beobachtet" die Weltlage steril und mit unbedingter Objektivität. Dabei liegt die Wahrheit (sehr) weit davon entfernt.
hat eigentlich damals in der
hat eigentlich damals in der orf-sendung irgendwer irgendwas zu dem "sager" gesagt? oder waren alle nur baff?
Habe die Sendung leider
Habe die Sendung leider damals nicht gesehen, auf der Suche danach bin ich auch bei youtube nicht fündig geworden. Ich schätze, es wird keiner darauf eingegangen sein, zu heftig und überraschend kamen die aussagen.
ich persönlich habe den eindruck, dass der orf,
und da besonders ö1 als "der bildungssender" bei solchen themen eine erstaunlich hohe toleranzschwelle haben.
trotz mehrerer hörerkommentare, auch zu mitarbeiterInnen des orf wegen einiger diskussionsbeiträge als moderatorInnen, gab es da wenig resonanz. aber der ö1-club bietet für seine mitglieder sehr sehr teure und zeitintensive reisen an, ergießt sich manchmal in kleinkarierten bildungsklischees etc.
aber - habe eben orf.at geschaut: rassismus im sport wurde heute thematisiert.
wäre schön, es gäbe eine (gemeinsame) medieninitiative gegen rassismus - bevor der nächste wahlkampf vor der türe steht.