Kroatien: Schwulenfeindlich in die EU
Zwei Meldungen erreichen mein Gehirn etwa zur gleichen Zeit.
Im kroatischen Fernsehen laufen die Vorbereitungen der Bevölkerung auf die EU auf Hochtouren. Der Spot bewirbt die Vorteile der Mitgliedschaft, wie etwa den Vertrieb der kroatischen Oliven, die am Absatzmarkt noch erfolgreicher sein würden, da Kroatien eines der wenigen Länder sein soll, die soooo viel und so gute Oliven produzieren.
Viele andere Vorteile werden für die misstrauische Bevölkerung aufgezählt, die skeptisch dem EU-Beitritt gegenüber steht.
Aber da gibt es ja diese Hotline - die heiß verspricht, die Menschen aufzuklären, egal welche Fragen zur EU anfallen.
"Hallo EU" kannst du kostenlos anrufen unter 0800 600 600 und bekommst Antworten.
Antworten, die bereits auch viele andere Bürger anderer Mitgliedsstaaten bekamen, als es hieß, die Bevölkerung für die EU anzuheitzen. Nachteile werden keine genannt - die gibt es ja nicht. Diese werden nur dann im Nachhinein von EU-feindlichen Politikern angesprochen, die ihre Wahlplakate damit zieren, weil sie an die gute alte Zeit erinnern, wo einen die Eu-Zustände nicht ausgebeutet haben, und man nicht irgendwelche "Bettelstaaten" finanzieren musste.
Beispiel gefälligst?
"Unser Geld für unsere Leut'" eh schon wissen.
Übrigens - viele Österreicher scheinen nicht zu wissen, wo Kroatien überhaupt liegt bzw. welcher Religion dort überwiegend die Leute angehören. Für die Nichtwissenden - die meisten Kroaten sind röm. katholisch.
Als Krone-Online den EU-Beitritt Kroatiens thematisierte, fiel doch tatsächlich ein Leserkommentar alla:
"Die Islamisierung schreitet voran, wenn Kroatien in die EU kommt. Macht doch gleich die Tore für die Islamisten auf. "
HÄÄÄÄÄÄÄ? Wurscht. Nicht jeder kann Experte in EU-Fragen sein. Und es kann passieren, dass man die ganzen Ex-Yu-Orient-Länder verwechselt. Auf einmal gibt es ja so viele davon. Diese Abspaltungen tztztztz.
Ich schweife ab. Sorry. Bin jetzt ganz von der zweite Meldung des Tages abgekommen, die eigentlich einem die Kroaten für die EU vermiesen.
Die katholischen Kroaten, und es hängt bestimmt damit zusammen, sind nämlich großteils homophob. Zumindest bewiesen sie das in der kroatischen Stadt Split, wo Teilnehmer der homosexuellen Parade mit Steinen beworfen wurde. (FAZ)
Liest du! Homosexuellenparade mit Steinen beschmissen
Homophob in die EU?
Wäre da nicht eine HALLO-EU-Tschüss-Homophobie-Hotline ned schlecht?
Wenn doch die Leute über die Vorteile der EU aufgeklärt werden, soll man gleich, aufgrund der Vorkommnisse in Split, gleich eine Tschüss-Homophobie-Hotline anbieten.
Oder nennen wir die Hotline:
"Ja sam bacio kamen na pedere - zelim nazvati i pricati o mojim osjecajima, zasto sam tako agresivan prema homoseksualnim ljudima, iako ih ne poznajem licno, koji mi nisu nista skrivili u zivotu i koji imaju pravo na ljudska prava, kao i ja!"
(Ich habe den Stein auf die Schwulen geworfen - ich möchte anrufen und über meine Gefühle reden, warum ich so agressiv gegenüber Homosexuellen bin, obwoh lich sie nicht persönlich kenne , die mir nichts im Leben angetan haben und die genauso Anspruch auf Menschenrechte haben, wie ich!)
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das war einfach dumm!!!
das war einfach dumm!!! traurig macht mich nur die tatsache, dass sich die Meinung in den nächsten paar Jahren am balkan sicher nicht ändern wird...
habs im TV gesehen
das ist ebenso rückständig wie traurig.