Mama illegal



Sie putzen Toiletten und pflegen rund um die Uhr die Alten und Kranken. Zu Hause haben sie ihre Kinder und Ehemänner zurückgelassen, um im Westen etwas Geld zu verdienen. Der Dokumentarfilm "Mama illegal" feiert am 26. September im Gartenbaukino Premiere.

"Ich liebe meine Kinder so sehr. Ich hoffe, sie verzeihen mir irgendwann, dass sie ohne Mutter aufgewachsen sind", sagt Aurora, die Hauptdarstellerin, unter Tränen im Film. Die Moldawierin lebte viele Jahre illegal in Österreich und arbeitete als Putzfrau oder als Babysitterin. Zu Hause, in einem kleinen moldawischen Dorf, warteten ihre Kinder und ihr Ehemann auf Geld und auf ein Wiedersehen, das meist lange auf sich warten ließ.

Dauerdienst und Polizeiangst

Der Filmemacher und ORF-Journalist Ed Moschitz begleitete sieben Jahre lang drei Moldawierinnen in Wien und Bologna, die illegal nach Westeuropa gekommen waren, um hier zu arbeiten. Im Film richtet er seine Kamera auf Frauen, die meist im Verborgenen leben. "Es war fast unmöglich, mit diesen Frauen die auf Straße zu gehen", erzählt Moschitz. Zu groß sei die Angst ohne Papiere von der Polizei erwischt und deportiert zu werden. Die Pflegerinnen, Putzfrauen oder Babysitterinnen sind nicht versichert, können nicht zum Arzt und haben keinen Anspruch auf Urlaub. Oft sind sie rund um die Uhr, ohne einen freien Tag im Einsatz. Gegen eine Ausbeutung können sich die Frauen nicht wehren, denn sobald die Behörden von ihrer Existenz erfahren, werden sie sofort wieder nach Moldawien zurück geschickt.

"Aber hier können wir auch nicht bleiben", sagt Raia, eine Protagonistin. Kinder, Ehemänner und Eltern sind auf das wenige Geld, das die Frauen nach Hause schicken, angewiesen. Moldawien ist eines der ärmsten Länder in Europa. Jeder Dritte hat keinen Job. Wer doch eine Arbeit gefunden hat, verdient weniger als 200 Euro im Monat. Für die Überfahrt in den Westen bezahlen viele Männer und Frauen zwischen 4.000 und 5.000 Euro an Schlepper. Nach der Ankunft in Österreich müssen sie das Geld mit hohen Zinsen wieder zurückzahlen. Die illegal eingereisten Frauen, wie jene im Film, haben kein Visum und können zu Weihnachten oder in den Sommerferien nicht ihre Familien besuchen. Oft sehen moldawische Kinder ihre Mütter, die in Italien oder Österreich arbeiten, fünf oder sechs Jahre lang nicht.

1138 Ed Moschitz

"Illegalität zerstört Familien"

Aurora, die Hauptdarstellerin, war Jahre lang Babysitterin der Kinder von Ed Moschitz. "Durch sie bin ich auf das Problem aufmerksam geworden", sagt Moschitz. Er und sein Kamerateam begleiteten die Moldawierin in ihr Heimatdorf, trafen ihre Familie und gingen ein Stück mit, als diese zum zweiten Mal illgal nach Wien kam. "Ich habe kein Recht, diese Frauen zu verurteilen. Die Illegalität zerstört Familien", resümiert er. Auch das Geld, das sie hier schwarz verdienen, würde diesen Frauen nicht nur helfen.

 

 

 

"Es bleibt uns in Westeuropa nicht erspart, für diese Menschen Verantwortung zu übernehmen. Wir haben offensichtlich einen Bedarf in der Pflege, in der Kinderbetreuung. Sonst würden sie ja nicht kommen", sagt der Regisseur. Seine Bemühungen, die Frauen bei Behördengängen zu begleiten oder zu Versuchen, sie legal zu beschäftigen scheiterten jedoch meist an bürkratische Hürden und Gesetzen. Sein Film ist eine Botschaft gegen die moderne Sklaverei.

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"Mama illegal"

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"für diese Menschen Verantwortung zu übernehmen"

"Es bleibt uns in Westeuropa nicht erspart, für diese Menschen Verantwortung zu übernehmen."

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