NEVODROM Berufsvorbereitungskurs für Roma & Sinti



Wer kann mitmachen? 
Junge Roma & Sinti zwischen 14 und 25 Jahren

Wie lange dauert das?  
Beginn 01.Februar 2010
17 Wochen inkl.
4 Wochen Berufspraktikum

Worum geht es?
Um Fragen & Antworten:

  • Was willst du erreichen?
  • Welche beruflichen Möglichkeiten stehen dir offen?
  • Wie kannst du deine Ziele erreichen?

Um Austausch:
Der gemeinsame Austausch mit den Teilnehmerinnen, die ähnliche Fragen haben, kann dir helfen, deinen Weg zu finden.

  • Um Wissen: Was musst du lernen, um deine Ziele zu erreichen? Wer kann dir helfen dieses Wissen zu erlangen?
  • Um praktische Erfahrungen: Wir zeigen dir, wie du Schnuppertage, oder eine Arbeitsstelle findest. 

Anforderungen: Hauptschulabschluss, Deutschkenntnisse

Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es eine Unterstützung durch das AMS

 

ANMELDUNG AB SOFORT MÖGLICH! : 0676 / 83 402 231

 

ORT: THARA Beratung & Dialog, 16, Bachgasse 6;
THARA TELEFON: 223 02 77

http://www.thara.at/

Erreichbar mit den Straßenbahnlinien 2 & 46 bis Station „Haberlgasse“

Nütze deine Chance

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Ansich eine leiwande Sache, aber eins versteh ich nicht:
wenn sich so viele Projekte drum bemühen, dass keine Volksgruppen ausgeschlossen oder schlecht behandelt werden wegen ihrer Herkunft, warum wird dann extra die Roma & Sinti Gruppe herausgehoben bei Berufsberatung?
Ich versteh ja dass es unheimlich wichtig is, und dass alles ohne Zweifel gut gemeint ist, aber warum wirds dann extra betont?

Ist es für R/S schwieriger, (bestimmte) Berufe zu erlangen? Ich muss gestehen ich bin wenig informiert über das Ganze, bitte klär mich auf!
Nicht dass ich jetzt dasteh wie der Vollassi ^^

Affirmative action/positive

Affirmative action/positive Diskriminierungsmaßnahmen.

Die Bevorzugung von Benachteiligten und gezielte Maßnahmen zur Förderung von unterrepräsentierten, dass auch Roma & Sinti Kinder die Chance bekommen mal Anwälte, Ärzte, Piloten, Künstler uvm. - ohne dabei ihre Kultur und Sprache verleugnen zu müssen durch zwanghafte Missionierung und Assimilierung durch die Intoleranz der Mehrheitsgesellschaft.

Die kulturelle Vielfalt erhalten und fördern und die Sprache nicht aussterben lassen.

In ganz Wien gibt es nur 2 Lehrerinnen die Romanes unterrichten?! Romanes als Sprache zu studieren, gibts nur einen einzigen Prof. bei dem man Prüfungen ablegen kann und der ist irgendwo in Deutschland. Wenn der mal stirbt, wirds niemanden mehr geben bei dem man Prüfungen ablegen kann.

Die historisch (und gegenwärtige) Verfolgung und gesellschaftliche Ächtung von Roma & Sinti hat im europäischen Raum eine lange Tradition. Im 18.Jahrhundert als Sklaven in Ketten gehandelt, über die Jahrhunderte unter starker Assimilierung gelitten, im II Wk nochmals stark dezimiert worden - ist es nur gerecht, dies wieder gut zu machen.

Die Volksgruppe der Roma & Sinti haben keinen eigenen Staat - wie bei anderen Staaten werden durch bi- und multilaterale Verträge, Kulturaustausch uvm. geregelt und somit eine strukturell-politische Unterstützung für die Bürger vorhanden ist.

zb. dass es ein türkisches Kulturzentrum in Ö. gibt, der Sprache und Kultur fördert, hat damit zu tun, dass Österreich einen Vertrag mit der Türkei hat und dafür gibt es in der Türkei ein Ghoethe Institut.

Roma & Sinti als Volksgruppe haben sowas nicht, sondern waren und sind vom sozialen Engagement abhängig.
Obwohl viele Staatsbürger europäischer (oder fast schon europäischer) Länder sind, werden ihre Rechte auf ihre Kultur und Sprache sehr mangelhaft bis gar nicht durchgesetzte im ignoranten, gesellschaftlichen Alltagsrassismus, weil sonst gebe es auch einen Unterricht in Romanes an den Schulen zur Förderung der kulturellen Vielfalt und der Erhaltung der Sprache.

radi

erlaube mir eine frage

warum haben diese roma und sinti menschen keinen staat?

weil Roma ein reisendes Volk

weil Roma ein reisendes Volk ursprünglich waren, dass aus Indien kam, es wird vermutet, dass sie ursprüngich vom indischen Vaghri Volk abstammen.

In den frühen Entwicklung der Gesellschaft (Soziogenese/Zivilisationtheorie) waren Menschen früher Stämme die reisten und sich gerade dort ansiedelten wo es ausreichend zb. Fisch, Wild, Wasser etc. gab - also günstige Lebensbedingungen, um den Stamm zu erhalten.

Besitz von Land und Regionen hat sich erst im Laufe der Zivilisation entwickelt, ab der Bauern/Aggrargesellschaft und Industriezeitalter.

Es gab Stämme die siedelten sich an, Stämme die kriegerischer Natur waren und Stammesvölker wie die Vaganten - die keine Besitzansprüche auf Land erhoben. Sie reisen einfach von Ort zu Ort, dass "fahrende Volk" und boten ihre Dienstleistungen an.

Siehst doch selbst, was man für einen Aufstand macht wegend er Wohnwagensiedlung in Wien. Das gewisse Kräfte Menschen nach wie vor zu Sesshaftigkeit zwingen wollen und ihnen gesetzlich untersagen in Wohnwägen zu leben und zu reisen. Wenn man dagegen eine 180 m² Penthauswohnung haben will, und sich dafür bis ans Ende seines biologischen Lebens verschuldet - hat keiner was dagegen "living in the box", dein Handeln wird soweit tolleriert udn akzeptiert sobald du nur konsumierst nach den Maßstäben und zum Vorteil von anderen.

Die Sesshaftigkeit in der soziogenese ist meiner Meinung nach auch eins der größten Fehler in der sozio-ökonomischen Geschichte der jüngeren Vergangeheit und das den Menschen untersagt wurde zu reisen und ihre Dienstleistungen anzubieten.

alles schön und gut, aber

alles schön und gut, aber das beantwortet nicht ganz meine Frage. Die Chance, Pilot, Arzt, Anwalt, ... zu werden hängt nicht zwangsläufig von ihrer Abstammung ab. Zumindest beim Studiengang wird niemand sagen: "Du bist Roma, du darfst nicht studieren." (Es gibt sicherlich Stimmen, die das sagen, aber prinzipiell hat jeder das Recht drauf).
Außerdem dachte ich geht es um Berufsberatung/-förderung und nicht um Erhaltung der Sprache und der Kultur. Dsa eine hat vom Bildungsweg nichts mit dem anderen zu tun.

Ich denke, dass wenn man die Roma/Sinti nicht herausnehmen sodnern ganz "normal" im Schulalltag bzw. AMS Kurse miteinbeziehen würde (bzw. sie nicht extraordinär behandeln sondern als ganznormalen Schüler sehen) dann hätten sie auch automatisch die gleichen Chancen am Berufsmarkt. Wenn man aber immer wieder betont "Ihrseid Roma/Sinti, euch muss man fördern/anders behandeln", sei es im positiven oder negativen Sinn, entsteht doch auch bei diesen Menschen selbst eine Differenzierung ihrerselbst und unbewusst ist die "Integration" dadurch schwieriger.

Ich behaupte, dass wenn man als kompletter Gegensatz der Rassisten handelt (bei der ich glaub dass du dazugehörst), was überaus lobenswert ist, und dabei aber immer wieder unterscheidet zwischen verschiedenen Volksgruppen, dass dadurch genauso eine gewisse Trennung erfolgt. Keine böswillige, aber eben doch eine Trennung.
(Bitte korrigiere mich. Ich liebe es über dieses Thema zu quatschen^^)

Roma besuchen nun mal nicht

Roma besuchen nun mal nicht die Stubenbastei, Sacre coeur oder das Lysee. Und alle haben gleiche Bildungchancen ist eine Illusion, weil die "höhe des Sprungbretts" vom Einkommen des Elternhauses und folgend von der Gesellschaft definiert wird. Wenn eine Volksgruppe über Jahrhunderte "klein" gehalten wird von der Mehrheitsgesellschaft, dann verliert sich das "gesunde Bewusstsein"(dazu gibt es interessante Erklärungsmodelle aus der Neurologie, weil nach neuren Erkenntnissen das Hirn plastisch ist, was äußerst interessante Erklärungsmodelle liefert).

In zb. Tschechien sagen Eltern "ich will nicht, dass mein Kind mit einem Roma Kind die gleiche Schulbank teilt" die Schulen schicken auf Druck der Eltern der Mehrheitsgesellschaft die Kinder in Sonderschulen. Natürlich sagt keiner offiziell "du bist Rom, du darfst nicht mit anderen Kindern in die Schule gehen".

Und da fängt die Marginalisierung an, der Abwärtsspirale aus denen die Menschen mit alleiniger Kraft schwer bis gar nicht rauskommen.

Wieso sollen die Roma "ganz normal" gemacht werden - was man ja schon Jahrhunderte gemacht hat, sie "ganz normal" zu machen durch die Gleichschaltung der Mehrheitsgesellschaft - und sie taten es zum Teil nicht freiwillig, sondern aus Selbstschutz. Nach wie vor finden europaweite Übergriffe statt. Staatliche Sicherheitskräfte müssen Familien heute noch beschützen vor radikalen, vandalisierenden Kräften.

Integration ist nicht Sprache und Kultur zu verlieren und "normal" werden (was die Frage aufwirft, wer genau gibt die Maßstäbe an fürs "normal sein"), durch den Druck der Mehrheitsgesellschaft und der drauffolgenden Existenzängste indem man Roma aus dem ökonomischen Leben ausschließt.

Thara ist zudem ein Verein für junge Roma, um ihre Kulur als Volksgruppe zu pflegen - wieso soll der Verein nicht die eigene Volksgruppe ansprechen und Hilfe anbieten - und als Verein für Roma legitim ihre Sprache und Kultur pflegen und ihren Kindern unterstützung aus den eigenen Reihen anbieten.
Ein türkischer, Ex-YU oder chinesischer Kultur Verein wird ja nicht soviel Wert drauf legen bzw. auch nicht die Bedürfnisse der Roma Volksgruppe verstehen.

Das es positive Diskriminierung geben muss, ist ein trauriger Fakt in unserer Gesellschaft und ein Zeichen wie Menschen ausgeschlossen werden aus Gesellschaftsbereichen, dass es diese Form der Maßnahmen braucht.
Aber es ist das einzige Mittel was wir derzeit haben. Weil es nun mal auch so ist, dass verschiedene Volksgruppen einander rausdrängen aus dem Konstrukt und die dominantere Volksgruppe als Folge, dass gesellschaftliche Leben für sich vereinnahmt.

Weiters finde ich es auch völlig wichtig und richtig, dass bewusstsein der Roma Kultur zu stärken, weil wie wir alle zu gut wissen, rennt da einiges noch im Bewusstsein einiger Menschen sehr schief, die der Meinung sind das beschimpfungen mit Zigeuner noch unter die alltägliche normale Jugendsprache fällt und als "Normalität" postuliert wird.

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