Oarsch is Oarsch: Wie viel Verantwortung trägt ein Journalist?



Wie viel Verwantwortung muss ein Journalist für die Wortwahl seiner Interviewpartner übernehmen?

Wenn eine Person im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit steht, müsste man meinen, dass auch die Rhetorik sitzt, sowie eine derben Sprache vermieden wird, die vor allem bei Journalisten für Aufmerksamkeit sorgt.

Zugegeben - scheißt einer drauf, sich ständig konzentrieren zu müssen, wie er etwas sagt und was er sagt, wirkt es erfrischend ehrich. Alles andere kann leicht aufgesetzt wirken, wo das Gegenüber merkt, dass ein gewisses Training dahinter steckt, wo einem beigebracht wurde, wie öffentliche Auftritte und Interviews zu bewältigen sind. Eintrainierte Aussagen wirken faad. Ehrliche, aus dem Bauch heraus stammende Aussagen, die in die Persönlichkeit eines Menschen blicken lassen, dagegen sympathisch.

Letztens interviewte ich einen Mann, der in Österreich jedem ein Begriff sein müsste.
Und i muass sogn, doss des Interview wirkli leiwond woar.
Er sprach mit Wiener Dialekt und verwendete oft Oarsch in seinem Wortschatz.
Jedesmal beim Wort "Oarsch" fing ich an zu lächeln, zuckte meinen Kuli und notierte des Oarschzitat. Es war total erfrischend, vor allem weil er einfach ehrlich war und er sagte was für ihn Oarsch ist und was nicht. Jede Menge Oarschzitate folgten.

Und was kann ich jetzt für ihn tun? Soll ich für ihn die Verantwortung für sein Gesagtes übernehmen?
Soll i Oarsch schreiben, wo er Oarsch gsogt hot?
Oder soll ich es durch ein anderes Wort ersetzen, abschwächen?
Was käme in Frage für Oarsch? Nervig, blöd, unverschämt, idiotisch?

Ich schrieb das Interview und konnte mir nicht vorstellen, seine Ehrlichkeit zu verzerren. Außerdem bin ich dafür, dass jeder Mensch Verantwortung dafür übernimmt, was er sagt, vor allem beim Interview. Wenn du den Startschuss dafür gibst, dass die Redakteursohren auf ON sind, musst du achten was du sagst und was geschrieben werden wird.

Ist ein Journalist dafür verantwortlich, die derben Worte des Anderen zu verschönern?
Traut sich denn keiner Oarsch zu schreiben, wenn Oarsch gsogt wurde?
Ich habe mich getraut und bekam dann einen Anruf von der Pressestelle, die es freigeben sollte.
"Na! Des geht oba ned! Der ... sogt 10 x Oarsch am Tog. So redet er nun mal. Oba bis jetzt hot ka Journalist Oarsch g'schriebn. Des Oarsch miass ma streichen."

Schade! Aber im Interview musste Oarsch weg und wurde durch ein anderes Wort ersetzt, dass den Sinn von Oarsch ungefähr wiedergeben kann.
Ich bin dafür, dass geschrieben wird, was gesagt wurde. Und was gesagt wird, liegt in der Verantwortung des Sprechers und nicht des Zuhörers.

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oasch

Ein Journalist hat die Verantwortung für das Gesagte nicht, sondern allein der Aussprecher. Wenns ihm ein zwei mal rausrutscht, dann bitte. Aber wenns a echter Wiener sagt, als das normalste Wort der Welt, würd ich sogar eine Verschönerung als Veränderung des Gesagten bezeichnen. Weil, für ihn is oasch genauso normal wie jedes andere Wort. Und oasch macht einen echten Wiener aus. Wenn du das oasch ersetzt, machst du den Wiener kaputt. Dann ist er "nur mehr" Österreichet ^^

jo des is hoid gschisn

jo des is hoid gschisn jetzt, weu wos tuast wann ea des ned lesn wü doß ea oasch gsogt hod? Donn host earst recht den scherbn auf. (:

warum sollt ers nicht lesen

warum sollt ers nicht lesen wollen? hat er doch selber gesagt...

(oder hat er gesagt er wills nicht lesen und ich hab was nicht mitgekriegt?)

die interviews lesen die

die interviews lesen die interviewten nie selber. die freigabe machen ihre pr-leute. und wenn die es als schädigend empfinden, dann kann er noch so sachen gesagt haben.
das ist ja das heuchlerische.
wenn einer nen pr-menschen hinter sich hat, dann denkt dieser für einen.
kommt eh in interviews oft vor, dass neben einem star direkt der pr-mensch sitzt und bei der falschen frage gleich springt.
der star hätte geantwortet. aber der pr-mensch lässt es nicht zu.

pr-menschen

sind schlimm...
das ist der wohl hinterfotzigste Job der Welt!! Also, für uns natürlich, nicht für den Star, der in angagiert hat.

Österreicher wären sehr,

Österreicher wären sehr, sehr gute PR-Menschen, wenn sie sich mehr Internationalität zutrauen würden. Also im Vertuschen, Unwahrheit sagen, hinterfotzig sein, verleumden sind die Österreicher Weltmeister.

Donksche Ivana, des is hoid

Donksche Ivana, des is hoid so, wegn Bild in da Öffentlichkeit, do muas ma hoid integer wirkn oda so doa. (:

Für "Oarsch" kommt

Für "Oarsch" kommt "ungünstig" in Frage.

Aber lasse es beruhigt drucken wie er es gesagt hat - wenn er euch verklagt, weil er das "Nie" gesagt hat, auch nicht vor Zeugen, lasse dich vorübergehend kündigen/freistellen und nach zwei Monaten wieder einstellen. Arbeitest ja sowieso frei/willig für den Biber, soweit ich weiß.

Schließlich weißt du ja in welchem Land du wohnst, Österreich, das Land mit den meisten Menschen ohne Selbstbewußtsein und ohne Verantwortungsgefühl.
I'm loving it! (:

Eine "Oarsch" Situation

Eine "Oarsch" Situation Ivana. Ich finde auch dass der Interviewte selber aufpassen muss, wie er mit einem Journalisten spricht. Es ist nicht die Aufgabe von Redakteuren die Fehler ( sofern man es als Fehler bezeichnen möchte) auszubügeln. Ich würde es wortwörtlich so schreiben außer es rutscht ihm unabsichtlich ein oder zwei Mal heraus.

viele reden total anders,

viele reden total anders, dass merkt mann dann wenn zum beispiel die Kamera off ist und dann merkt man erst wie die reden und vor der glotze ON aufeinmal ganz anders. Aber wenn der Interviewte, dass auch so sagt, wenn ON ist und er auch weiss da sitzt jetzt eine Journalistin und schreibt mit, dann will er wohl, dass man ihm auch "beim Wort nimmt".

druck den schaas meiner

druck den schaas

meiner meinung nach wird umgangssprachlich eh viel zu wenig geschimpft

ja

würds auch riskieren. man kanns ja zwischen zwei gänsefüßchen ("") platzieren, dann tuts ned so weh

gänsefüßchen waren

gänsefüßchen waren dabeiiii. nutzt nix herst :D

und ich dachte

...biber darf alles?

verschönern ist mit schaas

PS: knackiges foto ;)

ab und zu kannst sagen

ab und zu kannst sagen "scheiß drauf, wir druckens ned"...
aber manchmal bleibt dir nichts anderes übrig.

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