RINGO GLAVINGO – Vol.1: HEIL FIDEL!



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Hier draußen vor der Schulter des Orion, im großen Asteroidenhaufen am Rand der bewohnten Zone, wo die kläglichen Reste der Menschheit ein neues Zuhause finden, ist man entweder schnell - oder schnell tot.

Dies sind die Abenteuer von Ringo Glavingo, dem letzten Space Cowboy, der dorthin reitet, wohin die Vernunft es nicht wagt!

 

Ein neuer Job

Vieles ist anders, seit ich das letzte Mal hier draußen, vor der Schulter des Orion war. Sogar die Piraten aus den Badlands jenseits der bewohnten Zone müssen damit rechnen, einem dieser Kreuzfahrtschiffe für Superreiche zum Opfer zu fallen. Neuerdings, müsst ihr wissen, kann man für fette Kohle einen Urlaub all inklusive Piraten-Abknallen buchen. Diese Geschäftsidee bringt Space Marines Sgt. im Ruhestand Joe Drum jede Menge Kohle.

 

Ja, so Vieles hat sich geändert - nur meine Situation ist dieselbe. Ich bin pleite, hab keinen Job und brauche dringend Ersatzteile für mein Schiff. Joe Drum bietet mir Job und Kohle an. Ich soll auf seinem umgebauten Lastkahn in den Outer Rim mitfahren und Piraten abknallen, falls es einer seiner Kunden nicht ganz hinbekommt. Oder keine Lust auf den Gnadenschuss hat, weil der Geldsack kotzen muss, wenn der erschossene Pirat noch mit dem Fuß zuckt...

Das ist in etwa die Jobdescription. Vorschuss gibt es auch. Morgen geht es los, aber heute Nacht leite ich den Vorschuss in den Wirtschaftskreißlauf von Mors Isley. Hauptsächlich in die Bars und üblen Schuppen, meine ich... . Die Ersatzteile können warten.

 

Abflug in den Outer Rim

Der letzte dieser Schuppen vor dem Filmriss und vor dem Ende des Vorschusses, ist die Korowa Milchbar. Dort gibt es Milch und Syntetix. Ich nehme immer ein Molokko-Syntemesk oder, wenn ich richtig Kohle hab´ Molokko-Syntecox. Man soll das aber nicht mit Alkohol mischen. Sonst: Filmriss. Das Letzte davor: Jenny! Oder Jimmy, keine Ahnung... alle waren nackt...

 

Das manche auch Tentakel hatten, fällt mir erst wieder ein, als ich die MoscaMigo an Joes Dampfer andocke. Das ist meine einzige Bedingung: mein Schiff kommt mit, dafür spart Joe Kabine und Verpflegung auf der Floston P.. Die Uppers, die ich gegen den Syntecox-Milch-Alkohol Kater abschlucke, müssen mich nur noch durch den Handshake mit dem Rest der Besatzung und den Gästen auf der Floston bringen. Danach kann ich drei Tage meinen Rausch ausschlafen. So lange dauert der Flug bis Hope 9, dem letzten Außenposten der zivilisierten Galaxis. Danach beginnt der Outer Rim. Und die Badlands. Was hinter den Badlands ist, weiß niemand so genau. Es heißt in den Lehrbüchern, hier beginne der intergalaktische Abgrund, das pure Nichts zwischen den Galaxien. Aber von diesen Wissenschaftsfuzzis, die diese Bücher schreiben, war noch keiner selbst dort.

 

Die Luftschleuse der Mosca ist stabil, alle Systeme auf Standby. Für alle Fälle. Joe hat einen guten Ruf, aber so was kann man hier auch kaufen. Auf dem Weg zur Brücke, sehe ich mir die Innereien der Floston an. Von Außen sieht sie aus, wie der Lastkahn der sie immer war. Leichte Beute, ein richtiger Piratenmagnet. Aber im Inneren ist alles ganz anders. Und Joe ist sehr stolz darauf:

„Die Triebwerke sind aus einem Schlachtkreuzer der Marines, Panzerung und drei der Kanonen auch! Zehn Luxuskabinen! Jede hat einen eigenen Feuerleitstand, Bio-interface, Software – alles Militärkram! Es ist fantastisch!“

 

Joe´s Besatzung ist die übliche Mischung aus Ex-Marines, Kopfgeldjägern und Typen die davon leben, keine Fragen zu stellen. Typen wie ich einer bin. Die meisten dieser Jungs funktionieren noch ganz gut, trotz all der Drogen die sie einwerfen. Manche auch nur wegen all der Drogen, die sie einwerfen. Ich verhalte mich da ganz professionell. On Job gibt´s nur Whiskey Sour – und sonst gar nichts! Aber in diesem Fall ist das nicht so wichtig, denn selbst wenn die Besatzung aus lauter Zombies bestehen würde, die Floston kann es mit einer ganzen Flotte von Piratenschiffen aufnehmen. Dafür sorgt der Computer. Ebenfalls Militärkram, den Joe auf irgendeinem Militärschrottplatz aus einem toten Militärschiff herausgerissen hat. Ich bin zufrieden: leichter Job, gute Kohle.

 

Die Passagiere sind eine ganz andere Story. Einige Magnaten aus der Wirtschaft, der Jackpotgewinner vom letzten Monat und dieser Schauspieler, der in einer Holoserie den Kapitän eines Kriegsschiffes aus der Zeit der Klonkriege spielt. Er ist schon das vierte Mal dabei, weil es ihm hilft, seine Rolle besser zu spielen. Sagt er. Aber ich glaube, er knallt einfach gerne Leute ab. Kurz vor dem Abflug kommt noch Mrs. Cortney Gaddahaveit deren Talent darin besteht, ihre diversen reichen Ehemänner zu überleben und trotz fortgeschrittenen Alters wie 22 auszusehen. Mrs. Cortney knallt gerne Leute ab und macht kein Geheimnis daraus. Ebenso wie Mr. Angel, der berühmte Prediger vom AfterLife Channel, der nach jeder solchen Reise seinen Schäfchen versichert, es gäbe kein besseres Gefühl, als das Böse persönlich zu bekämpfen. Er hat gleich zwei Kabinen gemietet: eine für sich und eine für die Bekehrung von gefangenen Piraten. Keiner weiß, was Mr. Angel dort mit ihnen treibt, aber es ist die einzige absolut schalldichte Kabine auf der Floston...

 

Als letzter kommt noch Joe´s Partner Jose, der Pilot, an Bord. Im Gegensatz zu Joe ist Jose wortkarg, dünn wie ein Stahlseil und ebenso zäh. Mein Tipp: ehemaliger Kampfpilot, ehemaliger Schmuggler, ehemaliger Amphetamin-Junkie. Oder so ähnlich.

 

Nach zwei Stunden kann ich mich endlich in der Mosca breit machen. Auf der Außenhülle der Floston sieht mein Schiff aus wie ein Maikäfer, der auf einem Müllcontainer gelandet ist. Aber die MoscaMigo ist kein hilfloses Insekt. Ich habe sie vor vielen Jahren beim Pokern gewonnen und bisher hat sie mich aus jeder Scheiße herausgeflogen in die ich sie hineingesteuert habe. Die Mosca ist ein ehemaliger Langstreckenaufklärer für eine Besatzung von vier und besteht praktisch nur aus dem Triebwerk, an dem der Vorbesitzer einige Modifikationen vornimmt, die weder legal noch im Sinne der Ingeneure sind, die es einst entwerfen. So ähnlich ist es auch mit den drei Kanonen und der leichten Außenpanzerung. Zwei der ehemaligen Kabinen sind nun Laderaum für ein paar Tonnen heißer Ladung und in den anderen zwei, beliebe ich zu hausen.

 

Bis wir Hope 9 erreichen, gibt es nichts, was ich zum Erfolg dieser wunderbaren Reise beitragen kann. Also öffne ich eine Flasche Johhny Flyer, fülle ein Glas, kippe einige Eiswürfel hinein und tropfe etwas synthetische Zitronensäure dazu. Ich gieße das Zeug auf ein Mal in die Kehle. Das Syntecox, in Resten noch in meinem Blut und meinen Hirn vorhanden, reagiert sofort mir dem Whiskey Sour!

Filmriss!

 

Hope 9

Vor uns schwebt der letzte Außenposten der Zivilisation in dieser Galaxis. Es ist nur ein Felsbrocken der vor einigen Millionen Jahren vom Großen Asteroidenhaufen abgetrieben ist und nun als Halterung für einen Sender dient. Das Signal des Senders wird in die Badlands und weit darüber hinaus geschickt. Es ist ein Holostream, der diverse Gemetzel, Hinrichtungen und Kriegsverbrechen zeigt, zur Warnung an alle, die hier in die Bewohnte Zone eindringen. Diese Botschaft kann nicht missverstanden werden, egal ob man Tentakel hat oder Arme und sie lautet: „Willkommen in der Zivilisierten Galaxis! Wir sind sehr garstig! Leg´ dich nicht mit uns an!“

 

Was während der letzten drei Tage an Bord der Floston abläuft, bekomme ich nur in Bruchstücken mit. Offenbar streitet Joe´s Besatzung, wer die dralle Mrs. Gaddahaveit betreuen darf. Weil ich der Einzige bin, dem es scheißegal ist, für welchen dieser Wochenend-Mörder ich den Babysitter spiele, bekomme ich den Job. Ihre äußeren Reize und inneren Werte können nicht bis zu meiner Hypophyse vordringen, weil ich Dolly, die Holo Hure habe, die irgendwo in den Datenbanken der Mosca lebt und deren Äußeres veränderbar ist. Außerdem entsprechen Dolly´s innere Werte genau meinen Vorstellungen von Moral.

 

An dieser denkwürdigen Grenze zwischen uns und dem Rest des Universums, bekommt der Jackpotgewinner vom Vormonat seine Rimtaufe. Es ist eine widerwärtige Prozedur deren einziger Sinn darin besteht, den armen Teufel, der zum ersten Mal den Outer Rim durchfliegt, bis zum Abkotzen mit Alkohol abzufüllen und ihm danach diverse Erniedrigungen anzutun, deren harmloseste darin besteht, einem der Robodiener das Hydrauliköl abzusaugen. Mit dem Mund versteht sich. Woher diese dumme Sitte stammt, weiß heute niemand, aber es hat etwas mit der alten Heimat der Menschen zu tun.

 

Nachdem der Jackpot-Knabe abgearbeitet ist, lässt Joe die Floston P. in den Kampfmodus versetzen. Ab jetzt ist mit Piraten zu rechnen, auch wenn jeder weiß, das so nah an Hope 9 keine zu finden sind. Es ist mehr eine Show für die Gäste, die keine Augen für die Schönheit der Galaxis hinter uns haben, sondern nur in den Abgrund starren, in dem sie den Kick des Tötens zu finden hoffen.

 

Aus dem Abgrund

Eine Woche nach Passieren der Grenze bei Hope 9, hat die Floston P. das erste Piratenschiff zu Klump geschossen. Alle Gäste hatten jede Menge Spaß, ganz besonders an den Funksprüchen der Piraten, als sie begreifen, worauf sie da getroffen sind.

 

Die meisten von ihnen sterben durch die ersten Salven der Floston und die Überlebenden werden in ihrem eigenen Schiff von Robodrohnen gejagt. Mrs. Gaddahaveit ist besonders Geschickt an der Fernsteuerung und ich werde den Eindruck nicht los, dass Sie jedes Mal einen Orgasmus bekommt, wenn eine der Chemokugeln aus ihrer Robodrohne einen Piraten trifft. Der Getroffene verbrennt langsam in seinem Raumanzug weil die Chemomunition einen chemischen Verbrennungsprozess auf relativ niedriger Temperatur auslöst und es Stunden dauert bis der arme Teufel aufhört zu schreien und zu zucken. Ich muss nicht viel mehr machen, als hie und da den Scanner der Drohne zu justieren, damit Mrs. Gaddahaveit besser zum Schuss kommt.

 

Von der gesamten Besatzung dieses namenlosen Rosteimers bleiben nur drei Männer am Leben. Einer ist der Kommandant und die anderen zwei sind seine Leibwächter. Mr. Angel fängt sie mit seiner Drohne, um sich später in der schalldichten Kabine der Rettung ihrer Seelen anzunehmen. Offenbar wissen die drei was ihnen bevorsteht, was die Frage aufwirft, wie das geschehen kann? Denn Mr. Angel hat schon viele Piratenseelen gerettet, bloß überlebt das kein Pirat jemals. Wahrscheinlich ist irgendwann einer von Joes Besatzung selbst Pirat geworden und hat seinen neuen besten Freunden von Mr. Angel erzählt. Doch dieses Wissen nützt den drei Piraten nun gar nichts. Sie warten apathisch in der Gefangenenzelle der Floston und verfluchen den Moment, als sie denken, da sei fette Beute direkt in ihren Rachen unterwegs.

 

Der Jackpotgewinner schießt eine Rettungskapsel ab, die leer ist und sich automatisch vom Piratenschiff löst, die Magnaten haben eine Wette laufen, wer mehr Piraten anzündet und Joe muss persönlich eingreifen, als einer von ihnen unachtsam ist und ein Pirat Joes teure Drohnen beschießt. Nun streiten die Magnaten, wem dieser Kill zugerechnet wird.

Alles in allem ist die Stimmung nach diesem ersten Gemetzel ausgelassen und ich gönne mir reichlich Whiskey Sour. Mrs. Gaddahaveit zeigt sich von ihrer witzigen Seite und erzählt von den verqueren sexuellen Vorlieben ihrer toten Ehemänner, die zu Lebzeiten allesamt Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Säulen der Gesellschaft sind. Alle halten sich die Bäuche vor lauter Lachen, nur Jose nicht. Er schaltet die Floston auf Automatik und verschwindet in seiner Kabine.

 

Doch nicht für lange. Als die Party ihren Höhepunkt erreicht und Joe seine mächtige Wampe entblößt, um sie zum Tanzen zu bringen, ertönt der Scannner. Es ist eine Proxy- Warnung, ein unbekanntes Schiff kommt näher. Jose ist blitzartig wieder im Pilotensitz, ohne das ihn jemand auch nur kommen sieht. Sicher hat er einen Reserveleitstand in seiner Kabine und lässt die Floston nie gänzlich unbewacht. In Erwartung neuer Opfer, laufen die, die es noch können zu ihren Feuerleitständen und die, die zu betrunken oder sonst wie drauf sind, überlassen das ihrem jeweiligen Betreuer. Die Floston ist binnen Sekunden wieder kampfbereit!

 

Das unbekannte Schiff ist klein. Sogar verglichen mit der MoscaMiga. Und es treibt direkt auf die Floston zu. So weit draußen in den Badlands kann man mit einem so kleinen Schiff nicht überleben aber das ist nicht die einzige Merkwürdigkeit.

„Es ist keines von unseren!“ stellt Jose trocken fest. „Vielleicht eine alte Rettungskapsel aus der Zeit der Metallsucher...“

Joe ist skeptisch: „Ablenkungsmanöver?“

Jose hingegen ist ganz entspannt: „Sonst nichts auf dem Scanner, Hombre! Das ist keine Falle! Da treibt eine Puta di Madre von Schrotthaufen auf uns zu und keiner ist drinnen! Mira tu Amigo! Der Scanner zeigt nada an!”

Das überzeugt Joe nicht und er justiert den Bioscan auf höchste Empfindlichkeit. „Mira tu ahora! Einer lebt noch! Da!“

Joe drückt seinen dicken Daumen auf die Holographik vor Joses Gesicht, das nunmehr ganz aus Zusammengekniffenheit besteht, auf der seine Hakennase wie ein Fragezeichen hervorsteht. Der Scan ist eindeutig: irgendwas tiefgefrorenes an Bord dieses eigenartigen Schrotthaufens, gibt Lebenszeichen von sich. Gerade noch.

Boromir, einer der Kopfgeldjäger, der noch nicht ganz zugedröhnt ist, hat eine Idee: „Vielleicht so´n Metallsucher von damals? Hat sich mit der Rettungskapsel abgesetzt, aber das hat ihn nicht gerettet...“

Aber Joe ist noch immer skeptisch: „Rettungskapsel? Sieh dir mal die Werte an! Außenhaut aus Alluminium, keine Panzerung, chemischer Antrieb, keine Waffen...! Das Ding ist höchstens aus einem Museum abgehaut und hat den Museumsdirektor mitgenommen!“

Jose´s Mine entspannt sich als er mit seiner Theorie herausrückt: „Wenn´s einer von den alten Metallsuchern ist, hat er vielleicht etwas wertvolles gefunden, sich von seinen Kumpels abgesetzt und hatte bloß Pech! Amigos, was auch immer an Bord ist, es gehört uns! Und wenn an Bord nada ist, verkaufen wir den Schrott an das Museum zurück... todos con Museumsdirektor!“

„Oder machen ein paar Zielübungen!“ Mrs. Gaddahaveit ist wieder auf der Brücke und scharf auf einen Kill. Alle anderen sind scharf auf Mrs. Gaddahaveit.

Schließlich trifft Joe die Entscheidung: „Wir holen das Ding in die Lastschleuse, popeln diesen Typen raus, tauen ihn auf und quetschen ihn aus! Mal sehen was er zu sagen hat!“

Während die Besatzung mit dem seltsamen Schiff beschäftigt ist, reicht mir Mrs. Gaddahaveit einen Whiskey Sour. Ich nippe und er ist genauso wie ich ihn mag: sauer und kalt wie der Kosmos.

„Was meinen Sie, Ringo?“ Ihre Stimme ist samtweich, wie die Berührung einer Vogelspinne vor dem Todeskuss.

„Sie mixen den Whiskey verdammt gut...“ Ich halte das für eine gute Antwort, aber sie lacht wie ein Kutscher, was ein krasser Gegensatz zum samtigen Säuseln von vorhin ist. Spinne bleibt eben Spinne, selbst wenn sie säuselt.

„Ich meine das Schiff, Ringo Sie Dummerchen...“

Deswegen mag ich Dolly, meine Holo Hure. Sie nennt mich immer Meister...

„In einer Stunde wissen wir es, Mrs. Gaddahaveit. Ich stelle nur ungern Vermutungen ohne sicheres Wissen an. Sowas kann einen hier draußen den Kopf kosten...“ Ich merke, dass Mrs. Gaddahaveit noch etwas anderes interessiert.

„Sie sind anders als die meisten hier... Sie sehen mich als einziger nicht so... hm... gierig an. Gefalle ich ihnen nicht? Sind sie Schwul? Oder haust in ihrem Herzen eine Matrosenbraut die in einem fernen Hafen nach ihnen schmachtet? Und sie nach ihr?“

„Oh... Dolly ist nicht meine Braut... mehr eine Lebensgefährtin. Aber sie haben Recht, ich denke mehrmals am Tag an sie. Und ich bin kein Matrose, ich bin selbstständiger Schmuggler mit eigenem Arbeitsgerät.“ Der Rest vom Whiskey brennt sich seinen Weg durch meine Speiseröhre bis zum Magen. Etwas tiefer, wo die Wärme des Alkohols abstrahlt regt sich eine Emotion. Ich denke an Dolly.

Unser kleiner Flirt wird von Jose unterbrochen. „Senhora, Amigo! Mira! Das müsst ihr euch ansehen!”

 

Auf dem Hauptholo ist das fremde Raumschiff nun in allen Einzelheiten zu sehen. Jose zieht es vorsichtig mit dem Traktorstrahl bis vor den Bug der Floston, sodass die Kameras und Scanner es von allen Seiten erfassen können. Zum ersten Mal nehme ich die Stimme des Computers der Floston bewusst wahr und was diese Stimme uns mitteilt, ist beunruhigend. Und eigenartig.

„Lebensform: Homo Sapiens Sapiens. Biologisches Alter: 99. Lebenszeichen: minimal. Wiederbelebung: möglich, Erfolgsaussicht bei 80%. Raumfahrzeug: Raumstation Mir. Herkunft: Erde.“

 

FORTSETZUNG FOLGT! LIESTU!

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