Saturday Night Fever auf BIBER-Art



Wo Molti, Spotzl & Co jedes Wochende rein kommen, müssen Semih, Ali und Liridon draußen bleiben. Warum? Weil sie Ausländer sind.

 

Semih, Ali und Liridon, Jugendliche aus Oberösterreich mit Migrationshintergrund, schildern einen Fortgehabend. Einen den sie nie vergessen werden, weil sie sogar bis nach Salzburg fuhren, um auch dort von Securitys abgelehnt zu werden.

 

First Stop – Linz

Es sollte ein lustiger Abend werden. Semih, Ali, Liridon und ein paar andere wollen Party machen. In Linz soll es zunächst ins Nachtwerft gehen. „FSK 18“, fordert der Security die jungen Männer auf. Soll heißen, Ausweise herzeigen, ihr müsst bestätigen, dass ihr 18 seid. Ali habe es nicht einmal bis zum Herzeigen geschafft, da hat ihn der erste Security schon abgelehnt. „Aber andere 16-jährige Kinder hat er rein gelassen.“, ärgert sich Liridon. Also ziehen sie zum nächsten Linzer Club Imperio weiter. „Andere Baustelle“, sagt dieser Security. „Genauso hat er es gesagt, ich schwöre.“, ärgert sich Liridon weiter. „Nicht einmal, wenn ich so eine Nerd-Brille aufsetze komm´ ich rein. Obwohl ich mich extra für´s Fortgehen schick mach, mit Krawatte und so.“. Ali erklärt: „Nur, wenn ich mit einem oder mehreren Mädels ankomme, lassen sie mich rein.“-„Aber auch nur, wennst a Maßen hast.“, wirft Liridon ein, was auf gut Österreichisch Glück bedeutet. „Und manchmal sagen sie, wir müssen uns VIP-Karten kaufen, obwohl es gar keine gibt.“, schüttelt Semih den Kopf.

 

Next Stop – Vöcklabruck

In Vöcklabruck gibt´s die Disco Sugarfree. Der dortige Security hat den Jugendlichen seine Ablehnung folgendermaßen erklärt: „Ich bin auch Ausländer, ich weiß wie das ist. Aber ich kann nix machen. Der Chef hat gesagt, dass ich keine rein lassen darf.“. Wieder keine Party für die Burschen.

 

Last Stop – Salzburg

In Salzburg sind die Jungs nicht mal in eine Ortschaft vorgedrungen. Am Flughafen gab es ohnehin 3 Clubs nebeneinander, aber in keinen ist ihnen Eintritt gewährt worden. „Und für DEN Abend haben wir auf der Tankstelle 45 Euro liegen lassen.“, fühlen sich Liridon und seine Freunde berechtigt diskriminiert. In dem Örtchen, in dem sie leben, gebe es nix. Nur eine Sisha-Bar, aber die wäre so peinlich, dass sie ihren Namen nicht einmal nennen wollen. So war dieser enttäuschende Abend am Ende.

 

 

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„Wenn die Leut´ DAS Foto sehen, fragen die sich eh nimma, warum wir nirgends rein kommen.“, macht sich Liridon über das Bild und sich selber lustig. Das find ich sympathisch. Wo sie in Wien richtig Fortgehen können, wenn sie mal da sind haben sich mich gefragt. Ich glaub die Clubs, bei den Stadtbahnbögen U6 Nussdorfer Straße, könnten ihnen gefallen. Was meint ihr?

 

Tipps für die Jungs willkommen!

 

 

v.l.n.r.: Semih, Ali, Baris, Norbert, Liridon

 

Foto: Sarah Al-Hashimi

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Unabhängig davon, ob man

Unabhängig davon, ob man reinkummt oder nicht, finde ich es grauslich, daß sich Jugendliche so viel für Saufen und leichtlebiges Fortgehen interessieren.

 

Das ekelt mich an.

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