So viel zum Betrug



Er wid von einem Kamerateam begleitet, obwohl er sich selbst schon an einem Filmset befindet. Für sein Kamerateam ist er die Hauptperson, am ursprünglichen Filmset jedoch, spielt seine Frau die Hauptrolle. Sie ist Pornodastellerin und dreht gerade einen neuen Streifen. Auf die Frage warum er in dieser Sitaution zufrieden lacht, antwortet er simpel: “Weil sie glücklich ist.“
 
Minuten zuvor erzählte er noch seine Geschichte in die Kamera: Er ist mit einer Pornodarstellerin zusammen, die ihren Job aber auch ihn liebt. Nach einigen langen und intensiven Gesprächen mit seiner Frau, entschließt er sich dazu sie samt den ungewöhnlichen Umständen zu akzeptiern. Dinge nicht zu bewerten, also weder gut noch schlecht zu heißen. Sie einfach zu sehen wie sie sind und seine Frau mit der selben Leidenschaft zu lieben mit der er sich auch in sie verliebt hatte. Friede, Freude, Eierkuchen! Wow, nein Doppel-Wow! Es ist nicht kompliziert, es ist sogar ganz einfach.
 
Irgendwie bringt sein zufriedenes Lächeln, wärend seine Frau einen anderen Mann zum Höhepunkt begleitet, meine rosa Welt zum wanken und für einen Moment fühle ich mich kleiner als ein Sandkorn. Ich vernehme, dass ich mich damit konfrontiert, fast ein bisschen schäme. Nicht der Bilder wegen die über den Bilschirm, meiner grüngestrichen Wand eine türkisen Hauch verleihen, sondern wegen mir selbst. Weil ich mir verglichen mit diesem Mann ziemlich schwach vorkomme. Ich gehöre nämlich zu der Wenn-Du-Mich-Betrügst-Bin-Ich-Schneller-Weg-Als-Du-Schnell-Sagen-Kannst-Sorte. Aber was genau ist Betrug? Und was zum Teufel ist dann wahre Liebe?
 
Ist Betrug immer schlecht oder kann es auch einen guten geben? Eine Freundin, die in einer langjährigen Beziehung ist, hat mir mal gestanden, dass sie ihren Freund betrogen hat. Zuerst schockierte mich das, irgendwie waren die zwei ein Traumpaar für mich. So etwas hätte ich weder ihr noch ihm zugetraut. Aber wen interessiert das?! Egal. Sie ist der festen Überzeugung, dass ihr das Fremdschlafen die Augen geöffnet hat. Sie hat dadurch wieder erkannt was sie an ihrem Freund und der etwas eingeschlafenen Beziehung hat. Seither läuft diese wieder auf Hochturen und solange der Freund nix weiß – eh schon wissen.
 
Also, wo fängt Betrug an und wo hört er auf? Im Grunde betrügen wir dann, wenn wir etwas tun, wovon wir genau wissen, es würde unseren Partner verletzt – wenn er davon wüsste. Aber was wenn man garnicht so genau weiß wo die Schmerzgrenze des andern liegt? Und überhaupt, kann der Betrug je aufhören wenn er schon mal begonnen hat? Kann er auch einmal verschwinden, so als ob er nie passiert wäre oder ist er wie ein Schandfleck immer da? Kann unser Gewissen ein Auge zu drücken? Was sagt dann unser Ego dazu?

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"Aber was wenn man garnicht

"Aber was wenn man garnicht so genau weiß wo die Schmerzgrenze des andern liegt?"

Es ist - finde ich - nicht wichtig wo die Schmerzgrenze liegt, denn Tatsache ist, dass man den Partner, den man liebt und von dem man geliebt wird, verletzt, egal wie stark der Schmerz ist oder wieviel die Beziehung aushalten kann. Bevor man jemanden betrügt, sollte man sich bewusst sein, dass die Beziehung sich ändern wird, ob der Partner es nun erfährt oder nicht. Ich persönlich könnte das mit meinem Gewissen nicht bereinigen, allein schon die Tatsache, wieder mit meinem Partner zu schlafen, zu wissen, er vertraut mir blind, dass er gar nicht ahnt von meinem Betrug, also ich könnte kein Auge mehr zu drücken .. Betrug fängt schon im Kopf an, und man sollte überlegen, warum reizt mich das Fremde, was läuft falsch, bin ich nicht mehr glücklich, reicht mir die Beziehung nicht mehr aus? Will ich Vertrauen und Treue wirklich gegen Spaß und das Unbekannte tauschen?

wenn du so denkst und dein

wenn du so denkst und dein freund auch, dann ist es schön, dass ihr euch gefunden habt. das passt.

wir sind alle verschieden, deswegen dieser satz. es gibt menschen, wie z.b der mann aus dem blog oder die frau die damir erwähnt hat, denen sexuelle treue nicht so wichtig zu sein scheint. bei denen müsste der partner dann was ganz anderes anstellen, dass sie sich betrogen fühlen.

es gibt paar die jahre lang zusammen sind, aber offene beziehungen führen. das bedeutet sie haben auch andere sexualpartner únd spielen dabei immer mit offen karten. für die ist betrug, dann auch was anderes.

Ps: ich persönlich finde, dass auch treue und das vertraute, sehr viel spaß machen kann.

Respekt

eine emotional sehr reife und seltene Einstellung. Schön, dass du so fühlst.

Dankeschön :)

Dankeschön :)

Betrug ist nie gut

Also, wenn du mich fragst, dann kann ein Betrug gar nie gut an und für sich sein. Es kann ein geringeres Übel als andere sein, aber gut? Nein. Bei einem Betrug kriegt man etwas, was dem anderen genommen wird, quasi ein Diebstahl, und der/die Betrogene spürt das: positive Gefühle weg, negative da!
Dass Katastrophen auch positive Aspekte haben können ist klar, aber sie werden dennoch nicht vorsätzlich angestrebt, meistens jedenfalls.
Jemanden nicht zu betrügen stärkt aber eine Beziehung auch nicht. Also auch kein Wert an sich, der so toll wäre. Eine starke Beziehung hält den Betrug aus, ja klar, aber wenn die Beziehung so stark ist, warum kommt es dann erst dazu?!

Besonders mies finde ich den Betrug, wenn der/die Neue schon da ist, und - damit kein Single-Loch entsteht - ein fließender Übergang stattfindet, ohne dass alle Beteiligten es wissen.
Interessant finde ich den Ansatz, dass es nur dann Betrug ist, wenn er geheim stattfindet. Für mich aber auch unmöglich.
Sandkorn? Na ja, ich hab mal einer Freundin geschrieben:

In deinen Händen ist die Welt kleiner als ein Stein, aber dann wieder ein Stein größer als die ganze Welt.

ich habe mich wohl schlecht

ich habe mich wohl schlecht ausgedrückt. einen betrug sehe ich auch dann als betrug, wenn er stattgefunden hat und der partner (noch) nicht davon weiß.

ich finde interessant was du sagst: "eine starke beziehung hält den betrug aus, aber wenn sie so stark ist, warum kommt es dann dazu?"

Du hast dich nicht schlecht ausgedrückt

Ich hab es jedenfalls nicht anders als du verstanden. Ja, die starken Beziehungen....vielleicht verwechseln manche stark mit lang.

ja, eine lange beziehung

ja, eine lange beziehung muss nicht allein wegen ihrer dauer als stabil gelten.

hab zu diesem thema mal bei

hab zu diesem thema mal bei kerner ein ziemlich interessantes interview gesehen. zu gast war ein soziologe der eine zeit lang in thailand war und ein buch über das leben der prostituierten geschrieben hat. leider fällt mir sein name jetzt nicht ein.

er hat gemeint, dass die prostituierten eine ganz eigene auffassung von intimität und treue "entwickelt" haben. eine beziehung zu einem mann zu haben der abends nach der arbeit nach hause kommt, mit der frau zusammen lebt und sich um sie kümmert ist für sie viel intimer als sex mit anderen männern zu haben. klingt auf dem ersten blick recht heftig, macht aber eigentlich sinn wenn man darüber nachdenkt.

generell finde ich das solche grundsätze wie oben beschrieben mit der Wenn-Du-Mich-Betrügst-Bin-Ich-Schneller-Weg-Als-Du-Schnell-Sagen-Kannst-Sorte in der praxis oft gar nicht so leicht umzusetzten sind wie man sich selber eingestehen möchte. die liebe hält sich halt nicht immer an solche regeln...

ich glaube jeder könnte sich jetzt solche "Was wäre wenn"-szenarien im kopf durchdenken und nicht immer eine gute antwort finden

nemand hat gesagt, es wäre

nemand hat gesagt, es wäre leicht jemanden zu verlassen den man eigentlich liebt. aber ist es nicht so, dass wenn man davon erfährt, dass man hintergangen wurde, ein bruch entsteht? etwas verletzendes über das man nicht hinweg sehen kann. man kann es nicht mehr rückgängig machen, es ist nun mal da. die frage ist kann man damit leben? und wenn ja wie sieht dann dieses zusammenleben dann aus? ist das noch erstebenswert?

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