Um den Kopf gewickelt

Bei Blanka Slak Rupnik dreht sich alles um den Turban. Wie das extravagante Accessoire das Leben der Slowenin veränderte, und von Wien aus die ganze Welt erobern soll.

Foto: Zoe Opratko
Foto: Zoe Opratko

Von Nada El-Azar, Foto: Zoe Opratko

Woher das mit den Turbanen kommt, ist eine weniger glamouröse Geschichte, als es nach außen hin aussieht“, erzählt die 29-jährige Designerin. Ihre Großmutter mütterlicherseits, eine modische und temperamentvolle Italienerin, brachte ihr das Nähen bei. „Sie hatte immer diesen Coco-Chanel-Flair“, erinnert sie sich zurück. Als Blanka etwa 18 Jahre alt war, erkrankte ihre Großmutter an Krebs und verlor ihr ganzes Haar. Um

ihr in Zeiten der Krankheit ein bisschen Glamour zurückzugeben, begann ihre Enkelin verzierte Turbane für sie zu nähen.

Turban statt Hidjab
Heute verkauft Blanka ihre Turbane unter dem Namen „TRIBBE Hats By Blanka “ in ihrem Online-Shop. Der Kopfschmuck verleiht seiner Trägerin Stärke und Selbstbewusstsein – dass ihre Kundinnen sich so fühlen, ist für Blanka ein großer Antrieb: „Ich hätte niemals gedacht, dass ein Stück aus einer so traurigen Zeit in meinem Leben so vielen Menschen so große Freude bereiten könnte.“ Eigentlich ist Blanka Psychologin, aber das hing sie an den Nagel, nachdem die Turbane die Oberhand über ihr Leben gewannen. Ihre Ausbildung hilft ihr allerdings dabei, besser auf die Bedürfnisse ihrer Kundinnen eingehen zu können. Viele muslimische Frauen ziehen Blankas Turbane als stylische Alternative einem gewöhnlichen Kopftuch vor. „Neben Russinnen gehören Araberinnen zu meinen besten Kunden!“, lächelt sie stolz.
Geschäftsfrau und Mutter
Blanka ist ehrgeizige Geschäftsfrau und dreifache Mutter – Selbstständigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen, ist für die Powerfrau ein ständiger Balanceakt. „Wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin, vermisse ich die Arbeit. Wenn ich arbeite, ist es umgekehrt!“ Blankas vierjährige Tochter steht gerne mal auf Instagram als Mini-Testimonial vor der Kamera. Als Mutter erlaubt sich Blanka nicht, Party zu machen. Ihre ganze jugendliche Verspieltheit spiegelt sich dafür in ihren Designs wider.  
Gerade laufen die Vorbereitungen für die Eröffnung ihrer ersten Boutique am 21. September 2017 in der Bognergasse 7 im Wiener Goldenen Quartier auf Hochtouren. Das Innenleben bestimmt sie – der Laden ist eine Repräsentation ihres Selbst. Wien sollte der Dreh- und Angelpunkt in ihrer Karriere bleiben, aber dies ist erst der Anfang. „In 10 Jahren möchte ich Läden in Berlin, Bangkok und New York eröffnet haben.“

WKO-Wien hilft
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Die Selbermacherin-Serie ist eine redaktionelle Kooperation von das biber mit der Wirtschaftskammer Wien.

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