Unser Chefe über biber und warum es uns gibt
Interview. „Biber“-Chef Simon Kravagna über Auseinandersetzungen und Erfolge in seiner Multikulti-Redaktion.
„Die Presse“: Für „Biber“ schreiben Kroaten, Serben, Türken, Kurden. Das läuft wahrscheinlich auch nicht immer spannungsfrei ab?
Simon Kravagna: Es läuft sehr lebendig ab. Und mittlerweile sehr professionell. Aber natürlich hat es Zeiten gegeben, in den Anfangsjahren, in denen die Konflikte, die es in den Herkunftsländern gab, auch in der Redaktion zu spüren waren. Da war noch nicht allen klar, dass hier Journalismus gemacht und nicht die Herkunftspolitik nachgespielt wird. Ich war schon oft verblüfft über die Emotionen, mit denen ich konfrontiert war. Ich kann mich an einen Tag erinnern, da sind uns 25 Prozent der Blogger abhanden gekommen, weil die eine Gruppe beschlossen hat, sie will nicht mehr mit der anderen auf der gleichen Homepage schreiben.
Welche Ursachen hatte das?
Kravagna: Einmal war es der Einmarsch der Türkei in den Irak, die der PKK den Garaus machen wollte. Dann die Jahrestage von Srebrenica. Das waren richtige Stellvertreterkonflikte. Je klarer aber wurde, dass der „biber“ ein journalistisches Projekt ist, desto besser wurde es. Jetzt wird höchstens darüber gestritten, wer den Geschirrspüler ausräumt und was die bessere Story ist.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, „Biber“ zu gründen?
Kravagna: Als ich im Wiener Wahlkampf 2005 für den „Kurier“ türkische Kandidaten begleitet habe, sind mir die türkischen Medien untergekommen, die in der Regel aber für eine andere, die erste Generation, geschrieben waren. Da ist mir aufgefallen: Es gibt für diese neue, junge Generation eigentlich nichts, was sie in ihrem Lebensgefühl anspricht. Der andere Grund war: Als ich für eine Visa-Geschichte an der Botschaft in Belgrad recherchierte, habe ich keinen Redakteur gefunden, der Serbisch konnte. Ich habe mir gedacht: Auf der Straße gibt es genügend serbischsprechende Menschen, nur in den Redaktionen nicht. So haben wir eine Marktlücke entdeckt für Wiener mit, aber auch ohne Migrationshintergrund.
In Ihrer Zeitschrift spielen Mode und Life-style eine große Rolle. Warum?
Kravagna: Wegen des Lebensgefühls. Für die Jungen ist das wichtig. Es gibt hier eine Lust, sich zu stylen, sich zu präsentieren.
Im „Biber“ wird den Migrantenkids mitunter auch erklärt, sie müssten sich besser integrieren, Deutsch lernen. Wie kommt das an?
Kravagna: Das Wort integrieren kommt bei uns nicht vor. Unsere Idee ist nicht, dass sich die eine Gruppe in die andere integriert, sondern dass wir gemeinsam etwas Neues machen. Aber es kommt schon vor, dass unsere Redakteure auch ihre eigenen Communitys und ihre Verhaltensweisen kritisieren. 16-jährige Halbstarke auf dem Keplerplatz können einem ja wirklich auf den Nerv gehen. Und dies wird von manchen Lesern schon auch als Verrat an der eigenen Volksgruppe gesehen. Auch unter Migranten gibt es die unterschiedlichsten Sichtweisen: Es gibt etwa welche, die der Meinung waren, Arigona Zogaj muss gehen.
Ihr spielt aber auch mit sprachlichen Klischees, dem Jugo- beziehungsweise Kebabstand-Sprech. Darf man das?
Kravagna: Wir dürfen es. Ich glaube, es war an der Zeit, diese negativen Stereotype spielerisch aufzubrechen.
Wenn Dinko Jukić nun für die ÖVP in Wien antritt, bringt der Partei das etwas? Oder wählen die Serben dann aus Protest SPÖ?
Kravagna: Das kann ich nicht beurteilen, zumal die kroatische Community recht klein ist. Das Beispiel zeigt aber, dass keine Partei mehr auskommt ohne Angebote für Migranten. Selbst die FPÖ nicht. Wobei gerade das Werben der FPÖ um die Serben zu einer Ethnisierung der Konflikte führt, vor der die FPÖ immer gewarnt hat. Die Freiheitlichen wollten ja immer, dass die Migranten nicht ihre Herkunftskonflikte mitbringen. Und was machen sie? Sie stürzen sich auf die Serben und bestärken deren nationalistische Gruppen. Die ÖVP wiederum macht den Fehler, dass sie sich zu wenig um die migrantischen Unternehmer kümmert. Diesen ist der ethnische Background weniger wichtig, sie wollen, dass ihre wirtschaftlichen Interessen wahrgenommen werden.
Wie würden Sie Integrationspolitik anlegen?
Kravagna: Ich kann nur für meinen Bereich sprechen. Es gab hier ein mediales Ghettosystem: Die „echten“ Österreicher schrieben über die Migranten. „Die Presse“ war da die erste Zeitung, die das aufgebrochen hat, in dem sie das Projekt von Simon Inou unterstützt hat. Es geht jetzt in die richtige Richtung, aber das hätte man vor zehn Jahren auch schon machen können.
Die Gesellschaft scheint aber doch durchlässiger geworden zu sein für Migranten.
Kravagna: Ja, es gibt eine Aufsteigergeneration. Darunter auffallend viele Frauen, die ehrgeizig sind, gute Noten haben und nach oben kommen wollen. Und es gibt in vielen Firmen mittlerweile einen Migranten-Bonus, da diese Firmen Menschen suchen, die in den Communitys verankert sind und mit diesen besser kommunizieren können.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2010)
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also...
i find des supa.
i find des superer
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oiso i find des no vü
oiso i find des no vü supererer
interessante Fragen...
...interessante Antworten. Viele in meinem Umfeld wollten auch immer wissen, warum im biber "so und so und so" geschrieben wird...so, hier sind die Antworten!
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ich weiß das passt hier jetzt net so ganz hin aber auch der Simon Kravagna ist ein heißer Typ.
Die Haare könnte er sich bissi schneiden, sonnst ok.
das passt hier vollkommen
das passt hier vollkommen hin! simon, hast das gehört?
ich geh eh schon zum
ich geh eh schon zum friseur. versprochen. wollt ich eh schon!!!
Foto
Bitte dann ein Foto posten, mag sehen!
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