Wahlkampfdebatte – ATV - wie hots da gfoin?
Auf Facebook machte es die Runde, wo im Chatfenster hin und her geschrieben wurde, man solle doch auf ATV schalten, um die Elefantenrunde unserer Politikerelefanten mitzuverfolgen.
Tatsächlich war die Stimmung fernsehfesselnd, wo Vassilakou, Häupl, Marek und Strache gegenseitig austeilten. Fußballstimmung beschreiben es die Medien. Was allerdings noch wichtiger als die unfairen Buhrufe aus dem Publikum waren, bleiben die Eindrücke der Politiker, die sich zu Themen, wie Migration, Schulbildung und Budget äußerten.
Es war wie im Kabarett. Vor allem Häupl beließ es bei kurzen Sätzen, die eher Gags als Erklärungen glichen. Ist sich Herr Bürgermeister seiner so sicher, dass er gar keinen Bock mehr hat zu diskutieren? Was ist mit Strache los? Der hätte doch fast die Bühne verlassen, weil er sich unfair behandelt vorkam. Fast wie ein ausgeschlossener Schuljunge, der von der Lehrerin nicht dran genommen werden will, um seine Anliegen vorzutragen. Und dabei war er ja so gut geschult und behielt eine stabile Körperhaltung.
Laut Körperspracheanalyse war Häupls Haltung eher: „Is ma wurscht!“
Und Frau Vassilakou musste sich beim Thema Schulbildung ja oft wiederholen, als aus dem Publikum Buuhrufe kamen, wo der Satz „Wenn ich in dieser Stadt regieren, ...“ ausgesprochen wurde. Eine unfaire Aktion des Publikums, welche die Debatte fast zu einem Überlebenskampf machte. Und die Wiederholung: „Wenn ich in dieser Stadt regiere, … Wenn ich in dieser Stadt regiere, … … … … meine lieben FPÖ-Fans!“ machte ihre Aussage unglaubwürdig, dass in 10 Jahren jedes Wiener Kind einen Maturaabschluss oder einen maturaähnlichen Abschluss haben wird. Und das erinnerte mich an die Forderungen der Grünen, wie zb die Senkung der Mieten, die eigentlich für den Wähler unrealistisch zu sein scheinen.
Und was will Strache mit der Weinseligkeit vom Häupl andeuten? Und was will Häupl mit den nicht erwähnten Konsumgewohnheiten von Strache andeuten? *smrc smrc“
Unfaire Verbalschläge erzeugten bei mir ein Gefühl von Mitleid, wo der Bürgermeister durch die Attacken der anderen, meine Sympathiepunkte bekam. Ich fand den Herrn Häupl trotz kurzer Sätze (Gags) sympathisch und schlagfertig. Ein alter Hase im Politikgeschäft, der was wos er was und es nimma sogn braucht. So scheint es.
Und was sagst du zur Elefantenrunde? Oder eher Kasperlrunde? Publikumskasperlrunde?
Was war mit schaas, was mit scharf?
ATV vs ORF? Macht Privatfernsehen bessere Debatten, weil man mehr Wert auf Unterhaltung statt auf gute Debatten legt? Die Moderatoren waren auch nicht ohne ...mit scharf. Oder ?
Du hast es verpasst? Hier kannst du dir die ganze Debatte anschauen!
Bild: Archiv falter
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Häuplburli
Burli hat so gewirkt, bzw. wirkt während des gesamten Wahlkampfes eher unmotiviert. Da brodelt's nicht nur in der Gerüchteküche, sondern auch in mir, was Häupls zukünfitgen Weg als Bürgermeister, im Falle einer SPÖ-Mehrheit angeht...
Aber mal sehen, die Zukunft wird Lästermäulern den Fraß nehmen.
Politainment -
so wie jede Wortbildung dieser Art (Infotainment usw.) mit Vorsicht zu genießen. Neulich habe ich jemanden sagen gehört (bei der Debatte über öffentlichen Rundfunk vs. Privatfernsehen) - "Was modernes Fernsehen angeht, macht ATV alles richtig". Nun ja, dieser Meinung bin ich nicht. Saturday Night Fever, Teenager werden Mütter und dergleichen sind ja 1-2 Staffeln ja auf voyeuristischem Niveau ganz unterhaltsam, aber was die gestrige Leistung betrifft kann man nur eines sagen - Katastrophe.
Wenn Politdiskussionen grundlegend davon bestimmt werden, wessen Fans oder Gegner lauter gröhlen können, dann glaube ich ist eine Grenze erreicht. Dass da keine sinnvolle, sachliche Diskussion entstehen konnte, war ja vor vornherein klar.
Natürlich ist es zu begrüßen, wenn junge Leute sich in der Politik engagieren und mitfiebern können (wie Toumaj berichtete) - was bei der ORF-Diskussion natürlich schwer denkbar ist. Aber ich traue jungen Leuten jedenfalls mehr zu als Buhrufe, Gröhlen und Schilder hochhalten.
Ich war dort und es war eine
Ich war dort und es war eine riesige Parteien-Party.
Alle Parteien hatten ihre "Fans" mit dabei und sogar die ÖVP spielte a la Grünen auf ihren exotischen Trommeln und tanzte dazu ab.
Es gab auch vor der Stadthalle Menschengruppen, die mit Lautsprechern ihre Partei anfeuerten und Gesänge mit Parteibezug mitpfiffen. Einige Sprüche waren wie aus diesen Amerikanischen Boot-Camp Filmen wo der Kommandant was vorsang und die anderen dann nachsangen. War lustig, hat ein bisschen Farbe in die sonst so fade Politlandschaft gebracht gestern.
Einige Promis, die als Wahlhelfer agierten konnte man auch antreffen, es war im Großen und Ganzen eine gut insenierte Show für die Zuseher. Wir in der Stadthalle mussten uns mit dem WC gehen gedulden, weil es dazwischen schwierig war mal Pinkelpause zu machen wegen den Securities.
Es hatte eine Stadion Atmosphäre. Bürgermeister Häupl war eigentlich sehr wortkarg, man merkte dass ihm das nicht so zusagt.
Ich gehe morgen zu puls4 in
Ich gehe morgen zu puls4 in die "elefantenrunde"
ich fand...
...diese Debatte viel besser als zum Besipiel "im Zentrum". Es ist zeitgemäßer, die Leute wollen heute sowieso mehr Politainment. Es waren viel mehr emotionen im spiel, die sich in der diskussion ausgewirkt haben. dadurch ist man irgendwie etwas "volksnaher". Ich finde es auch besser, wenn die politiker weniger zeit haben, um konkete fragen zu beantworten: dann müssen die politiker endlich schneller und konkreter zur sache kommen. die leute wollen nicht mehr dieses pseudo blablablabla. oft neigen politiker dazu, 5 minuten für eine frage zu brauchen, dann kennt sich keiner mehr aus. immer irgendwo 1000ende begründungen in den hintergrund als antwot herauszunehmen - davon haben die leute die schnauze voll. atv leistete hervorragende arbeit. verlangten kurze und konkrete antworten. ich habe z.b. zum ersten mal kaüpiert, was die grünen zum anbieten haben.
Bei dem Fragestil
hast du schon recht - sie haben eben versucht, wirklich Information aus den Rednern herauszubekommen und nicht das übliche Wischiwaschi. Das Problem ist eben leider, dass nicht alles in 5 Wörtern zu erlären ist. (Aber da wären wir beim guten Redner/Politiker - jemand, der einen vielleicht komplexen Sachverstand kurz und bündig erklären kann.)
klar...
...ist nicht alles in 5 sätze zu erklären. das wäre auch fatal, wenn es immer so wäre. debatte und hinterfragung sind in einer demokratie von ernormer wichtigkeit. ich gebe dir vollkommen recht. diskutiert und debattiert wurde in den vergangenen wochen/monate sowieso schon. aber kurz vor der wahl wollen die menschen klartext. warum dies, warum das...für sowas ist es kurz vor der wienwahl zu spät. getsern wurde endlich gesagt, was sie wirklich machen wollen. da hat es atv mit dem zeitpunkt sehr gut gewählt. danke atv!
Zeitpunkt wählen -
davon kann ja gar nicht die Rede sein. Es ist doch komplett logisch, dass so eine Megaveranstaltung natürlich besonders kurz vor der Wahl kommt. Und Klartext bekommt man aus einem Politiker kaum bis nicht heraus, sonst wären sie ja nicht Politiker. Ich finde dieses Spektakel hat nur der FPÖ perfekt in die Hände gespielt.
++++
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Bei Häupl war zu merken,
Bei Häupl war zu merken, dass er das Format der Diskussion al la Sportevent ablehnt. Ob das dann gut beim Zuseher ankommt weiß ich nicht. Ich habe ihn als zu defensiv erlebt. Die die da zusehen habe wahrscheinlich die meisten Kandidaten noch nie live gesehen. Da braucht es mehr Engagement. Andererseits ist diese "Beantworten Sie die folgende Fragen mit Ja oder Nein"-Fragerei der Moderatoren auch nicht gerade einer differenzierten Diskussion zuträglich. Aber: Spannender als im ORF war wirklich.