who is Jenny und das alte Mistsück
geschrieben am 22.05.2009
Who is Jenny? frag ich mich, unter vielem anderen was mich diesen Abend beschäftigt. Völlig verheult war ich bis vor kurzem. Jetzt ist’s schon besser, etwas besser.
Also die Problem die ich so habe, große und kleine, die Problemchen eben die mein Leben doch so lebenswert machen, müssen sie wirklich sein?
Wie viel Schlechtes im Leben muss man hinter sich gebracht haben, damit das gute Leben endlich anfangen kann?
Kann es sein das man sein Leben lang den scheiß Job macht den man eigentlich gar nicht machen will, nur weil man das Geld braucht?
Kann es sein das dieser miese Job nur als Ausrede dient, nichts wirklich Bewegendes in seinem Leben zu machen, nichts aus sich zu machen. Ja, kann das sein?
Und dies wiederum ewig seinen Kindern vorhalten kann, denn wenn man Miniaturausgaben seiner Selbst auf die Welt setzt, da hat man doch die perfekte Ausrede für alles was man nicht geschafft hat und was man nicht hat.
Da kann man sich so richtig schön mittels Vorwürfen sein Leben zurechtfantasieren.
Ja diese Lebenslügen, ich hatte mir viele anhören dürfen.
Meine Mutter liebte es wenn alles wieder mal schief ging, meiner Schwester und mir Vorwürfe zu machen, das hörte sich so an:
„meine Brüste hängen bis zum Bauch, hätte ich euch nicht gestillt wäre das jetzt nicht so….., ich wollte Meeresbiologin werden, dann bin ich aber schwanger geworden, dann war es aus mit dem Traum….“
Ja, das kann sie gut, das alte Miststück!
Ach Göttchen, kann es sein das ich vor zwei Wochen tatsächlich meinen Ur-ex mehr oder weniger gezwungen habe, mich zu umarmen. Ich nehme mal stark an, dass er sicher zwei Monate gebraucht hat bis er sich überwunden hat mich anzurufen und sich selbst auf einem Kaffee bei mir einzuladen.
Sie hätten ihn sehen sollen. Es war ja so, dass er sicher über fünf Jahre nicht die Schwelle meiner Wohnung betreten hatte. Er wandte sich zu mir und seine ersten, an mich gerichteten Worte waren, ob ich eine Graspflanze babysitten wolle. Zwei Monatsmieten währen für mich drin. Ja, dass ist viel Geld, so in meiner Situation meine ich.
Sie müssen sich ja erst meine Situation vorstellen. Ich bin 25 Jahre alt, mache meine Matura nach und bin Arbeitslos.
Im März ist es geschähen, da bin ich wie eine Irre durch die Wohnung gegangen, geheult hab ich, betrunken war ich, mir ging es riiiiiiiiiiiiichtig dreeeckig. Und dann habe ich mir die Frage gestellt ob ich mich jetzt lieber umbringen sollte oder was ändern werde und mich nie wieder so fühlen werde wie in diesem Augenblick.
Das Erste musste wohl oder übel ausfallen, nach der ganzen Scheiße die ich so durchlebt habe, ja,ja, natürlich gibt es da die anderen, denen es schlechter geht, die wird es immer geben.
Das weiß ich ja, ich weiß es,ich sehe mir regelmäßig die Nachrichten an, bin also was das angeht auf dem Laufenden. Jetzt möchte ich nur an mich denken! Okay!?
Da denke ich doch wieder an das alternde Miststück, meine „liebe“ Frau Mama.
Ihre Reaktion auf meinem Tod könnte womöglich so aussehen: „ Waaaas, dass macht sie ja nur um mich zu ärgern, ach, also, wenn die Teppate sich umbringen kann, dann kann sie für ihre Beerdigung auch selbst sorgen, also das zahle ich wirklich nicht, sicher nicht. Brauche ja selber das Geld. Waas, ich soll die Rolex und die Diamanten verkaufen? Na sicher nicht….“, so ungefähr würde das klingen.
Meine große Schwester wäre bestimmt traurig, tief in ihr drin würde sie mich vermissen, sie hat früh gelernt ihre Gefühle zu verstecken, als Kind hatte sie ja Keinen zum Anlehnen.
Sie würde meiner Mutter die Schuld an meinem Tod geben, denke ich mal. Wer sollte sonnst die Schuld dafür tragen. Die Eltern geben doch die Gene weiter und die Gene wiederum bestimmen wie wir sind.
Also entschied ich mich für Tor Nummer zwei, ich wollte etwas ändern, eine drastische Wende sollte es sein, nicht so ne Pipifax Änderung.
Ich entschied ich mich folgendes zu machen.
Ich fasste meinen acht Jahre gesammelten Mut zusammen (vor acht Jahren machte ich nämlich meinen Abschluss an der Modeschule und lies mir daraufhin von meiner Mutter sagen das ich zu blöd für die Schule bin, ich solle lieber arbeiten gehen), und wählte die Nummer meiner Großeltern. Sie leben in Serbien, arme Leute, doch sehr sparsam und hilfsbereit.
Meine Großeltern haben zwei Telefone, das eine ist schnurlos, das andere so ein Altes mit Kabel. Sie haben deshalb zwei Telefone, weil Oma meistens den aktiven Part des Telefonats übernimmt. Opa schnaubt hin und wieder in den Hörer um seine Zustimmung zum aktuellen Thema zu geben.
Bei den beiden bin ich bis zu meinem neunten Lebensjahr gewesen. Meine Mutter hat mich in Serbien gelassen, meine Schwester war zu Anfang auch da, sie musste jedoch gehen.
Mit 14 musste sie umziehen, zu meiner Mutter nach Wien und zu ihrem damalig aktuellen Ehemann.
Der Mann, ich nenne ihn „Nr.2“, war der zweite Ehemann meiner Mutter, er mochte meine Schwester nicht. Er ließ sie seine Abneigung deutlich merken. Machte dumme Witze über sie, die für sie jedoch mehr waren als nur dumm. Redete von ihren Tutelchen (Brüste), ich hasse dieses Wort. Am liebsten nannte er sie Trottelfich. Scheuchte sie herum, übte seelische Grausamkeit an ihr aus. Er machte sich lustig über sie, meine Mutter lachte mit.
Manches was die Erwachsenen so witzig finden ist gar nicht lustig, auf keine Fall für eine 14 jährige, die viele Kilometer von Familie und Freunden entfernt ist, von den Menschen getrennt die sie lieben. Keiner fragte sie ob sie die Heimat verlassen wollte oder nicht.
Was sollte sie jedoch sagen? Wie soll man sich entscheiden wenn einem die Möglichkeit gegeben wird endlich mit der Mutter wieder vereint zu sein, ohne zu wissen das sich innerhalb kürzester Zeit herausstellen wird, dass man unerwünscht und ungeliebt bleiben wird. Eine Erfahrung die ich auch machen musste, jedoch bin ich das weniger gebrannte Kind.
Ach diese verdammte Hexe, die sich meine Mutter nennt, sie hat es nicht verdient jemals Kinder in die Welt gesetzt zu haben und jetzt noch ein drittes. Meine Mutter hat noch eine Tochter bekommen, mit Nr.3.
Ach die Gedanken an diese Mistkuh schwinden wieder, ich stelle mir das Gesicht dieser Blondine vor, sie nickt und ihr Ohrgehänge wackelt im Takt der Bewegung. Ich hätte ihr gerne in die Fresse geschlagen. Kann man sich das vorstellen, ich soll Flyer verteilen und muss mir von 5 Leuten dabei zusehen lassen. Man, ich hasse es etwas zu machen, dass ich nicht machen will.
Früher war flyern leichter. Du hast den Wisch hingehalten, hast dein Gegenüber angelächelt und das war die ganze Arbeit. Heute ist das anscheinend anders, lächeln alleine genügt nicht, verkauf dich, verkauf dich.
Sagen sie dass mal zu jemandem der sich nicht verkaufen will. Der seiner Mutter dabei zusah wie sie sich verkaufte, der sich nicht verkaufen will, nein ich will mich nicht verkaufen, nein auch nicht für 10 Euro die Stunde.
Sie fing damit an als ich 15 Jahre alt war. Alles begann mit Kontaktanzeigen im Standard. Es meldeten sich viele Männer, meist verheiratet und sex-los.
Es dauerte nicht lange und ihr reichten nicht deren kleine und große Geschenke. Sie wollte mehr, sie wollte Bares, Zaster, Kohle.
Zuerst arbeitete sie über eine Begleitagentur, dann selbständig. So hatte sie sogar ihre eigene Homepage. Ihr bester Freund hatte diese eingerichtet, eigentlich war er ja ein ehemaliger, oder doch noch immer Kunde.
Zu dem Zeitpunkt ist sie aus unserer gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Sie meinte, sie hielte meine Schwester und mich nicht aus. Ich wollte, dass sie bleibt, sie hatte andere Pläne. Ich wollte nicht zum zweiten Mal meine Mutter verlieren, sie wollte meine Freundin werden. Ich wollte an der Freundschaft arbeiten, sie hatte Wichtigeres vor.
Alleine den zu zweit geplanten Abend zu verbringen ist wohl eine Erfahrung die keiner gerne macht. Doch wenn der Wunsch nach Zuneigung und Geborgenheit so stark ist das man sich schon mit dem Warten zufrieden gibt, zumindest war es damals so.
Alleine schon die Aussicht auf Zweisamkeit kann die Laune eines Menschen von tiefster Traurigkeit in höchstes Glück umwandeln.
Am Ende werde ich doch jedes Mal enttäuscht, und wenn ich zurückdenke wie oft ich in meinem erst jungen Leben die Wartende war, fällt es mir verdammt schwer die Hoffnung auf die wahre Liebe im Herzen zu behalten.
Auf mein Herz wurde zu oft hingetreten, das es sich nicht mehr erholen kann. Es hat jedoch nicht die Hoffnung verloren, jedem noch so kleinem Funken möglicher Liebe breitet es die Hände aus.
So kitschig ist es, Herzschmerz, weinen, leiden, schmerzen, egal interessiert doch keinen wies mir geht. Ohne Geld, Macht und den richtigen Bekannten ist man nichts auf der Welt.
Ungeliebt und unnötig.
Wie weiß man was man wirklich denkt, ich weiß es nicht mehr, was denke ich wirklich, was?
was ich will? ich will so sein wie die anderen, ich will so sein wie ich mal war, voller Hoffnungen und Träume und nicht nur voller Bitterkeit.
Ich will nicht alleine sein.
Ich bin kurz davor zu kapitulieren und für immer aufzugeben, ich habe den Glauben verloren.
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hör das und die welt schaut ganz anders aus
I Lauryn Hill
I
Lauryn Hill
ich mag wie du schreibst. so
ich mag wie du schreibst. so direkt und ungeschönt
also, du hast das ja
also, du hast das ja schon vor einiger zeit geschrieben und ich hoffe, es geht dir jetzt besser.
bitte gib nie auf, das leben hat dir viel zu bieten, auch wenn du es nicht glauben willst.
du bist jung und intelligent (du hast einen guten schreibstil, dein artikel war der einzige, den ich angeklickt habe, die überschrift hat mich neugierig gemacht) und schaust sicher total süss aus, so wie alle mädels vom balkan :-)
deine mutter klingt so, als wäre sie innerlich schon tot und ich weiss nicht, ob man ihr noch helfen kann oder ob du und deinne schwester es überhaupt sollen, so gemein wie sie zu euch ist.
wenn sich ihr mann über den körper deiner schwester in der pubertät lustig gemacht hat, ist das eh schon sexuelle gewalt und hinterlässt schwere narben fürs ganze leben.
versuch dir ein eigenständiges leben aufzubauen und dich von deiner mutter zu lösen.
auch kleine dinge können glücklich machen.
ein job, der dir spass macht, ein eigenes gehalt, das ist schon sehr viel. wenn du dann noch einen lieben freund findest oder ein paar treue freundinnen, wirst du sicher wieder viel lebensfreude haben. gib nicht auf und versuche, die vergangeneheit hinter dir zu lassen. jeder tag kann eine neue chance sein für dich und deine schwester und der beginn eines neuen anfangs und eines glücklicheren lebens.
alles liebe!
du bist schon ein riesen
du bist schon ein riesen stück weiter als deine mutter es je war. was das bedeutet? es bedeutet fortschritt!!! du reflektierst, du bist mutig und du hast kein kind (zumindest hast du bislang noch keines erwähnt) auf das du seelisch so eindrischt wie es deine mutter bei dir und deiner schwester getan hat. UND du verkaufst dich nicht wie deine mutter!
du kannst stolz auf dich sein!!! UND DU SCHREIBST GUT!!! Glaub an dich!