Wie viel kostet Schmerz?
Gestern in der ATV-Sendung AM PUNKT. Thema: Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche.
Zu Gast die üblichen Gäste. Ein Kirchenmann, ein Psychologe (und Theologe), ein Opfer, usw.
Der Kirchenmann betont, wie erschüttert er sei. Das ist nichts neues. Und seine Kollegen scheinen auch fassungslos zu sein, wenn sie über die Missbrauchsfälle reden.
Neu ist, dass bei der Bischofskonferenz eine Stiftung beschlossen wurde, die den Opfern eine Entschädigung zukommen lassen soll. Psychologische Behandlungen sollen kostenlos angeboten werden, um den „verlorenen Seelen“ , wie es ein Beteiligter nannte, ins Leben zurück zu helfen.
Ich empfand es als Kränkung von verlorenen Seelen zu sprechen. Und auch die angebotene finanzielle „Entschädigung“ brachte mich ins Grübeln. Wie bewertet man einen Schmerz?
Welche Summe ist „angemessen“, um einen Missbrauch mit Geld aufzuwiegen?
Vor allem bei den zahlreichen Opfern, die endlich durch die mediale Auseinandersetzung mit dem Thema, die Möglichkeit bekommen haben, zu erfahren, dass sie nicht die einzigen waren und eine Menge Menschen, damals Kinder, das Gleiche durchleben mussten.
Die Kirche hat viel Kohle, dass wissen wir. Immobilien, Anlagen, weiß der Teufel, was noch.
Und durch die Kirchensteuer auch nicht gerade dabei ihr Vermögen zu mindern.
Und dann kam die Frage einer Zuschauerin.
„Woher wird das Geld genommen?“
Und die Antwort:
„Es wird garantiert nicht aus den Kirchenbeiträgen entnommen.“
Nach dem Motto, dass die Gläubigen ja nicht für die Schuld der Kirchenmänner aufkommen müssen.
Irgendwie seltsam dieses Versprechen, dass die Kirchenbeiträge nicht angefasst werden sollen.
Auch die Immobilien der Kirche und andere Vermögenswerte sind nicht vom Allmächtigen gefallen. Und die Ausrede, dass die Kirche auch anderes Vermögen besitzt, aus welchem diese Entschädigungssummen gezahlt werden sollen, ist einfach unglaubwürdig.
Und dann wieder die Frage.
Neben der psychologischen Behandlung, soll auch Geld gezahlt werden. Nur konnte auch gestern, obwohl die Moderatorin mehrmals fragte, keiner sagen, wie viel Geld für den Schmerz gezahlt werden soll, welchen diese Menschen ihr Leben lang mit sich rum tragen müssen. Nicht mal das Opfer selbst konnte eine Summe nennen. Natürlich nicht. Wie kann Schmerz mit Geld verglichen werden.
Es kann ein kleiner Trost sein, und als „Entschuldigung“ verstanden werden. Aber Geld wäscht nicht alles weg.
Vor allem nicht das übliche Schweigen und die Vertuschungsversuche der Kirche, um diese Täter zu schützen.
Nicht nur Geld soll gezahlt werden, wenn es schon passiert ist. Die Kirche muss dafür sorgen, dass es nicht mehr passiert.
Was meinst du? Wie viel wird die Stiftung den Opfern zahlen? Wie viel ist denen der Schmerz wert?
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Betroffene kirchlicher
Betroffene kirchlicher Gewalt erhalten 5000 bis 25.000 Euro Entschädigung. In extremen Einzelfällen kann es mehr sein.
http://kurier.at/nachrichten/2011906.php