Wir wollen kein Mitleid - Wir wollen Gerechtigkeit!
In der Sendung Blockstars sollte jungen Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen dabei geholfen werden, eine Musikkarriere zu starten oder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, falls es mit dem Rap doch nicht hinhaut. In einem Kurier-Interview vom 9. 2. 2012 sagte SIDO: "Es ist nicht so, wie alle denken, dass ich nur die TV-Show machen wollte und mich jetzt vertschüsse. Mir geht es wirklich um die Sache. Ich habe ihnen versprochen, dass sie für ein Jahr Arbeit haben. Was danach kommt, wird man sehen. Das hängt davon ab, wie das Album ankommt. Aber ein Jahr lang einen Batzen Geld machen ist doch schon mehr, als jeder andere Casting-Star je garantiert bekommen hat. Da kann man sich schon was zur Seite legen, dass es danach nicht gleich wieder ab in die Gosse geht."
Keine Hilfe - Keine Stütze
Monate nach Ende der Sendung erzählt die Band 3punkt5 und zwei der Blockstars-Teilnehmer aber etwas ganz anderes. Michi und Klaus zum Beispiel hatten von SIDO nach der Show nie wieder etwas gehört. „Während Blockstars hat man sich um uns gekümmert, aber sobald die ESC-Vorausscheidung vorbei war, wurden wir fallen gelassen.“, sagt Dragan. Warum, wissen sie nicht. Immerhin schaffte es ihr Album Ausnahmezustand auf Anhieb in die Top 10 der österreichischen Charts. Dragan erzählt weiter: „Mir wurden Auftritte angeboten, die ich nicht annehmen durfte. Interviews, die ich nicht führen durfte. Sogar Leute aus der Schweiz haben sich erkundigt, wann wir endlich bei ihnen spielen werden. Aber nichts davon durften wir für unsere Karriere nutzen.“ Niemand sollte mehr so leben wie vorher, niemand sollte wieder in sein altes Leben zurück müssen. SIDO hatte Marko zwar seine Wohnung zur Verfügung gestellt, aber ihm genauso schnell wieder unter den Füßen weggezogen: „SIDO sagte, dass ich mit 1. Juni aus seiner Wohnung ausziehen soll. Ich wollte ihm den Schlüssel persönlich übergeben und mich bei ihm bedanken. Statt einem vernünftigen Gespräch konnte ich mich anschreien und beschimpfen lassen. Ich hätte schon längst aus der Wohnung verschwunden sein müssen. Und meine scheiß Sachen soll ich mir gefälligst von der Rezeption holen, sonst lässt er mich von anderen Leuten raustragen.“
SIDOs Schützlinge in schlechten Händen
Was man SIDO nicht vorwerfen kann ist, dass er selbst keine Zeit hatte, die Band persönlich zu managen. Aber in welch unqualifizierte Hände er sie gelegt hatte, hätte wohl keiner erwartet: „Uns wurde ein Steuerberater zur Verfügung gestellt, wegen dem ich jetzt 600 Euro verloren habe, die ich nie wieder sehen werde.“, erzählt Sharon. „Zu Anfang war unser Manager noch hilfsbereit. Hat mir Geld geborgt für Zigaretten und Essen oder mir einen Wäscheständer besorgt. Später aber konnte ich es mir vorhalten lassen.“, sagt Marko. Dragan berichtet wiederum von diesem Manager: „Er hat mir erzählt, dass Marko schlecht über mich geredet hat bis ich wirklich wütend wurde. Erst als ich Marko darauf angesprochen habe, sind wir dahintergekommen, dass alles gelogen war. Denn er hat uns beiden dieselben Geschichten vom jeweils anderen erzählt.“ Hinter dieser schlechten Behandlung vermutet die Band die Absicht, 3punkt5 schneller als geplant aufzulösen. Auch hier wieder – Warum wissen sie nicht. Immerhin war das Album ein Erfolg.
Auf sich selbst gestellt
Auch um existentielle Dinge hat sich niemand gekümmert. Markos Visum ist im April abgelaufen. Anstatt ihm einen echten Anwalt zur Seite zu stellen passierte folgendes: „In einer der ausgestrahlten Folgen telefonierte ich mit einem Anwalt, der mir seine Hilfe zusicherte. Als ich ihn ein paar Wochen später wieder kontaktierte, meinte er, er sei kein richtiger Anwalt. Das Gespräch war nur für die Show gewesen. Er ist noch mitten im Studium für Medienrecht.“ Als Marko sagte, er hätte kein Geld sich einen Anwalt zu leisten, wurde ihm lediglich geraten, er solle doch seine Ex-Frau wieder heiraten.
Nicht SIDO, nicht die Sendung Blockstars, sondern Dragan selbst hat sich um eine günstigere und größere Wohnung für sich und seine Mutter gekümmert. Das einzige, das ihm nun fehlt, um den Mietvertrag endlich abschließen zu können und Wohnbeihilfe zu beantragen, ist der Einkommensnachweis. Doch dem rennt er seit 2 Monaten hinterher. „Obwohl SIDO ganz genau weiß, welche Qualen mir diese Wohnung im 10. Bezirk bereitet.“, sagt Dragan.
SIDO - Der Mann mit der Maske
Manch einer könnte jetzt sagen: „Die sind doch selber schuld. Die wussten doch worauf sie sich eingelassen haben. Was jammern sie jetzt so herum?“ Doch keiner kennt die Überredungskünste eines SIDOs. „Ich wollte mit meinem Schicksal nicht in die Öffentlichkeit. Sido hat mich aber so sehr überzeugt, dass ich ihm sein hilfsbereites Vorhaben geglaubt habe. Umso mehr bin ich jetzt von ihm enttäuscht. Und dann droht er auch noch meinem Sohn, obwohl er ganz genau weiß, dass ich an Angstzuständen leide.“, sagt Dragans Mutter. (zur Drohung: SIDO las mein Interview mit Dragan und schrieb ihm eine SMS: „Dieses Interview ist dein Weg in die Hölle.“)
„Während Blockstars haben wir SIDO geglaubt. Erst jetzt weiß ich, dass alles nur ein Schauspiel war. Ich wünschte ich hätte ihn nie kennen gelernt. Deutschland will ihn nicht und Österreich braucht ihn nicht.“, sagt Dragan. „Ich hab SIDO respektiert und zu ihm aufgeschaut. In jedem Interview hab ich ihn aufs Heftigste verteidigt. Ich weiß nicht was ich ihm angetan habe, dass er mich jetzt so hängen lässt. Ich bin ein starker Mensch. Aber diese Sache hat mich kaputt gemacht. Eines Nachts hatte ich sogar einen Nervenzusammenbruch und hab Dragan ins Telefon geweint. Seit 11 Jahren bin ich auf Wiens Straßen unterwegs, aber so was Respektloses wie SIDO, ist mir noch nie untergekommen.“, erzählt Marko enttäuscht. „Ich bin neutral in dieses Projekt gegangen. Ich kannte SIDO und seine Musik vorher nicht. Während der Sendung dachte ich mir, dass das eine Person ist, zu der man aufschauen kann. Aber dann lernte ich ihn von einer anderen Seite kennen. Er ist jemand, der mit Menschenleben spielt, der mit der Liebe spielt, der auch ab und zu im Casino spielt und außerdem auch gerne an sich selbst herumspielt. Und wenn er vergessen hat was ich damit meine, kann ich ihm gerne auf die Sprünge helfen und es ihm zeigen.“
Ihre Botschaft
Sie wollen kein Mitleid oder Aufmerksamkeit - Sie wollen Gerechtigkeit. Jeder soll die Wahrheit über SIDO erfahren und wissen, dass ein Projekt wie dieses Psychoterror und Identitätsprobleme bedeutet. Die Jugendlichen sollen lieber arbeiten gehen.
Angst vor SIDO haben sie keine. Und auch nicht davor von ihm verklagt zu werden. Was soll er ihnen schon wegnehmen?
Fotos: Philipp Tomsich und Sarah Al-Hashimi
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

.png)



Publicity - es geht anscheinend nicht anders
Wie bekommt eine mittelmäßige Band Publicity? Indem sie vorgibt, mit ihrem einstigen Mentor Streit zu haben und in Zukunft alles ohne ihn zu machen. Vielleicht wird dann in ein paar Medien darüber berichtet und zu den Auftritten kommen dann nicht nur 14-Jährige. Zumindest eine Zeit lang.
Und es funktioniert ja auch bei mir: ich bin 28 und habe in den letzten Tagen einmal am tag auf die 3punkt5-Facebook-Seite geschaut, um zu erfahren, ob es etwas Neues gibt in diesem Drama. Warum mich das auch nur am geringsten tangiert? Keine Ahnung.
Gut gemacht!
Ja
Bei Willkommen Österreich hat er ja zugegeben, dass er weiß wie es in diesem Geschäft läuft - einfach nur verlogen.
Wenn das wahr ist (was
Wenn das wahr ist (was vermutlich so ist), dann ist das echt krass!
verstehe...
...ihre enttäuschung. habe sido als authentisch und ehrlich empfunden. sehr schade!