Wer hat Rapid-Star Ljubicic ermutigt eine Moschee mit Bierflaschen zu bewerfen?

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Wer hat Rapid-Star Ljubicic ermutigt eine Moschee mit Bierflasche zu bewerfen?
Foto: Youtube-Screenshot

Österreichische Profi-Kicker Dejan Ljubičić (20) und Daniel Sudar (21) bewarfen während ihres Bosnien-Urlaubs eine städtische Moschee unweit von Sarajevo mit Bierflaschen. Nach einem in YouTube veröffentlichten Überwachungsvideo, wo die Skandal-Taten bewiesen wurden, gaben die Fußballstars ihren Fehltritt zu. Auf der offiziellen Seite von Rapid Wien sprach Ljubicic von einem „Fehler, der ihm sehr leidtut“. Bedenklich und unklar ist für mich jedoch, ob die Fußballer ihren Fehler auch ohne das Überwachungsvideo gestehen würden und welcher Grund sie dazu bewegt hat!

Wie ORF berichtete, soll am frühen Donnerstagmorgen im zentralbosnischen Kiseljak unweit von Sarajevo gemeldet worden sein, dass zwei Unbekannte mit mehreren Glasflaschen eine Moschee beworfen hätten. Ich las diese Nachricht als Text-Message von einem bosnischen Freund, der sich in Bosnien sehr gut auskennt und gerade sich dort befindet. Er berichtete mir auch, dass Kiseljak eigentlich mehrheitlich katholisch geprägt ist und dass es landesweit schon immer wieder Angriffe auf Moscheen gegeben hat. Mein bosnischer Freund zeigte mir die bosnischen Nachrichten und das Youtube-Video mit dem Vandalenakt. Später stellte sich heraus, dass an dem Vandalenakt Rapid-Profi Ljubicic und ein Nachwuchsspieler von Erste-Liga-Club Wiener Neustadt beteiligt gewesen sind. 

Die Fußballer entschuldigten sich später beim Imam: „Wir schämen uns“

Laut bosnischen Nachrichtendienst "Klix" haben die Fußballspieler die Begehung des Verbrechens anerkannt und heute die islamische Gemeinschaft in Kiseljak besucht, um sich für die erlittenen Schaden zu entschuldigen.  Die Spieler sprachen mit dem Imam und dem Präsidenten der Moschee, die ihre Entschuldigung mit der Bitte angenommen haben, dass sie sowas nie wieder mehr machen, weil es dem Zusammenleben der Menschen in Bosnien schadet.  Die jungen Männer brachten ihr Bedauern über den Vandalismus zum Ausdruck und sagten in einem Gespräch, dass sie einen großen Fehler begangen hätten. Sie fügten hinzu, dass sie vorbildliche Athleten sind und dass sie auch muslimische Freunde haben. Der bosnische TV-Sender „N1“ interviewte die Fußballer und den Imam der Moschee. Dejan Ljubičić eklärte zum TV-Sender: „Ich möchte mich bei allen hier entschuldigen! Ich habe hier mit sehr guten Leuten gesprochen. Was ich getan habe, wird nie wieder passieren.  Ich bin nicht so ein Mensch. Ich entschuldige mich bei allen muslimischen Glaubensgemeinschaften! ich werde sicherlich Kontakt zu diesen Leuten haben" Daniel Sudar hatte die Ansicht, dass er mit seinem Fehlverhalten auch seiner Familie geschadet hätte und fügte hinzu: „Ich schäme mich für das, was ich getan habe! Ich entschuldige mich bei meinen muslimischen Freunden und besonders bei meiner Familie!“ Der Imam meinte, dass der Wirbel um den Fall dem Zusammenleben in Bosnien schade und sagte: „Die Goldene Regel ist: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!“ Rapids sportlicher Geschäftsführer Fredy Bickel kündigte in seinem Statement auf Rapid-Seite eine Strafe für den Mittelfeldspieler an: „Dieser Vorfall ist in aller Schärfe abzulehnen. So ein Verhalten ist gerade für einen Rapid-Spieler, der sich auch seiner großen Vorbildwirkung bewusst sein sollte, absolut unangebracht. Wir werden mit Dejan Ljubicic nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub auch noch eingehend persönlich über die Sache sprechen, es ist klar, dass es auch vereinsintern eine Strafe geben wird“

Wer hat Rapid-Star Ljubicic ermutigt eine Moschee mit Bierflasche zu bewerfen?
Foto: Youtube Screenshot

Wie kommt ein Wiener darauf, so etwas zu machen?

Ich möchte dazu einige Fragen in den Raum stellen. Laut Wikipedia begann Rapid-Star Ljubicic seine Karriere beim Favoritner AC. Er ist ein österreichischer Spieler und vor allem ein Wiener. Sein Fehlverhalten hat der „Favoritner“ aufrichtig auf der Rapid-Seite bedauert und erklärte, dass er nicht nur den entstandenen Schaden an der Moschee ersetzen werde, sondern auch eine Spende für die örtliche Glaubensgemeinschaft leisten wird. Das ist zwar gut, jedoch lässt das Ganze für mich trotzdem einige Fragen offen: Wie kann es sein, dass ein erwachsener Mensch, der geschult in Wien und Österreich aufgewachsen ist, so etwas (dazu) in seinem „zweiten Heimatland“ anrichtet? Es muss allgemeine eine Frage über Erziehung und Bildung gestellt werden: Wieso fühlen sich junge Menschen ermutigt, - dazu ist es kurz nach Weihnachten! - so etwas irgendwo zu machen. Es ist zu erwähnen, dass die Männer Reue empfanden, nachdem sie geschnappt wurden. Wären sie jedoch davon gekommen und man hätte nicht herausgefunden, dass sie es waren: Wie hätten sie sich dann gefühlt? Dazu kommt noch der Fakt, dass sie selber auch muslimische Freunde haben. Auf einer Seite ist man also toll miteinander befreundet, bei sich bietender Möglichkeit bewirft man jedoch eine Moschee mit Bierflaschen. Wie soll man das bewerten? Besonders in heutigen türkis-blauen Tagen möchte ich klarstellen: Das passt nach meiner Meinung nicht zu der Stadt, wo ich aufgewachsen bin und diese beiden Fußballspieler tragen für diesen Angriff auf die Moschee sicherlich nicht alleine die Schuld! Das ist nicht „mein Rapid“ und das ist nicht „mein Wien/Österreich“!

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