30.000 Kroaten in Kärnten

18. Mai 2015

Gedenken in Bleiburg

Gedenkfeier, Bleiburg, Kroatien, Massaker, 1945, Jugoslawien
EXPA / APA / picturedesk.com

Am Samstag jährte sich zum 70. Mal die Gedenkveranstaltung an "das Massaker von Bleiburg." Hat der Grünen-Abgeordnete Steinhauser Recht und die Feier ist das größte faschistische Treffen in Österreich - ohne öffentlichen Aufschrei?


Gedenkfeier, Bleiburg, Kroatien, Massaker, 1945, Jugoslawien
EXPA / APA / picturedesk.com

Es sind mehr Teilnehmer als je zuvor. Die Polizei spricht von 30.000, Teilnehmer schätzen 80.000. Rund 250 Busse parken auf dem Gelände. Die hauptsächlich aus Kroatien stammenden Besucher gedachten "des Massakers von Bleiburg". Zum Hintergrund: Im Mai 1945 wurden nach der Kapitulations Deutschland mehrere 10.000 Slowenen und Kroaten, die an der Seite der Nazis gekämpft hatten, an Jugoslawien ausgeliefert. Darunter auch Mitglieder der faschistischen Ustasa-Verbände. Tausende dürften an Ort und Stelle umgebracht worden sein - wie viele kroatische Soldaten tatsächlich ermordet worden sind, ist nicht belegt. Laut Schätzungen sollen bis zu 150.000 der Gefangenen auf den darauffolgenden Märschen durch Slowenien und Kroatien gestorben sein.

Gedenkfeier, Bleiburg, Kroatien, Massaker, 1945, Jugoslawien
EXPA / APA / picturedesk.com

1929 wurde die Ustasa-Bewegung von Ante Pavelic gegründet und diente von 1941-1945 als als Handlager der deutschen Nazis und italienischen Faschisten. Das damalige Regime hat Gräueltaten begangen, insbesondere das Konzentrationslager in Jasenovac wird ihnen angelastet. Dort wurden Hunderttausende Serben, Juden und Roma umgebracht.

Der Parlamentsabgeordnete der Grünen Albert Steinhauser kritisiert das jährliche Treffen in Kärnten. "Diese ,Gedenkfeier' ist nicht nur ein Treffen von Ustaša-Veteranen, sondern auch ein Treffpunkt von jungen Neonazis. Diese Treffen verharmlosen und verherrlichen das mit dem NS-Regime kollaborierende Ustaša-System, das für den Massenmord an Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti, SerbInnen und RegimegegnerInnen verantwortlich war. Das ist ein wirklicher untragbarer Zustand", so Steinhauser. In seiner Presseaussendung argumentiert er weiter: "Während es in Kärnten/Koroška 70 Jahre nach Kriegsende immer noch kein Denkmal für PartisanInnen auf öffentlichen Grund gibt, tagt dort eines der größten Faschistentreffen Europas ohne öffentlichen Aufschrei. Dies entspricht nicht gerade einer modernen, europäischen Gedenkkultur." 

 

Blogkategorie: 

Das könnte dich auch interessieren

Anmelden & Mitreden