Adios Amigos und Abtreibung im Weißen Haus

17. August 2015

Ann Coulter, scharfzüngige Kolumnistin, lobt Donald Trumps Immigrationsgrundsätze und hätte deshalb auch nichts gegen Abtreibungen im Weißen Haus. Außerdem: Wieso die Linken sich die Hölle wünschen und man nur bei Hetze gegen „Schwarze“ rassistisch ist.

Die Blondine schlägt ihre langen, schlanken Beine bei ihren TV-Auftritten gerne und oft kamerawirksam übereinander, trägt figurbetonte, kurze Kleider und stütz die Arme entrüstet in ihre zierliche Taille, wenn sie gar nicht ladylike gegen „böse“ MigrantInnen wettert. Die US-amerikanische Autorin und Kolumnistin Ann Coulter nennt sich selbst die „Polemikerin“. Ihre politischen Wurzeln liegen in der republikanischen Partei, ihre Weltanschauung ist erzkonservativ und ihre Zunge scharf.

Eigentlich lehnt Coulter Schwangerschaftsabbrüche aufgrund moralischer Bedenken kategorisch ab, warum sie aber angebliche Spenden von Donald Trump an Abtreibungskliniken nicht interessieren? Die beiden fahren denselben Rechtsaußen-Kurs beim Thema Zuwanderung. Trump wünscht sich Mauern an der mexikanischen Grenze, die die Mexikaner allerdings selbst bezahlen dürfen.

„…drop the racist crap“

Vorrangig mexikanische und südamerikanische Einwanderer sind den beiden politischen Phänomen Trump und Coulter ein Dorn im amerikanischen Auge. Für Coulter sind mexikanische Migranten „tödlicher als Haie und ISIS“ zusammen und die „mexikanische Kultur“ sei schlicht „minderwertig“. Um nicht von der IS getötet zu werden, empfiehlt Coulter nicht nach Syrien zu gehen, um nicht von einem Mexikaner vergewaltigt oder umgebracht zu werden, da kann sie einem auch nicht weiterhelfen. Und wieso ist das keine Hasstirade (hate speech) möchte man sich fragen? „Du bist nicht schwarz also hör auf mit dem Rassismus-Schas“ kontert die studierte Juristin Coulter. Achso.

Aber Coulter lässt zumindest den Biologismus im Dorf, denn Schuld an der "höheren Neigung zur Kriminalität" sind nicht die Gene, sondern nur die "zurückgebliebene Kultur". Leider kommt man meist auch gegen seine „Kultur“ nicht an?

Ihre neuste politische Schmähschrift „Adios, America“ richtet sich dann aber nicht nur gegen die Amigos, sondern auch gegen die gesamte Obama-Demokraten-Riege.  Verschwörungstheoretisch deckt sie den Plan der Linken auf: Amerika soll in eine "Entwicklungsland-Hölle" verwandelt werden. Man müsste dieses Buch sicher nicht gelesen haben, tausende AmerikanerInnen tun es trotzdem. Es ist auf Platz Fünf der New York Times Bestseller-Liste. Bitte dem Buch nur nicht die Bibeltreue schwören.

Der blonde agent  provocateur des US-Einwanderungsdiskurses ist nicht nur auf einer Linie mit dem eigenwilligen Präsidentschaftskandidaten Trump, sie bewundert den Mann mit dem Einwanderungs-Thesenpapier sogar wie einst Ronald Reagon und die Magna Carta. Ann Coulter, zufrieden mit dem rechten politischen Spektrum, endlich auf Schmusekurs.

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