Ajde, schütz ma Klima

31. Mai 2019

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Tausende Menschen sind zum Klimastreik in Wien erschienen (c): Cecilia Tradowsky

 Ein junges Pärchen fällt sich in die Arme, nachdem der Junge "Ich hab sie gesehen! Ich hab sie gesehen!" schreit - seine Freundin strahlt ihn glücklich an. Teenie-Mädchen kreischen, wedeln mit ihren Handys, wollen einen Blick auf ihren Star erhaschen. Ein Mann mittleren Alters im Anzug ruft: "Greta, You are my inspiration!". Mittlerweile ist es klar:  Greta Thunberg ist ein Weltstar. Sie hat keine Makeup-Linie erfunden, sie hat keine Karriere als Youtuberin hingelegt und sie hat auch keine sponsored Outfit-Posts auf Instagram. Nein, sie hat den Klimaschutz cool gemacht. Einfach so. Für einen berühmten Teenager heutzutage ziemlich untypisch. Aber genau das scheint so die Massen zu faszinieren. Das, und ihre Erreichbarkeit - die im Vergleich zu anderen Influencern echt ist: Heute ist sie mit tausenden Jugendlichen aus ganz Österreich den Ring entlang marschiert - um gegen den Klimawandel zu streiken. Wir haben uns mit den Demonstranten unterhalten, um herauszufinden, was genau sie so an ihrem Idol beeindruckt. Und, warum sie unseren Planeten schützen wollen, natürlich.

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Cool kids saving a hot planet

Klimaschonend sind Johanna (18) und Lena (18)  mit dem Zug aus Oberösterreich angereist. Obwohl die Reise durch eine längere Verspätung anstrengend war, ist es ihnen wichtig, heute mit dabei zu sein. „Klimawandel ist das Problem unserer Generation, aber es geht alle Menschen etwas an“, sagt Johanna. Die Schülerinnen können nicht verstehen, warum die Klimakrise weder in der Schule noch in der Politik thematisiert werden. Lina findet „ nicht nur einzelne Parteien sollen für den Klimaschutz eintreten, in jedem Parteiprogramm sollte das Thema sein.“ Lina (16) bemängelt den Schulstoff, den dort spiele der Klimawandel überhaupt keine Rolle. Die Schülerinnen wünschen sich, dass mehr über die Problematik gesprochen und aufgeklärt wird. Nur so könne man schon mit kleinen aber wichtigen Schritten wie Müllertrennung Erfolge erzielen.

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Lina, Johanna und Lena finden dass der Klimawandel in der Schule und in der Politik ein Thema sein muss. (c): Cecilia Tradowsky

Mit der gebastelten Bienenwabe wollen Paula (16) und Anouk (16) auf das durch den Klimawandel verursachte Bienensterben aufmerksam machen. „Wenn wir nicht herkommen und über den Klimawandel sprechen, macht es ja keiner“ lacht Paula.

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Paula und Anouk wollen auf das Bienensterben aufmerksam machen. (c): Cecilia Tradowsky

The next generation – Kinder und Klima

Nela (43) ist mir ihrem Sohn Benni herkommen. Sie findet es wichtig, ihr Kind für klimakritische Themen zu sensibilisieren. In der Schule werde kaum was getan, also müssen die Eltern diese Aufgabe übernehmen.

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Nela ist gemeinsam mit ihrem Sohn Benni zum Klimastreik gekommen. (c): Cecilia Tradowsky

Als wir Elena und Max fragen, warum sie heute am Klimastreik teilnehmen, zeigen sie auf Elenas Bauch und sagen „Zukunft“. Sie sind begeistert, wie viele Eltern mit ihren Kindern gekommen sind.  „Das was hier passiert, ist näher am echten Leben, als der Lehrplan, das hier ist Bildung“, glaubt die Schwangere. Für die werdenden Eltern ist es besonders wichtig, ihrem Kind nachhaltige Werte zu vermitteln.

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Elena und Max wünschen sich für ihr Kind eine Zukunft - auf diesem Planeten. (c): Cecilia Tradowsky

„Wenn wir nichts unternehmen, um den Planeten zu retten, dann haben wir keinen mehr, auf dem wir leben können“, weiß Elisa (12). Auch wenn sie heute nicht schulfrei hätte, wäre sie mit ihrem Papa hergekommen, um am Klimastreik teilzunehmen. Für sie ist es wichtig gegen Umweltverschmutzung anzukämpfen.

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Elisas Plakat zeigt den Dodo - einen bereits ausgestorbenen Vogel. (c): Cecilia Tradowsky

Aktiv werden

Doro (23) und Christina (23) sind mit der aktuellen Klimapolitik unzufrieden. „Wenn nichts gegen den Klimawandel unternommen wird, dann gibt es bald unzählige Klimaflüchtlinge“, ist sich Doro sicher. Außerdem glauben die beiden, man könne durch Maßnahmen gegen den Klimawandel sogar Geld einsparen, denn mit den Konsequenzen der Klimakrise zu leben, sei um einiges teurer. „Jeder einzelne von uns kann was tun, zum Beispiel weniger Fleisch essen“, empfiehlt Christina.

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Von der aktuellen Klimapolitk sind Doro und Christina nicht begeistert. (c): Cecilia Tradowsky

Der 17-Jährige Elias ist Gärtner und bekommt vor allem in seinem Berufsleben dein Klimawandel zu spüren. Er hofft, dass die Menschen durch weltweite Veranstaltungen wie Fridays For Future auch in Österreich endlich wachgerüttelt werden. „Es ändert sich nichts, wenn Parteien an der Macht bleiben, denen das Klima egal ist“, bezieht Elias die Politik mit ein.

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Wer will das sich was ändert, muss die richtigen Parteien wählen, meint Elias.

What do we want? Climate justice!

Egal ob jung oder alt, mit Baby im Bauch, als Familie, in Schülergruppen oder allein. Die Menschen sind heute zur Demo gekommen, um ein Zeichen zu setzten. Sie sind laut, um gehört zu werden, sie sind Viele um gesehen zu werden und sie kämpfen, um etwas zu verändern.

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