Bunte Bilder - Bunte Herzen

18. Januar 2019

Zwischen farbenfrohen Gemälden und gemusterten Stoffen sind es besonders die Menschen gewesen, die einen Abend für mich zu einem leuchtenden Ereignis gemacht haben.

Elisas erstes Bild
Elisa steht mit einem Lächeln im Gesicht vor einem bunten Kunstwerk. Das Bild, das aus rot-blau-weiß-grünen Ölfarben enstanden ist, ist eines der ersten Werke von Elisa. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich das kann. Am Anfang habe ich den KünstlerInnen einfach zugesehen. Dann hab ichs ausprobiert und bin selbst überrascht über das Ergebnis.“
Elisa ist aus Tschetschenien nach Österreich geflüchtet. In ihrem Heimatland hat sie als Ärztin gearbeitet. Weil ihr Asylverfahren noch läuft, darf sie in Österreich im Moment nichts arbeiten. Nur auf freiwilliger Basis führt sie medizinische Aufklärungsgespräche mit Frauen, die nur russisch sprechen und ein Kind erwarten - oder kurz nach der Geburt stehen.
Doch Elisa beklagt sich nicht. Sie ist eine warmherzige Gesprächspartnerin, die ihr Schicksal angenommen hat und das beste aus ihrer Situation macht.

Elisa
privat

CORE – der Vernetzung verschrieben
Getroffen habe ich Elisa auf dem CORE-Nachbarschaftstreffen im 15. Wiener Gemeindebezirk. Das Projekt „CORE – Integration im Zentrum“ ist eine Kooperation der Magistratsabteilung 17, Fonds Soziales Wien, Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, Wirtschaftsagentur Wien und Stadtschulrat für Wien/Europa.
Es wurde ins Leben gerufen um eine Basis zur Vernetzung von Menschen mit Fluchthintergrund zu schaffen. Dafür werden Räume, wie die in der Pfeiffergasse im 15. Bezirk zur Verfügung gestellt.
An diesem Abend stand die Kunst im Vordergrund. Es wurden Werke ausgestellt, die von KünstlerInnen, KunstlehrerInnen und Naturtalenten so wie Elisa, im Rahmen des Projekts, erschaffen wurden.
Neben zahlreichen Bildern konnte man auch Skulpturen und genähte Stoffe bewundern. Abgerundet wurde die Veranstaltung von einem orientalischen Buffet.

Schicksal & Erkenntnis
Als sich die betreffenden Akteure wie Elisa vorstellten, zeigten sie sich dankbar für die Chance und die Vernetzung mit Menschen, die eine ähnliche Geschichte wie sie hinter sich haben.
Vor allem empfinde ich Respekt für die KünstlerInnen und Künstler, die trotz all dem Negativen, das sie zweifelsohne in ihrem Leben erlebt haben, mit soviel Herz an ihren Projekten arbeiten und somit positiv in ihre eigene Zukunft blicken.

 

Für mehr Infos: www.refugees.wien

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