Darunter müssen wir jetzt alle leiden!

11. Januar 2021

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Nein zur UG-Novelle!
Nein zur UG-Novelle! © Bildung Brennt

Ab dem 15.01. behandelt das Parlament die umstrittene Universitätsgesetzesnovelle. Ein wichtiger Punkt dabei: Die Pflicht, 24 ECTS (Abk. für European Credit Transfer System) innerhalb der ersten vier Semestern zu absolvieren. Morgen gibt es eine Demo dagegen.

Wenn man sich die österreichische Politik vom vergangenen Wochenende anschaut, wäre eine Uni-Novelle schon längst nötig. Viele Studien zeigen: je kürzer die Studiendauer, desto eher neigt man dazu, den gelernten Inhalt nicht zu vergessen. Dazu gehört auch ordentliches Zitieren (Ich schaue in die Richtung der ehemaligen Arbeitsministerin Aschbacher).

Die KritikerInnen des neuen Uni-Gesetzes, wie die ÖH-Uni Wien und Bildung Brennt sagen, es sei einschränkend. Nicht nur wegen den ECTS-Angaben, auch wegen der Entmachtung des Senats, der bei der Weiterbestellung von RektorInnen neben dem Universitätsrat nicht mehr mitbestimmen darf. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung behauptet hingegen, die Novelle solle das Studium planbarer machen. 12 ECTS im Jahr finden also die GegnerInnen zu viel. Viele von denen wissen aber nicht, dass es für „ausländische“ Studierende sowieso eine Quote von 16 ECTS pro Jahr gibt. Falls sie diese nicht vorweisen können, bekommen sie kein Aufenthaltsvisum. Ich kenne viele Studierende, die wegen ihren mangelnden Deutschkenntnissen, Nebenjobs oder aus anderen Gründen diese Quote nicht erreichen konnten. Versteht mich nicht falsch. Jemand, der fürs Studium nach Österreich kam, soll nicht auf die Uni verzichten. Faulheit verurteile ich auch. Vor allem als eine Drittstaatsangehörige, die viel Arbeit für ca. 60 ECTS pro Semester geleistet hat. Ich finde aber lustig, dass es nur dann ein mediales Thema wird, wenn auch die "anderen" davon betroffen sind. Zu diesen anderen gehören auch die EU-MigrantInnen. Keine ECTS-Beschränkung für einen Franzosen, aber doch für einen Senegaler.

Als ich das erste Mal über die Gesetzesnovelle und die Reaktionen darauf las, dachte ich mir gleich: „Aha, zumindest eine Sache, worunter „wir“ alle als in Österreich Studierende gemeinsam leiden müssen!“ Bisher hatte ich die Quote nie hinterfragt. Erst jetzt bemerke ich, wie problematisch sie ist. Und diesmal bin ich nicht alleine.

May the force be with us!

 

 

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