DeFuNd ThE PoLiCe: Ganz sicher?

03. November 2020

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Image by dagmarbendel from Pixabay

Montagabend wurde Wien von einem Terrorangriff erschüttert. Zahlreiche Menschen wurden verletzt und getötet. Nur dank raschem und entschlossenem Handeln der Polizei konnte der schwerbewaffnete Täter außer Gefecht gesetzt werden.

Genau diese Polizei war bis vorgestern das Lieblings-Hassobjekt liberaler Gruppierungen, die die Stadt mit "A.C.A.B" (All Cops are Bastards) Graffits und "Ganz Wien hasst die Polizei" Aufklebern vollgepflastert haben. Manche forderten gleich die Abschaffung der ganzen Polizei, die Grünen waren im August immerhin der Meinung, dass ein "Mitführen einer Schusswaffe außerhalb von Spezialeinheiten nicht notwendig scheint".

Nicht nur migrantische Jugendliche, sondern auch wohlbehütete Mitte-30er waren gänzlich mit der "Black Lives Matter"-Bewegung verbunden und fühlten sich ebenfalls von der Polizeigewalt unterdrückt - obwohl sie noch nie einen Polizisten oder ein Kommissariat aus der Nähe gesehen haben. Hat man versucht, in Diskussionen ihre Aussagen ein wenig einzubremsen, war man gleich ein "Ersatzbulle" - quasi um keinen Deut besser als Erfüllungsgehilfen irgendwelcher diktatorischer Schergen.

Realität vs. ideale Welt

In einer idealen Welt leben alle Menschen in Friede und Harmonie. Keiner ist dem Anderen etwas Neid, es gibt keinen Hass und keine Ungerechtigkeit. So weit der Wunschtraum. Die Realität ist aber leider nicht so schön: obwohl in Wien und Europa ein relativer Wohlstand und Frieden herrschen, gibt es auch hier unter der Oberfläche einzelne Menschen oder Gruppierungen, die nichts Gutes im Schilde führen. Im gestrigen Fall war das ein verblendeter junger Mann, der zum Werkzeug einer hasserfüllten Ideologie geworden ist.

Probleme angehen, nicht verstecken

Bevor der Twitter- und Insta-Volksgerichtshof zusammentritt: ja, es gibt Probleme bei der Polizei. Ja, diese müssen angegangen werden - je rascher, desto besser. Aber wir wollen auch die vielen, vielen Polizistinnen und Polizisten nicht vergessen, die sich jeden Tag die Hacken für unsere Sicherheit wundlaufen, die tagtäglich zwischenmenschliche Konflikte lösen und - ja, auch dafür müssen wir dankbar sein - uns auch mal einen Strafzettel verpassen, weil wir selbst über die Stränge geschlagen haben. Sie tragen, genauso wie Rettung und Feuerwehr, dazu bei, dass unser Alltag - bis auf die Ausnahme Montagabend - friedlich und gesittet verläuft.

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