Den Koran verstehen für Anfänger

24. Oktober 2018

Erklär mir den Islam“ heißt der Podcast, in dem sich Andreas Sator mit dem Theologen Mouhanad Khorchide über Fragen zum Islam austauscht. Im Mittelpunkt steht hierbei die Rolle des Korans.

Die eigentliche Prüfung

Die meisten Menschen kennen  den Islam nur so: der Mann als Oberhaupt der Familie, die unterdrückte Frau und strikte Richtlinien, nach denen man zu leben hat.  So sind die ersten Personen, die man mit dem Islam in Verbindung setzt Osama Bin Laden oder Isis-Kämpfer, die vor laufender Kamera Menschen enthaupten. Bilder, die die Menschen geprägt haben und den Islam als eine Religion des Schreckens gebrandmarkt haben.

„Die Interpretationsfreiheit des Korans ist die eigentliche Prüfung, die es zu verstehen gilt“ sagte auch mir einst meine Koran-Lehrerin. Sie war derselben Ansicht wie Mouhanad, dass die Menschen mit der Zeit denken müssen. Sie sagte auch, dass der Koran in den Händen der falschen Menschen ein Instrument für Hass sein kann, wenn diese ihn so auslegen wollen. Somit sei die wirkliche Prüfung vor dem ein jeder Gläubiger stehen würde diese Unterscheidung machen zu können. In der Theorie hört sich das einfach an, aber die Realität zeigt, wie viele Gläubige daran scheitern.

Tatsache ist, dass der Koran vor denselben Problematiken steht, wie jedes andere heilige Buch es getan hat. So sind Christen so wenig bibelfest, dass sie die „schlimmen“ Stellen ihres heiligen Buches gar nicht kennen (ein kurzer Blick in das Alte Testament reicht aus). Jede Diskussion darüber, ob der Islam zu Europa gehört, ist blödsinnig, da er bereits ein Teil von Europa ist. Aber eine Diskussion über die Interpretationsmöglichkeiten des Korans, um dessen Missbrauch für Hass-Predigten zu vermeiden, geht in die richtige Richtung.

Ein Buch, mehrere Interpretationen

Tatsache ist, dass die wenigsten Menschen (selbst unter den Moslems) den Koran lesen und selbst die, die ihn nicht nur lesen, sondern studieren, sind sich nicht wirklich einig über dessen Inhalt. Der Koran gilt als das allgemeingültige Regelbuch für Muslime, wird aber gleichzeitig von allen unterschiedlich aufgefasst. Mouhanad Khorchide erklärt, warum genau das so gefährlich ist:

Menschen, die den Koran lesen, müssten bedenken, wer die Erstadressierten waren und in welchem Jahrhundert diese gelebt haben. Dies sei eine wichtige Unterscheidung, die bei der Interpretation des Korans zu beachten wäre. So gäbe es viele Verse im Koran, die mit der heutigen Rechtslage allein nicht vereinbar sind, mit der damaligen aber schon. „Es gibt Auslegungen des Islams, die sehr schwer mit dem Leben in einer modernen Gesellschaft vereinbar sind.“ Mouhanad spricht hierbei Verse an, die von Gewalt, „Ungläubigen“ und Frauen handeln.

Jedem, der sich mit diesem Thema befassen will, kann ich nur die Podcast-Reihe von Andreas Sator empfehlen, da in dieser eine sachliche Diskussion über den Islam geführt wird.

https://erklaermir.simplecast.fm/islam3

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