Dirndl: mehr als ein Kleid

30. November 2018

Das Dirndl ist mittlerweile viel mehr als ein Kleidungsstück.  Die traditionelle Tracht erfährt im Jahre 2018 eine neue Symbolik für viele Österreicherinnen.  Genau dies wurde in derVeranstaltung „More than a dress“ vom Verein „Women of Vienna“ thematisiert.

Gut, ich muss zugeben, die ersten Bilder, die ich mit dem Wort Dirndl verbinde, sind angetrunkene Männer mit einem Bier in der Hand, Andreas Gabalier und Rechtskonservative. Ich weiß, dass dies eine sehr voreingenommene Haltung ist. Die zahlreichen sexistischen Werbungen für das Oktoberfest haben meine Antipathie nur mehr verstärkt.  Man kann also sagen, dass ich eine ziemlich radikale Einstellung zu der Tracht hatte, von der ich nicht abzubringen war.

dirndl

Fotocredit: Ewa Sklodowska

Um so interessanter war für mich die Diskussionsrunde um die wandelnde Bedeutung des Dirndls für Österreicherinnen. Eine Runde, bei der drei Frauen mit unterschiedlichen Erfahrungen mit der traditionell österreichischen Tracht meine Meinung zu dem Kleidungsstück verändert haben. Unter ihnen war Imoan Kinshasa. Die Vice-Kolumnistin berichtete davon, wie es ist, als schwarze bayrische Frau im Dirndl auf ein Weinfest zu gehen. In Zeiten, in denen rechtsorientierte PolitikerInnen in Bierzelten auftreten und Traditionen als ein Privileg für „wirkliche“ ÖsterreicherInnen gesehen werden. „Wir sehen nicht österreichisch aus, aber wir sind Österreicherinnen“, erklärte Imoan Kinshasa. Die Journalistin Nour Khelifi erklärte den Zusammenhang zwischen Identität und Kleidungswahl der jungen österreichischen Generation.  Des weiteren gab es Informationen über die Entstehung und Verbreitung des Dirndls von der Autorin Irene Montjoye. Fazit der Diskussion war mich, dass das Dirndl eine neue Symbolik im modernen und multikulturellen Österreich zugeschrieben bekommt.  Eine, die alle Österreicherinnen miteinbezieht.

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