Du isst zu viel Zucker!

14. Februar 2017

Ich esse normalerweise kaum Zucker: Keine Schokolade unter 85% Kakaogehalt, keine Süßigkeiten, nicht mal Obst findet man oft auf meinem Teller.  

Man könnte jetzt streiten, ob das gut oder schlecht ist. Vor allem bei Früchten gibt es verschiedene Meinungen. Ich konnte bei mir selbst beobachten, dass ich mich viel besser fühle, seitdem ich Zucker signifikant reduziert habe. Ich kann mich besser konzentrieren und werde nicht hungrig, wenn ich kein Essen brauche. 

 

Ich habe am vergangenen Sonntag ein wenig mehr Junk Food gegessen als ich das sonst tue. Ein Freund war zu Besuch und wir haben es mit Weißbrot, Pizza, Nudeln, Eis, Schokolade und sonstigen zuckerhaltigen Produkten gefeiert. 

 

Ich bin normalerweise ganz strikt mit meiner Ernährung. Obwohl strikt in dem Zusammenhang kein richtiges Wort zu sein scheint. Es klingt, als würde ich mich dazu zwingen und das tue ich auf keinen Fall. Ich sehe es wie mit Alkohol: Es macht vielleicht Spaß, betrunken zu sein, es macht aber keinen Spaß mit Kopfschmerzen und allem, was zum Kater dazugehört, am nächsten Morgen aufzuwachen. Ich nehme weder den Alkohol- noch den Zuckerkater in Kauf und verzichte lieber auf beide. 

 

Das böse Fett 

 

In den letzten 40 Jahren waren gesättigte Fette und Cholesterin die “Bad Guys" der Ernährungswissenschaft. Statt Butter haben wir Margarine gegessen, statt Eiern haben wir Müsli und Brot gefrühstückt. Wir hätten gesünder werden sollen, wir wurden aber nur kranker und fetter. 

Lange Zeit wurde die Schuld für die gesundheitlichen Probleme vieler Menschen dem Fett gegeben. Ein paar Anti-Fett-Studien haben gereicht, um die Ernährungsweise der westlichen Bevölkerung umzustellen.
Die Rollen drehen sich aber langsam um. Man merkt, dass die Ernährungsweise, die seit über 40 Jahren von den meisten Ernährungswissenschaften propagiert wurde und als richtig galt, zu einer großen Fettleibigkeitsrate in vielen, überwiegend westlichen Ländern geführt hat. Es wurde uns gesagt, dass wir auf gesättigte Fette und Cholesterin verzichten sollen, also haben wir sie mit  mehr Zucker ersetzt. Zucker ist Kohlenhydrat. Der Körper braucht eine gewisse Menge Zucker, um ihn, vereinfacht gesagt, als Treibstoff zu verwenden. Das Problem ist, dass ein durchschnittlicher Mensch viel zu viel Zucker zu sich nimmt. Dieser vermehrte Zucker-Konsum ist einer der Hauptgründe, warum es heutzutage mehr übergewichtige Menschen als je zuvor gibt.

 

 

Wieviel Zucker isst du?

 

Hast du schon mal darüber nachgedacht, wieviel Zucker du eigentlich verzehrst? Nicht viel, denkst du dir wahrscheinlich gerade. Ich wette aber mit dir, dass es viel mehr ist, als du denkst. Es ist relativ einfach nachzuprüfen: Es gibt zahlreiche Apps, in die man sein Essen eintragen kann und die uns dann zeigen wieviel Nährstoffe wir zu uns genommen haben. Versuche es mal und du wirst dich wundern, wieviel es eigentlich ist. 

 

 

Know your limits

 

Ich habe in der Nacht vom Sonntag auf Montag nicht besonders gut geschlafen. Ich bin aufgewacht und habe ausgesehen als hätte ich das ganze Wochenende durchgesoffen. Dabei habe ich einfach nur am Sonntag alles gegessen, was ich normalerweise nicht esse. Keine unglaublichen Mengen, sondern einfach nur andere Sachen gewählt, als ich sonst wählen würde. Kopfschmerzen, Augenringe und das Gefühl von Müdigkeit sollten nach einem 8-Stunden-Schlaf nicht vorhanden sein. Das ist bei mir sonst nie der Fall. Was ich auch gemerkt habe: Je mehr Zucker ich gegessen habe, desto mehr wollte ich davon haben. Ein Hinweis darauf, wie einfach man von Zucker abhängig werden kann.

Es ist nicht schlimm ab und zu etwas Süßes zu essen. Es ist nicht schlimm, wenn man hier und da etwas Ungesundes isst. Das Problem liegt darin, dass viele von uns ihre Grenzen nicht kennen und sie tagtäglich überschreiten. 

Es ist erschreckend zu denken, dass viele Menschen jeden Tag essen, wie ich es am Sonntag getan habe. Ich bin davon überzeugt, dass es vielen von uns gesundheitlich besser gehen würde, wenn wir unsere Ernährung umstellen würden. 

Die Umstellung wird aber keine einfache Aufgabe sein: Zucker ist ein Teil der Erziehung und der Kultur. Kinder werden mit Süßigkeiten belohnt. Erwachsene belohnen sich selbst mit Zucker, sei es nach einem schweren Tag in der Arbeit, nach einem Streit mit dem Partner oder einfach nur, weil man sich ein bisschen schlechter fühlt. 

Es zahlt sich aus, sich zu überlegen und nachzuprüfen, wieviel Zucker man verzehrt und ob man wirklich so viel davon braucht. Für die Gesundheit, eine bessere Laune und ein eindeutig besseres Selbstgefühl. 

 

 

 

 

 

 

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