Eiskalter Engel

25. November 2018

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Foto: Adam Bezeczky

Agent 47 ist ein glatzköpfige Killer mit Herz. In Hitman 2 lernen wir seine Vergangenheit kennen - doch die Frage bleibt: wie moralisch darf ein Profikiller sein?

Bombay, Miami oder Hawke's Bay, New Zealand: mit Hitman ist man immer an interessanten Locations unterwegs. Die Fortsetzung des Schachspiels in vier Dimensionen ist ein weiteres Meisterwerk aus dem Hause IOI-Interactive.

Kreativ vs. Hau drauf

Hitman 2 ermöglicht uns viele Wege zum Erfolg: die direkte Konfrontation ist dabei selten die beste Wahl. Vielmehr lädt uns das Spiel ein, in die Welt einzutauchen und unsere Beobachtungsgabe einzusetzten: durch belauschte Gespräche erfahren wir oft elegante Möglichkeiten, wie wir unsere Zielperson um die Ecke bringen können. Je eleganter, lautloser und unbemerkter wir vorgehen, desto höher die Belohnung am Ende der Mission. Das lädt zum mehrmaligen Durchspielen des Spiels ein. Durch neue Startpunkte und neue Verkleidungen verfügen wir über neue Möglichkeiten, unser Ziel zu erreichen. Abschläge in der Punktezahl gibt es für offensichtlich agressives und sinnloses Verhalten: wer Zivilisten und Unbeteiligte mitmeuchelt und einfach rumballert, kann sich sicher sein, ein unvergnügliches Ende zu nehmen.

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Foto: Adam Bezeczky

Make the world your weapon

Die Karten in Hitman 2 sind wesentlich größer ausgefallen als in Teil 1: dementsprechend viele Möglichkeiten ergeben sich auch, die vorgegebenen Zielpersonen auszuschalten. Dabei verdeutlicht uns das Spiel immer wieder: die Marks sind wirklich schlechte Akteure, die genug dafür getan haben, die Aufmerksamkeit des glatzköpfigen Profis auf sich zu ziehen. Dabei hat der Spieler die Qual der Wahl - zahlreiche Werkzeuge stehen dem Profi zur Vefügung: intim und nah mit Klaviersaite oder doch kühl und berechnend aus der Ferne mit dem Scharfschützengewehr: ballistische Kills sind, wie wir aus Luc Besson's "Leon, der Profi" wissen, nur was für Anfänger. Die richtigen Profis suchen die Nähe.

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Foto: Adam Bezeczky

47, das Chamäleon

Der große Reiz von Hitman liegt in den unzähligen Verkleidungen, in die Agent 47 schlüpfen kann. Zum Beispiel ist es bei einem Autorennen in Miami möglich, sich von Maskottchen über Teamarzt bis hin zur Rennleitung zu verkleiden und so auf verschiedenen Ebenen dafür zu sorgen, dass uns die Zielperson ins Netz geht. Es ist schwer, sich einen hämischen Grinser zu verkneifen, wenn nach minutiöser Vorbereitung der Teammanager mit einem Schubser im Meer verschwindet. Das Ableben wir in diesem Fall als tragischer Unfall bewertet - das perfekte Verbrechen, ausgeführt durch 47. Bevor Moralaposteln schreien: in Hitman 2 werden deutlich weniger Charaktere ihrem vorzeitigem Ableben zugeführt als in einem durchschnittlichen Hollywood-Blockbuster.

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Foto: Adam Bezeczky

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Foto: Adam Bezeczky

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Foto: Adam Bezeczky

Alles für alle

Für viel Kritik hat in Hitman 1 die Häppchenweise servierten Handlungsepisoden gesorgt. IOI Interactive hat die Kritiker gehört und stellt die gesamte Kampagne direkt zur Verfügung. Das senkt aber den Reiz, die gleiche Mission unmittelbar hintereinander durchzuspielen: vielmehr ist die interessante Hintergrundgeschichte, die mit stimmungsvollen Cutscenes erzählt wird, der Antrieb für ein zügiges Weiterspielen.

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Foto: Adam Bezeczky

Fazit

Hitman 2 ist ein Fest für geduldige Gamer: die unzähligen Möglichkeiten Missionen zu beenden fordern auch Profis und sind eine angenehme Abwechslung für Stealth-Fans. Actiongamer hingegen dürften mit dem vorsichtigem Anschleichen anfangs nicht viel anfangen können: wer jedoch einmal einen "Unfall" verursacht hat, weiß, wie viel Spaß das Schleichen macht.

 

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