Eko Fresh rechnet mit Rassismus ab: "Als Sündenbock ist euch Özil gut genug"

25. Juli 2018

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Eko Fresh - Aber Foto: Youtube-Screenshot, youtube.com
Eko Fresh - Aber Foto: Youtube-Screenshot, youtube.com
Mit dem Song "Aber" hat der deutsche Rapper Eko Fresh die aktuelle Rassismus-Debatte um Mesut Özil auf den Punkt gebracht. Er lässt zunächst einen AfD-Anhänger und einen Erdogan-Fan wüten und tritt dann selbst in einem clever verpackten Rollenspiel als kritischer Vermittler auf. In seinem Raplied geht es unter anderem auch um Toleranz, Integration und Vorurteile.
Wer hätte bis vor Kurzem gedacht, dass gerade ein deutscher Fußballnationalspieler es hinbekommt, mit drei Social-Media-Beiträgen ganz Europa in seine abgründigsten Abgründe blicken zu lassen? Das rassistische Polit-Klima in westlichen Ländern scheint derzeit gar nicht nützlich zu sein. Deshalb wirken alle Integrationsbemühungen und Fortschritte der vergangenen Jahre wie weggeblasen. Genau zu diesem Zeitpunkt ist es richtig, dass ein "ABER" kommt. Der Rapsong "ABER" von Ekrem Bora bringt die ganze Absurdität der Debatte auf den Punkt und schenkt allen Betroffenen des Rassismus den Glauben: Du bist nicht allein.
Musik-Video wurde zum Hit: Nur eine halbe Woche alt und schon mehr als 1 Million Klicks erreicht
Eine Weile war es still um die beiden großen Meister der deutschen HipHop-Szene. Nun hat sich "Eko Fresh aus dem Gheddo" mit einer neuer Single zurückgemeldet, welche von Samy Deluxe produziert wurde. Mit ihrem Rap kommentieren die Künstler die Debatte um Ausländer, Flüchtlinge, Aysl-Abschiebung, AfD, Rechtsextremismus, Hass, Integration und Toleranz.
In seinem neuen Rap-Video lässt der kurdisch-türkische Deutschrapper Eko einen rechten Wutbürger und einen besorgten Deutschtürken aufeinander los, die sich sozusagen argumentativ die Köpfe einschlagen. „Als allererstes will ich klarstell’n, ich bin kein Nazi, aber...“, fängt Patrick Mölleken zu rappen, der einen Mann mit kurzen Haaren in Bomberjacke darstellt. Der scheinbar „besorgte Abendlandbeschützer“ trägt fortan die klassischen Argumente eines AfD-Wählers vor, der zwar kein Nazi sei, jedoch rassistische Ansichten über Muslime und Islam teilt.
In der Rolle des Türken befindet sich Schauspieler Yunus Cumartpay, der in diesem Fall auch ein Erdogan-Fan ist und in der zweiten Szene zum Rappen beginnt. Dieser antwortet auf den Wut-Bürger unter anderem mit Systemkritik: "Nazis wie ihr, mit 'nem Fass voller Bier! Was integrieren? Ihr wollt uns assimilieren"
In der dritten Strophe schaltet Eko Fresh sich schließlich selbst ein. Er spielt mit seinem tollen Rap-Style den Vermittler und ruft zu Versöhnung, Verständnis und Versachlichung der Diskussion auf. "Doch als Sündenbock ist euch Özil gut genug. Aber Moment mal, was soll hier die Message sein? Weltmeisterschaft vorbei, weil er ein Selfie teilt?", will der aufgebrachte Eko wissen. Am besten ist es natürlich, wenn ihr euch das Rapvideo einfach selber "reinzieht".

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Kommentare

 

spätestens 50 Jahren hat sich das Thema um Vielfalt, Integration, Toleranz etc. ohnehin völlig erledigt. Dann gibt es nur noch etwa 20 Prozent Deutsche, aber 80 Prozent Migranten in Deutschland. Die echten Deutschen können dann vergeblich nach Minderheitenschutz rufen. Heute ist man tolerant, morgen fremd im eignen Land.
Und das mit dem Minderheitenschutz der ehemaligen Leistungsträger kann man aktuell sehr gut in Südafrika verfolgen.

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