Falco: Gestorben um zu leben

19. Februar 2017

Die vermutlich größte Poplegende Österreichs wäre am Sonntag 60 geworden. Er rockte nicht nur Amadeus, sondern hat Wien den Charme verliehen, für den die österreichische Hauptstadt weltweit bekannt ist.

Österreich ist für mich ein Land der Dörfer. Irgendwie ist jeder miteinander verflochten. Diese Erkenntnis habe ich gemacht, als ich das erste Mal in der Alpenrepublik war. Eines Tages fuhr ich mit meiner Ex-Freundin am Wiener Zentralfriedhof vorbei. Schon damals war ich ein glühender Fan von Johann Hans Hölzl, besser bekannt unter dem Künstlernamen Falco. Ich merkte während der Fahrt an: „Hier liegt doch Falco irgendwo begraben.“ Meine Ex entgegnete mir: „Stimmt. Und sein Grabstein wurde von einem Hollabrunner angefertigt, den meine Eltern kennen.“ Auch wenn ich mit meiner Ex-Freundin ausschließlich aus Liebesgründen zusammen war, so hatte ich plötzlich eine fast direkte Verbindung zur vermutlich größten Poplegende Österreichs.

Er war Superstar, er war populär, er war so exaltiert, because er hatte Flair, er war ein Virtuose, war ein Rockidol und alles ruft noch heute und alles rief Come and rock me Amadeus.“

Als Falco in Rock me Amadeus die wohl berühmtesten Zeilen in seiner Musikkarriere sang, konnte man nicht erahnen, dass der Song Jahrzehnte später eine Replik auf sich selbst ist. Wie auch viele andere Popikonen, musste auch Falco sterben, um unsterblich zu werden. In Wien ist seine Präsenz nach wie vor allgegenwärtig. In Souverniershops hängen seine Porträts in einer Reihe mit Mozart. In Radiosendungen geht der Kommissar um und wenn man mit dem Flieger am Flughafen landet, ist Vienna Calling.

Auch wenn Reinhard Fendrich mit „I am from Austria“ die inoffizielle Bundeshymne komponiert hat und Wolfgang Ambros den Wiener Zentralfriedhof zum Leben erwecken wollte: Erst Falco hat Wien den Charme verliehen, für den die österreichische Hauptstadt weltweit bekannt ist. Sein Schmäh, sein elegantes Auftreten und seine Heimatverbundenheit widerspiegeln die Wiener Seele. Seine Verbundenheit mit Wien war so groß, dass er deswegen keine längeren Auslands-Tourneen durchführte. So sagte er einmal in einem Interview: "Ich hätte oftmals Gelegenheit gehabt, nach Amerika zu gehen. Ich habe es nicht getan, weil das Schönste an der amerikanischen Fahne die rot-weiß-roten Streifen sind." In "Vienna Calling" singt er nicht umsonst "Ob in Tucson, Arizona; Toronto, Kanada, Wien, nur Wien, du kennst mich up, kennst mich down. Du kennst mich. Nur Wien, nur Wien, du nur allein. 

Als glühender Fan möchte ich nun die für mich besten Songs von Falco auflisten:

Roch me Amadeus

Der wohl bekannteste Hit von Falco. Als erster und bislang einziger deutschsprachiger Song schaffte es Rock me Amadeus auf den ersten Platz der US-Charts

Jeanny


Provokativ und skandalisierend war zweifelsohne Jeanny. Falco musste sich sogar den Vorwurf gefallen lassen, dass er Vergewaltigungen verherrliche. Zahlreiche deutschsprachige Radiosender boykottierten den Song und gaben dem Werk ungewollt eine große Publicity.

Vienna Calling

Handelt es sich hierbei um die Hymne von Wien? Eindeutig ja. Mal ehrlich: Wer denkt nicht an Falco, wenn es beim Song Contest wieder heißt: „This is Vienna Calling.“

Out of the Dark

Hat Falco mit diesem Song seinen Tod prophezeit oder gar angekündigt? Am Ende der zweiten Strophe heißt es nämlich: „Muss ich denn sterben, um zu leben?“

Wiener Blut

Und wieder eine Replik auf die österreichische Hauptstadt. Leider durch die FPÖ bei der Wiener Gemeinderatswahl 2010 für seine Zwecke missbraucht. Aber trotzdem ein großartiges Werk

Egoist

An seinem 60. Geburtstag dreht sich die ganze Welt tatsächlich nur um ihn.

 

 

 

 

 

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