Fastenmonat Ramadan: Die Zeit der Besinnung und guten Taten

27. Mai 2017

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Fastenmonat Ramadan: Die Zeit der Besinnung und guten Taten
Foto: pixabay.com

Für rund zwei Milliarden Muslime in verschiedenen Ländern beginnt heute der muslimische Fastenmonat Ramadan. Während des Fastenmonats dürfen die Moslems von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang nicht essen und trinken, nicht rauchen und keinen Geschlechtsverkehr haben. Entscheidend für die Zeit ist jedoch nicht allein der Verzicht auf die körperlichen Bedürfnisse, sondern vor allem die Selbstreflexion und das Trainieren der guten Taten.

Es ist der heiligste Monat, der für Milliarden Menschen auf der Welt eine besondere Stellung hat: der Fastenmonat Ramadan. Er ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, welcher jährlich zehn oder elf Tage kürzer als der Sonnenkalender dauert. Deshalb rückt der Fastenmonat jedes Jahr ein paar Tage vor und findet zu einer anderen Zeit statt. Heuer beginnt der Ramadan am 27. Mai - ab heute.

Fastenmonat Ramadan: Die Zeit der Besinnung und guten Taten
Foto: pixabay.com - Das meistgelesene Buch aller Zeiten, der heilige Koran

Fasten, eine der fünf Säulen des Islam

„Oh ihr Gläubigen! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren (Christen und Juden), auf dass ihr euch schützet (der Gegenwart Gottes bewusst seid). Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (nachfasten). Und für jene, die die es (nur) mit großer Mühe ertragen können (schwerlich bestehen würden), ist die auferlegte Ablösung: Speisung eines Armen. Und wenn jemand freiwillig gute Werke vollbringt, so ist es (noch) besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es (nur) wüsstet!“ (Übersetzung der 183.-184. Verse von der Sure Baqara)

Mit diesen Koranversen ist das Fasten den Muslimen vorgeschrieben. Neben dem Glaubensbekenntnis, dem fünfmaligen täglichen Gebet, der Pflicht Sozialabgabe „Zakat“ und der Pilgerfahrt nach Mekka, bildet das Fasten eine der fünf Säulen des Islam. Es ist eine Pflicht für jene, die zurechnungsfähig und volljährig (ab Pubertät) sind und sich gesundheitlich dazu im Stande fühlen. Dadurch sind davon Reisende, Schwangere, stillende Frauen, Kinder, Kranke und Alte ausgeschlossen.

Fastenmonat Ramadan: Die Zeit der Besinnung und guten Taten
Foto: pixabay.com - Die einzigartige Metropole auf zwei Kontinenten, der wunderschöne Istanbul

Gesellschaftliche und individuelle Bedeutung des Ramadans

Der Koran soll in diesem Monat als Rechtleitung für die Menschen herab gesandt sein. Der Fastenmonat ist eine Zeit der inneren Einkehr und Besinnung für jeden Moslem. So soll der Ramadan als der Monat der Barmherzigkeit, des Segens, der Nächstenliebe, der guten Taten und der intensiven Spiritualität gelten.

„Wer nicht die Falschheit in Wort und Tat aufgibt, von dem braucht Allah auch nicht, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.“ (Buchari Hadith)

Mit dieser Aussage meinte der Prophet Muhammed (Allahs Segen und Friede auf ihm), dass die schlechten Verhaltensweisen und Gewohnheiten aufzugeben, genauso wichtig wie der Verzicht auf Essen und Trinken ist. Die Fastenden sind somit dazu angehalten, sich nicht zu streiten, keine bösen Worte zu benutzen, usw. Erst durch diese innere Dimension ist das Fasten komplett und wird somit zu einer umfassenden seelischen und körperlichen Reinigung. So sollte das eigentliche Ziel sein, unser Selbst zu erziehen. Deshalb sehen viele Muslime diese Zeit auch als eine Chance zur Selbstreflexion. Neben vielen guten Taten wird im Ramadan auch vermehrt gespendet und die Familie, Verwandte, Freunde oder Nachbarn zum gemeinsamen Fastenbrechen „Iftar“ eingeladen.

Fastenmonat Ramadan: Die Zeit der Besinnung und guten Taten
Foto: pixabay.com - Ein feiner türkischer Kaffee mit Datteln

Am Ende gibt es Bayram (Ramadanfest)

Ramadan beinhaltet außerdem die heiligste Nacht der Moslems - auch „Lailatul Qadr“ oder „Kadir Gecesi“ genannt. Diese Nacht soll besser als 1000 Monate sein. So wird eine einzige gute Tat in dieser Nacht vervielfacht gezählt und im Jenseits besonders viel belohnt. Der Prophet Muhammed (Gottes Segen und Friede auf ihm) versicherte auch:

”Wer immer - aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf den Lohn

Allāhs - den (Monat) Ramaḍān im Beten (und Fasten) verbringt, dem werden all seine vergangenen Sünden vergeben.“ (Buchari Hadith)

Viele Moscheen in Österreich haben im Ramadan bis zur Morgendämmerung offen. Am Abend kann man in den Vereinen (gratis) sein Fasten brechen und das spezielle Nachtgebet „Tarawih“ verrichten. Am 25. Juni endet der Ramadan, mit dem sogenannten Zuckerfest. Dieses Bajram-Fest ist eines der zwei wichtigsten Feste im Islam. Man pflegt an diesem Tag die Verwandtschaftsbeziehungen und macht sich gegenseitig Geschenke.

Fastenmonat Ramadan: Die Zeit der Besinnung und guten Taten
Foto: Abdullah Bag

Möge der Fastenmonat Ramadan gesegnet sein und für uns alle nur Gutes bringen. Ich bitte unseren Schöpfer um eine Welt, auf der Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz herrscht. Ramadan mubarak!

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