„Fliegender Teppich – Bitte bleib in Wien“

23. Januar 2019

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Ausstellung
Foto: privat

Ein unausgesprochener Wunsch der jungen Flüchtlinge des Jugendcolleges der Stadt Wien. Manche sind noch nicht sehr lange in Wien, hoffen aber nichts mehr als, dass ihr fliegender Teppich in Wien zur Ruhe kommt. 

Eröffnung der Ausstellung & der Herzen

Nach einer kurzen Rede der Leiter des Ateliers des Jugendcolleges folgten einige Danksagungen und Blumenverteilungen und schließlich: eine herzerwärmende Performance zweier junger Burschen aus Afghanistan. Auf Farsi verstehe ich nicht mehr als "Azizam" (Schatz), trotzdem kam es mir so vor als hätte ich jedes gesungene Wort der Jungs klar und deutlich verstanden. Sicher ein Liebeslied, eine Liebeserklärung, nämlich eine an Wien. Und das wusste ich auch schon, bevor die Kuratorin das im Nachhinein erwähnte. Besser kann man eine Ausstellung wie diese eigentlich nicht eröffnen, dachte ich mir.

Wien Museum
Foto: privat

Im zweiten Stock des Wien Museums führt mich eine Bodenmarkierung nach rechts vorbei an „Republik Österreich“ zu einer bunten Aufschrift auf weißer Wand. „Fliegender Teppich – Bitte bleib in Wien“, in verschiedenen Farben auf Englisch und Arabisch. Genauso farbenfroh wie die gesamte Kollektion vieler Gemälde der jungen Künstler und Künstlerinnen, ist auch der schwebende Teppich in Mitten des Raumes. Bemalt und beschrieben schmückt er den Raum zu was ganz Besonderem.

Fliegender Teppich
Foto: privat

Künstlerisch verwebt

Jeder Künstler und jedes Werk hat seine eigene Bedeutung und Geschichte in die man durch ausdrucksvolle Bilder mit reingezogen wird. Im Vordergrund stehen Orte in Wien und in ihren Heimatländern, die eine spezielle Bedeutungen für die jungen Erwachsenen haben. Künstlerisch wird Wien mit dem Heimatland vermischt. Diana hat im wahrsten Sinne der Kunst ihr altes und neues zu Hause vermischt. Sie nahm den Plan der Wiener Vorstadt, zeichnete den fragmentiert und bildhaft auf und fügte ihre syrische Geburtsstadt in die Lücken ein. Mein persönlicher Favorit. Denn wie sonst, als mit Kunst, ist so ein Verwebung am Besten möglich.

Kunstwerk Wien Museum
Foto: privat

Work in Progress

Genauso wie das Asylverfahren mancher Künstler und Künstlerinnen sind auch deren Gemälde „Work in Progress“, sprich unvollendet. Einmal pro Woche treffen sich die Jugendlichen im Atelier des Jugendcolleges in der Quellenstraße. Hier tauschen sie sich aus, kommen zur Ruhe und das durch Kunst. Einige können oft nicht mehr ins Atelier kommen, um ihre Werke fertigzustellen. Das liegt daran, dass ihr fliegender Teppich sie vielleicht schon weiter befördern musste, nämlich raus aus Wien.

Wiens Bunte Spur

Das mythische Fortbewegungsmittel aus dem orientalischen Märchen Tausendundeiner Nacht hat nicht nur Menschen aus dem Irak, Iran, Afganistan und vielen anderen Ländern zu uns nach Wien gebracht, er ist, wenn auch nur für jetzt, zur Ruhe gekommen und verweilt weniger mythisch sondern ganz echt zum Anfassen im Wien Museum. Von der Decke hängend wacht er über jene Künstler und Kunstwerke, die in Wien eine bunte Spur hinterlassen haben.

 

Teppich
Foto: privat

 

Austellung "Der fliegende Teppich-Bitte bleib in Wien!"

Wo? Wien Museum 

Wer? Schüler und Schülerinen des Jugendcolleges der Stadt Wien 

Was? In den Werken der Jugendlichen, die über verschiedene Routen nach Wien geflüchtet sind, geht es um Wien als ihren derzeitigen Lebensmittelpunkt

Wann? 22.01. - 03.02. 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare

 

etwas zum Lachen über die unbeholfenen guten Menschen:
"Weil sie die Situation belastet, ist sie in psychologischer Behandlung"
https://www.nzz.ch/amp/gesellschaft/deutsche-akademikerin-erzaehlt-von-i...

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