Frauenquoten braucht es nicht

10. Februar 2017

Die SPÖ spricht sich für eine verpflichtende Frauenquote im Parlament und in Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen aus. Aber ist das wirklich der richtige Weg?

Kurz vorweg: Ich bin gegen traditionelle Rollenbilder. Ich finde es gut, dass man ein Bewusstsein dafür schafft, dass auch Frauen Führungspositionen übernehmen können. Ich finde es auch gut, dass ich in einer Zeit und an einem Ort der Erde lebe, in denen Frauen wählen dürfen, Frauen Karriere machen können und Frauen nicht in der Küche stehen müssen. Aber mit den Quoten habe ich schon seit längerem ein Problem.

Österreich ist (zumindest nach außen hin) ein sehr fortschrittliches Land. Dennoch wird die Frau weiterhin in relativ vielen Bereichen benachteiligt. Eine Frau wird noch immer skeptisch beäugt, wenn sie ölverschmiert in einer Autowerkstatt steht und sich gleich an dein Auto ranmachen wird, um die Scheibenwischer auszutauschen (weil ich als Mann es nicht kann). Um diese kritischen Blicke abzuwerfen, braucht es aber seine Zeit. Der wahre Grund, wieso Frauen seltener in Autowerkstätten, aber häufiger in Kosmetikstudios arbeiten, ist simpel: Interesse. Möglich, dass uns schon in der Kindheit eingetrichtert wird, dass Mädchen mit Barbies spielen sollen und Jungs auf der Carrerabahn ihre Runden drehen sollen. Dann soll man aber auch hier ansetzen. Die neue Generation wächst schon mit dem Gendern auf. In meinem Schulbuch war von Piloten und Feuerwehrmännern die Rede. In dem Schulbuch meiner kleinen Schwester spricht man schon von Pilotinnen und Feuerwehrfrauen. Das ist auch gut so. Nur eine Quote braucht es doch wirklich nicht. 

Quoten sind schlecht - für ALLE

Quoten haben immer etwas Abwertendes an sich. Es wirkt dann so, als ob Frauen nur deshalb einen Beruf ausüben dürfen, um eben diese gewisse Quote zu erfüllen. Man stelle sich ein Unternehmen vor, das gerade auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist und der Chef der Personalabteilung kommt drauf: "Uh, wir haben hier schon relativ viele Männer sitzen. Dann muss jetzt wohl eine Frau her." Die Qualifikation wird in den Schatten gestellt.  "Sie würden perfekt in unser Unternehmen passen, aber wir suchen leider eine Frau." Soll das wirklich die übliche E-Mail Floskel sein, die man in Zukunft bei einer Jobabsage zu lesen bekommt? 

Wie schon gesagt, ich bin vollkommen dafür, dass es eine Gleichberechtigung in Sachen Jobmöglichkeiten gibt. Aber bitte nicht aufgrund einer Quote. Besonders in der Politik sollte man die Finger davon lassen. Wobei die Politik ja generell so eine Sache ist. Stichwort "Parteibücher" alias Freundschaftsbuch der Erwachsenen. Ich stehe leider in keinem. Also Frauenquote hin oder her, ihr werdet mich wohl nie als Spitzenkandidat einer Partei sehen. 

Eine Frauenquote wird das Problem bei dem Geschlechterkampf nicht beseitigen, sondern nur vergrößern. Es geht sowieso schon in die richtige Richtung, man sollte jetzt also keinen Druck mit einer Zwangsregelung aufbauen. Die Jüngeren wachsen schon mit dem Bewusstsein auf, dass Frauen genauso viel leisten können wie Männer. Und falls ein Mädchen eben doch lieber mit einer Barbie spielen will und null Bock auf Autos hat, dann soll sie das auch machen.

 

 

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Kommentare

 

Wenn sogar eine konservative Partei die die ÖVP es schafft 30% zu stellen, dann soll sich doch bitte wirklich jeder schämen der das nicht automatisch schafft.

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